Europa-Spione beim Heimspiel-Auftakt

Jörg Schneider. Mainz.
Wem das alles bisher zu zäh war, der kommt ab sofort in Sachen FSV Mainz 05 auf seine Kosten. Das erste Heimspiel der neuen Runde, am Sonntag (17.30 Uhr) gegen die TSG Hoffenheim, ist der Auftakt zu einem vollgepackten Spielprogramm. Sieben Begegnungen in 21 Tagen, davon fünf in der Bundesliga und zwei im Europapokal, stehen auf dem Plan. Für Martin Schmidt und dessen Profis geht’s nun richtig rund. „Da wollen wir alles raushauen, was wir haben und schauen, wo wir dann stehen. Erst dann können wir auch unsere Kaderplanung abgleichen. Ob wir in diesem Bereich alles richtig gemacht haben, wissen wir erst nach diesem Block“, sagt der 05-Trainer.

Alle Hände voll zu tun: Das Heimspiel gegen die Hoffenheimer ist für Martin Schmidt und die 05er der Auftakt zu einem vollgepackten Drei-Wochen-Programm. Der Start war schleppend und es hat eine Weile gedauert, bis die Saison anfängt Fahrt aufzunehmen. In den kommenden Wochen muss sich allerdings niemand über fußballerischen Leerlauf beschweren. Schon gar nicht beim FSV Mainz 05. Das Programm ist heftig und in dieser Form selten dagewesen. Am Sonntag geht’s los: Sieben Spiele in 21 Tagen. Bis Anfang Oktober stehen fünf Bundesliga-Begegnungen und zwei Gruppenspiele in der Europaliga auf dem Plan von Martin Schmidt und dessen Profis. Der 05-Trainer hat’s schon mal durchgerechnet. „Wir werden im September noch zwei richtige Trainingseinheiten haben, die nicht öffentlich sind. Ansonsten gibt’s nur Spiele, Regenerationstraining und nicht öffentliche Abschlusstrainings. Es wird nicht einfach, uns zu sehen bei der Arbeit.“

Das heißt, wer die Fortschritte der 05-Profis beobachten möchte, der sollte am besten ins Stadion gehen. Den Auftakt dieses ersten Block der Englischen Wochen bis zur nächsten Länderspielpause bildet jetzt das Heimspiel am Sonntag (17.30 Uhr) in der Opel-Arena gegen die TSG Hoffenheim. Danach geht‘s am Donnerstagabend weiter mit dem Europapokal-Auftakt zu Hause gegen den AS Saint-Etienne. Sonntags drauf folgt das Auswärtsspiel in Augsburg, am Mittwoch danach erneut auswärts in Bremen, Samstag zu Hause gegen Leverkusen, Donnerstag in Baku gegen den FK Qäbälä und schließlich am Sonntag, 2. Oktober, die Partie beim VfL Wolfsburg. Viel zu tun, doch Schmidt ist weit davon entfernt, sich über dieses Pensum zu beschweren.

„Ich möchte absolut nicht darüber klagen, dass wir so viele Spiele in wenigen Tagen absolvieren müssen“, sagt der 49-Jährige. „Wir hatten eine sehr lange Vorbereitung und wussten, was da auf uns zukommt. Deshalb gibt es von mir kein Wort des Jammerns. Im Gegenteil, ich freue mich auf jedes Spiel. Bei mir herrscht dir pure Vorfreude auf alle sieben Spiele“, betont der Schweizer. „Da wollen wir alles raushauen, was wir haben und schauen, wo wir dann stehen. Erst dann können wir auch unsere Kaderplanung abgleichen. Ob wir in diesem Bereich alles richtig gemacht haben, wissen wir erst nach diesem Block.“

Für die Mainzer, die bei ihrem ersten Saisonauftritt in Dortmund eine 1:2-Niederlage kassierten, ist die Partie gegen die Hoffenheimer vor eigenem Publikum dennoch die erste richtige Standortbestimmung gegen ein Team auf Augenhöhe. „Wir haben in Dortmund die ersten Erfahrungen gemacht. Ich denke, dass unsere Verhaltensweise dort ganz gut war. Wir haben im Feld gut verteidigt, dafür schlecht bei den Standards. Die gute Performance müssen wir nun auch ins Heimspiel mit reinnehmen. Wir sind überzeugt davon, auf Augenhöhe mit den Hoffenheimern zu sein und gut dagegenhalten zu können“, erklärt der Schweizer. Die zwei Wochen Pause und das Fehlen der Nationalspieler habe die Arbeit mit der Mannschaft nicht so beeinträchtigt wie befürchtet. Er habe trotzdem viele Inhalte aufarbeiten können. „Das waren zwei wichtige Wochen, die wir schon im Sommer in unsere Planung miteinbezogen haben. Wir haben sehr differenziert trainiert mit vielen schnellen, kurzen und intensiven Sachen. Wir haben an Schnelligkeit und Frische gearbeitet. Ich denke, wir sind nun bereit die große Herausforderung nun anzunehmen.“ Zwei Trainingseinheiten hat der Coach noch zur Verfügung mit dem kompletten Kader bis zum Anpfiff am Sonntag. Die Nationalspieler sind alle, wie Schmidt betont, „fit, erholt, frisch und motiviert“ zurückgekommen. Die Mannschaft brenne förmlich darauf, sich dem Gegner zu stellen. Einem Gegner, mit dem sich die Mainzer zwar analytisch beschäftigt haben, auf dessen Eigenheiten sie sich aber in der Vorbereitung auf das Heimspiel nicht explizit ausgerichtet haben. „Wir haben uns in erster Linie auf uns konzentriert“, sagt Schmidt. „Die Analyse ist eh klar. Wir wissen, wer da kommt. Die Hoffenheimer bringen viel System-Variabilität mit, mögen den Ballbesitzfußball, haben viel Tempo auf den Flügeln, viel individuelle Qualität. Sie sind gut aufgestellt, aber wir nehmen diese Herausforderung an.“

Julian Nagelsmann, der TSG-Trainer, hat die Mainzer beim Testspielsieg gegen den FC Liverpool beobachtet und dürfte auch in Dortmund seine Kiebitze gehabt haben. Apropos Beobachter. Am Sonntag sitzen Späher und Analytiker von allen Gruppengegnern der Euro League auf der Tribüne. Rouven Schröder hat sogar anklingen lassen, dass wegen des Sonntagsspiels die Zahl der Beobachter ohnehin groß ist. Etliche Bundesligisten, aber auch Delegierte aus dem Ausland, unter anderem aus England, hätten sich angesagt, erzählt der Sportdirektor. Ein Europaliga-Teilnehmer rufe verstärktes Interesse in Europa auf. Platz genug bietet die Arena. Der Klub hat bisher lediglich rund 25.000 Karten im Vorverkauf abgesetzt.

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