Ex-05-Spieler wird HSV-Cheftrainer

Jörg Schneider. Mainz.
Manchmal geht’s dann doch ganz schnell. Da wird noch heftig darüber spekuliert, ob Thomas Tuchel, der ehemalige Trainer des FSV Mainz 05, neuer Chefcoach beim Hamburger SV wird. Und schon präsentiert der Bundesligist keinen Ex-05-Trainer, sondern einen Ex-05-Spieler als Nachfolger von Mirko Slomka: Josef Zinnbauer führt ab sofort Regie bei den HSV-Profis.

Kurz nach 17 Uhr brachte Dietmar Beiersdorfer, der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, in einer Pressekonferenz Licht ins Dunkel. Nicht Thomas Tuchel oder ein anderer prominenter und in den Medien gehandelter Trainer wird Nachfolger des gefeuerten Mirko Slomka, sondern der frühere Zweitligaprofi des FSV Mainz 05, Josef „Joe“ Zinnbauer.

Und die Überraschung war perfekt als Beiersdorfer verkündete, Zinnbauer werde nicht Interimstrainer sondern neuer Cheftrainer. Zunächst auf Bewährung. „Joe hat mit seiner Arbeit und den Ergebnissen bei unserer U23 in der Regionalliga Nord unter Beweis gestellt, dass er eine Mannschaft schnell zu einem Team zusammenführen kann. Wir versprechen uns von ihm Emotionalität. Er ist ein sehr offener, nach Außen gerichteter Typ, der eine Mannschaft greifen und emotional packen kann, auf der anderen Seite aber auch strukturell hervorragend arbeitet“, erklärte Beiersdorfer. Zinnbauer führt mit der U23 des HSV die Tabelle der Regionalliga Nord an mit acht Siegen aus acht Spielen. Am Mittwoch soll der 44-Jährige sein erstes Training leiten. „Wir trauen es ihm absolut zu und stehen hinter ihm", sagte Beiersdorfer. „Wir werden sehen, wie es sich entwickelt."

Zinnbauer, der zu Saisonbeginn das Amt als Trainer der zweiten Mannschaft übernommen hatte, war zuvor als Trainer bei VfB Oldenburg und bei der zweiten Mannschaft des Karlsruher SC aktiv. Die älteren der 05-Anhänger werden sich vielleicht erinnern an die Saison 1995/96. Da spielte der Außenstürmer für den FSV Mainz 05 in der Zweiten Liga, absolvierte 17 Spiele und erzielte zwei Tore.  Den Ehrentreffer beim 1:6 in Jena und den 4:2-Endstand gegen den Chemnitzer FC am Bruchweg. Zinnbauer hatte den Ruf, gewöhnlich schneller als der Ball zu sein. Der Flügelstürmer war fußballerisch selbst bei einem 05-Team der neunziger Jahre am unteren Level anzusiedeln, beeindruckte aber mit ungeheuren Sprintqualitäten. Auf das Mainzer Gehalt war der damalige 05-Profi nicht angewiesen. Zinnbauer, so hieß es, verdiente ein Heidengeld mit dem Vertrieb von Luxus-Autos.

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