Feinarbeit in Bestbesetzung

Jörg Schneider. Mainz.
Bis auf die seit Wochen verletzt fehlenden Jonas Hofmann und Nicolás Castillo kann Martin Schmidt mit seinem kompletten Bundesliga-Kader die Vorbereitungen auf das vorletzte Heimspiel der Saison angehen. Nach ein paar Tagen Schonung steigt heute auch wieder Niko Bungert ins Mannschaftstraining ein. Für den Trainer beginnt nun die Feinarbeit auf die Partie gegen den Hamburger SV, die den 05ern am Sonntag in der Coface Arena die noch fehlenden Punkte bringen soll, um das Thema Abstiegskampf endgültig zu begraben.

Martin Schmidt schleppt die Taktiktafel zum Trainingsplatz. Foto: Jörg SchneiderDie Trainingseinheiten am Bruchweg ähnelten im Laufe dieser Woche stark jenen Übungsformen, die beim FSV Mainz 05 bis zum Februar dieses Jahres dauerhaft auf dem Plan gestanden hatten. Spielaufbau, Passfolgen, Kombinationsspiel. Bei Kasper Hjulmand monatelang die Arbeits-Grundlage in allen Einheiten. Auch Martin Schmidt hat sich mit seinem Team nun dieser Thematik zugewendet. Im Unterschied zu seinem Vorgänger, geht die Idee des Schweizers vom eigenen Ballbesitzspiel jedoch einher mit hohem Laufeinsatz und scharfem Pressing.

Wo beim Dänen vieles eher körperlos geschah, die Pass-Stafetten selten von energisch angreifenden Gegenspielern gestört wurden, geht’s beim aktuellen 05-Coach stets auch um Lösungen gegen intensive und harte Defensivarbeit und um sofortiges Gegenpressing. Inhalte, auf die Hjulmand verzichtete und deren Vernachlässigung die Idee von mehr eigener Dominanz mittels Ballbesitz schließlich zu viele Punkte kostete.

Schmidt hat in den Spielen als Cheftrainer bisher stärker auf zweikampfintensives Umschaltspiel gesetzt und auf diese Weise 15 Punkte geholt. Der Trainer rechnet jedoch damit, dass der Hamburger SV, der VfB Stuttgart und der 1. FC Köln,  die nächsten drei Gegner der 05er, seiner Mannschaft den Spielaufbau überlassen, auf Balleroberung und schnelles Umschalten setzen werden. Deshalb stand der Aufbau aus eigenem Ballbesitz heraus nun verstärkt auf der Tagesordnung. Da es gegen einen tief stehenden, gut organisierten und klar verteidigenden Gegner jedoch schwer ist, sich ins letzte Drittel zu kombinieren und Tempo in die Aktionen zu kriegen, kommt dem Gegenpressing eine entscheidende  Rolle zu.

„Man kann den Ball in der gegnerischen Hälfte verlieren“, sagt der 48-Jährige, „dann muss man ihn zurückgewinnen.“ Um dann ins Umschaltspiel zu kommen mit kürzeren Wegen zum Tor. Dafür hat Schmidt die Taktiktafel mit auf den Trainingsplatz gebracht und die Übungen häufig unterbrochen, die Positionen immer wieder verdeutlicht, Lauf- und Passwege, Lösungen visuell aufgezeigt.

Ab dem heutigen Donnerstag geht’s nun im nichtöffentlichen Training um die Feinarbeit, um taktische, speziell am Gegner ausgerichtete Inhalte. Bis auf die seit Wochen fehlenden Jonas Hofmann und Nicolás Castillo kann sich Schmidt mit seinem kompletten Kader auf die Partie am Sonntag in der Coface Arena gegen den Hamburger SV vorbereiten. Der Trainer kann auf die beste ihm momentan zur Verfügung stehende Startelf bauen. Niko Bungert, der wegen Wadenproblemen ein paar Tage Schonung einlegte, steigt wieder ins Training ein und steht ebenso wie die zuletzt leicht angeschlagenen Julian Baumgartlinger, Yunus Malli, Joo-Ho Park und Christoph Moritz am Sonntag für einen Einsatz zur Verfügung. Ebenso Christian Clemens, der nach seiner Adduktorenverletzung schon das Abschlusstraining vor dem Schalke-Spiel absolvierte und diese Woche in die volle Belastung gehen konnte.

Hier sind die Bilder dazu:

 

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