Erholt und voll motiviert in die zweite Serie

Jörg Schneider. Mainz.
Die Länderspielpause ist zu Ende, der Kader des FSV Mainz 05 wieder vollzählig versammelt. Am Bruchweg laufen nun die Vorbereitungen auf den zweiten Intensiv-Block der Saison, der am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 beginnt und dem Bundesligisten sieben Begegnungen in 22 Tagen beschert. Die 05-Profis haben die Pause genutzt und gehen „rundum erholt und voll motiviert“, wie Niko Bungert sagt, die neuen Herausforderungen an. „Wir unterschätzen das Ganze auf keinen Fall. Wir wissen, was das für eine Aufgabe ist, aber wir freuen uns drauf“, sagt der Kapitän.

Erholt und voll motiviert in den nächsten Spiel-Block: 05-Kapitän Niko Bungert im Training mit Karim Onisiwo, Suat Serdar und Jean-Philippe Gbamin. Foto: Jörg SchneiderDie Spielformen im öffentlichen Training am Mittwoch deuteten bereits an, mit was sich die Profis des FSV Mainz 05 in den kommenden Tagen bis zum Sonntag vorherrschend beschäftigen: Das Bespielen von tief stehenden Abwehrreihen aus eigenem Ballbesitz heraus, Lösungen finden, um einen massiven Defensivriegel zu knacken, der sich vor dem eigenen Strafraum formiert und mit hohem Aufwand die Konterchance versucht zu erzwingen. Das wird die Aufgabenstellung sein im Heimspiel am Sonntag in der Arena gegen den SV Darmstadt 98. Das klare Ziel der Mannschaft von Martin Schmidt: Mit einem Heimsieg in diese zweite intensive Spielserie starten, die den 05ern mit sieben Auftritten in drei Wettbewerben innerhalb von 22 Tagen den nächsten schwierigen Prüfungs-Block vorsetzt.

„Das wird mit Sicherheit ein Spiel, in dem wir viel Ballbesitz haben“, sagt Niko Bungert. „Die Darmstädter werden sehr defensiv auftreten, sich einmauern und auf Konter spielen. Das tun, wofür sie bekannt sind. Das wird eine echte Herausforderung.“ Denn mit Ausnahme der Partie beim SV Werder Bremen, wo ein früher Rückstand die Mainzer zwangläufig in die Rolle drängte, das Spiel machen zu müssen und erfolgreich zu drehen, suchten die 05er ihre Chance ansonsten doch eher im Umschalt-Fußball mit hohem Pressing, frühen Balleroberungen und Konteraktionen. „Wir trauen uns aber zu, den Darmstädter Abwehrriegel zu knacken“, betont der 05-Kapitän.

Seit Mittwoch ist der Kader wieder vollzählig versammelt am Bruchweg. Und die personelle Situation hat sich in dieser Länderspielpause doch stark verbessert. Jairo Samperio hat seine Bänderverletzung auskuriert, die den Spanier seit dem Pokalspiel im August in Unterhaching zur Pause gezwungen hatte. Der Außenstürmer brennt auf sein Comeback. Fabian Frei steht nach seiner Muskelverletzung wieder im Mannschaftstraining. Ebenso Leon Balogun. André Ramalho soll Anfang nächster Woche wieder ins Geschehen eingreifen. Neben dem erneut länger verletzten Yoshinori Muto fehlt dem 05-Trainer im Moment ansonsten nur noch Christian Clemens wegen einer Adduktorenzerrung. Die Pause im harten Herbst-Programm kam den 05ern gelegen. Zeit, um Kräfte zu bündeln, durchzuatmen und sich neu auszurichten auf das, was da kommt: Die Heimspiele gegen Darmstadt 98, RSC Anderlecht und die Auswärtspartie beim FC Schalke 04 in der ersten von drei Englischen Wochen.

„Die Spieler, die in Mainz geblieben sind, haben diese Pause gerne angenommen. Den Kopf wieder etwas frei werden lassen, anders trainieren als in einer diesen vollgepackten Wochen zuvor, mal ein paar freie Tage mit der Familie verbringen und entspannen, was in der Phase mit den vielen Spielen rausgefallen ist“, sagt Bungert. „Jetzt sind wir rundum erholt und voll motiviert, um weiterzumachen, wieder voll im Saft, um zu spielen. Die Pause war körperlich wichtig, aber vor allem auch für den Kopf.“

Die Tatsache, dass die Mannschaft recht gut durch die erste Saisonphase mit der Dreifach-Belastung in DFB-Pokal, Bundesliga und Europaliga gekommen ist, sollte nach Ansicht des Kapitäns dabei hilfreich sein, auch die nun beginnende nächste Etappe vernünftig zu bewältigen. Zumal sich aufgrund der Erfahrungen in diesem für die Mainzer bisher ungewohnten Spiel-Rhythmus eine gewisse Routine im Umgang mit der Situation eingestellt hat. „Da war ja auch im Vorhinein und von außerhalb eine Menge Skepsis zu spüren, ob wir das hinkriegen. Viele haben immer wieder die negativen Beispiele genannt, aber da haben wir uns nicht verrückt machen lassen, haben in jedem einzelnen Spiel Vollgas gegeben und gute Ergebnisse geholt“, sagt Bungert. Das sei auch nun wieder die Herangehensweise. „Wir unterschätzen das Ganze auf keinen Fall. Wir wissen, was das für eine Aufgabe ist, aber wir freuen uns drauf. Für einen Fußballer ist das eigentlich das Beste überhaupt, einige Spiele in recht kurzer Zeit zu bestreiten. Immer auf dem Platz zu stehen und nicht so viel zu trainieren.“

Die 05-Profis haben sich eine gute Ausgangsposition geschaffen für die beiden nun folgenden Heimspiele gegen die in der Bundesliga auswärts noch punktlosen Darmstädter sowie am kommenden Donnerstag gegen den in der Europaliga punktgleichen RSC Anderlecht. Mit einem Sieg im Derby am Sonntag kann sich Bungerts Team im oberen Mittelfeld der Tabelle festsetzen. Ein Erfolg zu Hause gegen die Belgier wäre ein wichtiger Schritt nach vorne in der Gruppe C der Europa League. „Wir haben da die Chance, unser Konto auf sieben Punkte zu katapultieren. Das wäre schon mal eine Hausmarke“, so der 05-Kapitän. „ Aber eins nach dem anderen.“

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