Gaetan Bussmann kommt für Park

Jörg Schneider/Christian Karn. Mainz.
Der Nachfolger für den etwas überstürzt zu Borussia Dortmund gewechselten Joo-Ho Park steht bereit. Unmittelbar nach dem begeisternden 3:0-Erfolg gegen Hannover 96 bestätigte der FSV Mainz 05, dass der Bundesligist Gaetan Bussmann vom französischen Erstliga-Absteiger FC Metz unter Vertrag nehmen wird. Der Linksverteidiger hat am Samstag den Medizincheck in Mainz absolviert, den Sieg gegen die 96er im Stadion gesehen und wird wahrscheinlich am Sonntagmorgen als Neuzugang verkündet. „Wir sind mit allem klar“, sagte Christian Heidel nach der Partie. „Es fehlen aber noch ein paar Unterschriften.“

Gaetan Bussmann

Der 24-jährige Gaetan Bussmann stammt aus Épinal in den Vogesen. Die Region Lothringen war bisher immer seine sportliche Heimat: Mit 13 Jahren wechselte Bussmann von seinem Stammklub SAS Épinal ins gut 100 Kilometer entfernte Metz; in der Rückrunde 2011/12 lieh ihn der FC Metz noch einmal nach Épinal aus.

In seiner Jugend galt Bussmann als großes Talent: 2010 wurde er mit Metz französischer U19-Pokalsieger und mit der Nationalmannschaft 
U19-Europameister. Im gleichen Sommer gab er sein Profidebüt in der 2. Liga Frankreichs, direkt in der Startelf.

Insgesamt bestritt Bussmann für den FC Metz 54 Zweitligaspiele (5 Tore) und in der vergangenen Saison 31 Erstligaspiele (2 Tore). 

Das Tagesgeschäft hat die Brisanz um den Blitz-Wechsel von Joo-Ho Park, der in Mainz nicht nur positive Reaktionen ausgelöst hatte, in den Hintergrund geschoben. Am Bruchweg feierten knapp 27.000 Zuschauer den souveränen und begeisternden 3:0-Erfolg der Mannschaft von Martin Schmidt über Hannover 96 und den überragenden Doppeltorschützen und Torvorbereiter Yoshinori Muto. Unmittelbar nach dem ersten Heimsieg der Saison bestätigte der Klub dann, dass der Nachfolger für den Südkoreaner gefunden ist und äußerte sich noch einmal konkret zum Wechsel Parks zu Ex-05-Trainer Thomas Tuchel. 

Der Bundesligist wird spätestens am Sonntagmorgen den Transfer von Gaetan Bussmann als perfekt verkünden. Der 24-jährige Linksverteidiger vom französischen Erstliga-Absteiger FC Metz hat am Samstag den Medizincheck in Mainz absolviert, anschließend das tolle Spiel seiner künftigen Kollegen in der Coface Arena gesehen. „Wir sind mit allem klar“, sagte Christian Heidel unmittelbar nach dem 3:0. „Es fehlen nur noch ein paar Unterschriften. Wir wollen das nun schnell über die Bühne bringen.“ Bussmann soll am Bruchweg einen Vertrag über drei Jahre erhalten. „Klar ist, wir hätten Joo-Ho nicht freigegeben, wenn das mit Bussmann nicht möglich gewesen wäre. Er ist ein anderer Spieler als Park. Pierre Bengtsson und Park ähneln sich eher. Bussmann dagegen ist groß gewachsen, kopfballstark, macht Tore und ist ein Powerspieler. Das fanden wir als Pendant zu Pierre gut. Er ist ein Linksfuß, der die Linie entlang marschiert. Sicher, er wird sich an alles gewöhnen müssen, aber er ergänzt uns gut“, erklärte der 05-Manager.

