Für Lössl und Quaison wird’s eng

Jörg Schneider. Mainz.
Im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin am Samstag (15.30 Uhr) in der Opel Arena muss der FSV Mainz 05 bekanntlich erneut auf den gesperrten Sechser Jean-Philippe Gbamin verzichten. Und auch hinter dem Einsatz von Torhüter Jonas Lössl und Stürmer Robin Quaison steht noch ein Fragezeichen. Man tue alles, um die beiden Profis einsatzfähig zu kriegen, sagt Martin Schmidt. „Aber es könnte eng werden.“ Die endgültige Entscheidung fällt nach dem Abschlusstraining am Karfreitag.

Robin Quaison, der sich im Spiel gegen die Leipziger verletzt hatte, hofft noch auf einen Einsatz gegen Hertha. Foto: Ekkie VeyhelmannDie Chancen für Jannik Huth, nach seinem überzeugenden Einsatz beim 0:1 in Freiburg nun auch im Heimspiel zwischen des Pfosten des FSV Mainz 05 zu stehen, sind relativ gut. Denn zwei Tage vor der so wichtigen Partie im Abstiegskampf gegen Hertha BSC Berlin steht noch ein großes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Jonas Lössl, der sich vor einer Woche im Training eine Schleimbeutel-Quetschung im Knie zugezogen hatte und deshalb in Freiburg pausieren musste. Der Däne hat diese Woche individuell mit Reha-Coach Axel Busenkell trainiert. Lössl soll nun aber im Abschlusstraining am Karfreitag mit der Mannschaft arbeiten, um zu sehen, ob das lädierte Knie hält. Dem Torhüter geht es im Moment ähnlich wie Robin Quaison. Der Stürmer hatte sich im Heimspiel gegen die Leipziger einen schmerzhaften Pferdekuss zugezogen, der dem Schweden noch immer Probleme bereitet.

„Robin macht von Tag zu Tag große Fortschritte“, sagte Martin Schmidt am Donnerstag. „Er hatte in dieser Woche  bis zu vier Behandlungen am Tag, war zehn Stunden im Stadion. Sein Pech war, dass er den Schlag auf den Hauptmuskel oberhalb des Knies bekommen hat, dadurch ist der komplette Oberschenkel beeinflusst.“ Es werde langsam besser, so der 05-Trainer. Quaison habe auch am Mittwoch schon teilweise mittrainiert. „Er fühlt sich aber noch nicht ganz frei. Am Freitag nach dem Team-Training entscheiden wir bei Lössl und ihm, ob beide für die Startelf bereit sind oder für den Kader. Da zählen wir die Stunden und hoffen, dass es hinhaut. Aber es könnte eng werden“, so Schmidt.

Darüber, mit welchem Personal der Schweizer gegen die Berliner antreten wird, hüllte sich der 50-Jährige wie gewohnt in Schweigen, sprach aber davon, dass etliche Spieler, die in den vergangenen Wochen weniger im Einsatz waren, inzwischen besser und gut in Form seien. „Da ist nun viel Potenzial dazugekommen, das jetzt brauchen“, sagt Schmidt. Yoshinori Muto etwa. „Yoshi ist seit etwa zwei Wochen auf dem aufsteigenden Ast und auf dem Weg, wieder der alte zu werden. Er braucht die Spiele und jetzt einmal ein Erfolgserlebnis.“ Nach seiner Verletzung habe auch Karim Onisiwo sehr zügig ein gutes Leistungsniveau erreicht. „In dieser Woche im Training haben wir gesehen, dass der Karim auf der Außenbahn als kampfstarker, schneller, aggressiver Spieler zurück ist, den wir gut brauchen können bei den Zweikämpfen in des Gegners Hälfte.“ Und im Mittelfeld hat sich in den beiden zurückliegenden Spielen eindeutig Fabian Frei mit seinen Teil-Einsätzen als beste Option im Zusammenspiel mit Danny Latza präsentiert. Der Schweizer Mittelfeldspieler überzeugte sowohl bei seiner Einwechslung im Heimspiel gegen die Leipziger als auch in Freiburg, wo Frei dem Mainzer Spiel der zweiten Halbzeit mehr fußballerische Impulse verlieh und eine der größten Torchancen im Spiel hatte. „Fabian kommt richtig in Form“, sagt Schmidt. „Er kam rein und mit ihm hatten wir mehr Zug im Spiel. Das ist gut, wenn du einige Spieler hast, die neu hinzukommen, denn unser Team bracht zusätzliche Form, individuelle Stärken und diese Spieler drängen jetzt auch wirklich rein.“

Ein Sorgenkind ist und bleibt dabei Jairo Samperio, der im Training regelmäßig mit guten Leistungen aufwartet, im Spiel jedoch relativ wenige Aktionen schafft. Diese Diskrepanz ist auffallend groß. „Er hatte eine schwierige Hinrunde, kam gut in die Rückrunde rein, hatte wieder einen Hänger. Er war aber immer fokussiert, nie mit dem Kopf weg“, sagt Schmidt. „Die Trainingsform ist konstant da bei ihm. Im kleineren Feld, auf engem Raum, ist er sehr präsent. Ich bin überzeugt, dass er auch ein Schlüssel sein kann, um auf der Außenbahn das Spiel zu verändern. Er ist auch ein Spieler, der sich in den Halbräumen behaupten kann. Dort die Zweikämpfe zu gewinnen ist das, wo er sehr intensiv dran arbeitet. Der wird auch kommen, denn er ist mit Herz und Seele dabei.“ Im Training dieser Tage machte Bojan Krkic auf sich aufmerksam mit gutem Spie als Zehner. „Wir hoffen, dass er die konstanten Trainingsleistungen mit ins Spiel bringt, entweder von Anfang an oder als Einwechsler das Spiel noch einmal verändert. Wir möchten gerne am Ende sagen, es hat gepasst. In den wichtigen Spielen war er da“, betont der Coach, der seiner Hoffnung Ausdruck verleiht, dass das Kader-Gesamtpaket immer kompletter wird und dies dem Spiel der Mannschaft in den kommenden Wochen, in denen es um alles gut, noch einmal einen qualitativen Schub verleiht. „Uns fehlt etwas Gaetan Bussmann als rustikaler Verteidiger auf der Außenbahn für die Zweikämpfe. Der wird innerhalb der nächsten zehn Tage ins Teamtraining zurückkehren“, sagt Schmidt. „Spätestens dann gibt es keine Argumente mehr, warum es nicht laufen soll.“

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