„Wir haben schon seit einiger Zeit immer wieder an Bussmann geknabbert“, berichtete der 05-Trainer. „Nicht erst, seit der BVB wegen Park angefragt hat. Ich hatte zwei Wunschspieler für diese Position. Mit dem Franzosen hat es geklappt. Das war die Voraussetzung dafür, dass wir Park überhaupt gehen lassen konnten, dass wir eine sportlich gute Lösung hinten dran haben.“ 

"Robust, kopfball- und zweikampfstark, athletisch" sei Gaetan Bussmann. Hier bekommt das der Ex-Dortmunder Lucas Barrios (Montpellier) zu spüren. Foto: imagoDie Entscheidung für den Mann aus Metz sei gefallen, nachdem man sich überlegt habe, welches Profil man wollte, wenn Park ginge. „Wir haben uns entschieden für einen großen Spieler, der sehr robust ist, kopfball- und zweikampfstark, einen sehr athletischen Typen, der auch fußballerisch sehr konkret ist und viel mitbringt für uns“, erklärte Schmidt. „Gaetan ist eine gute Ergänzung zu Bengtsson. Die beiden passen einfach je nach Anforderung zu unserem Spiel.“

Schmidt berichtete, er habe intensiv mit Joo-Ho Park geredet, weil er den Linksverteidiger habe halten wollen. „Doch so ist das Geschäft. Der BVB blieb hartnäckig, der Spieler wollte unbedingt. Bei mir schlagen da zwei Herzen in einer Brust. Zum einen schlägt das Herz für den Spieler, der sich verbessern und zu einem solchen Klub wechseln kann. Auf der anderen Seite ist es schwierig, einen sehr guten und hochprofessionellen Spieler zu verlieren.“ Er habe aber auch gewusst, dass Pierre Bengtsson auf den Punkt da sein werde, wie der Schwede in der Partie gegen die 96er gezeigt habe. In dem Wissen und darin, dass ein guter Ersatz komme, sei es irgendwann dann etwas leichter loszulassen.

„Wenn einer geht, ist das immer wieder auch eine Chance für etwas Neues“, sagte Schmidt. „Ein Abgang ist immer auch ein Aufbruch zu neuen Ufern.“ Der Transfer von Joo-Ho Park, der den 05ern angeblich rund 3,5 Millionen Euro einbringen soll, ist in Mainz heftig diskutiert worden und hat auch eine Menge an Unverständnis im Umfeld ausgelöst. Dem hielt Heidel entgegen: „Ich bin immer wieder überrascht, wie überrascht Menschen sind, wenn ein solcher Spieler bei uns wechselt. Park wollte ganz einfach unbedingt nach Dortmund. Man muss doch auch mal überlegen, was das bei ihm auslösen würde, wenn ihm sage, du darfst nicht gehen. Joo-Ho ist jetzt überglücklich zu einem solchen Klub zu wechseln. Wir glauben, dass wir es gut kompensieren können. Der Abgang von einem solchen Spieler tut uns allen immer weh. Das ist doch kein Thema. Der Junge ist aber jetzt 28. Da steht eine Ablöse und ein gutes Gehalt dahinter.“ Gerüchten zufolge soll der Koreaner beim BVB an die drei Millionen Euro pro Jahr verdienen und steht dort unter Vertrag bis er 31 ist. 

Bleibt also noch die Frage nach einem neuen Mittelstürmer. Die großartige Leistung von Yoshinori Muto mit zwei Treffern gegen die 96er beeinflusst das Markt-Engagement der 05er nicht. Diese Partie habe mit der Entscheidung nichts zu tun, sagte Heidel. Und Schmidt ergänzte: „Wir hätten gerne noch einen großgewachsenen Stürmer, der vorne auch Bälle festmachen kann, der uns noch andere Optionen gibt als wir haben und der auch Fußball spielen kann. So wie heute wird das nicht immer gehen. Wir sind da dran“, sagte der Trainer. „Aber auch hier ist es nun mal so, dass die eine Tür zu gehen kann und wir uns um die A-, B- oder C-Lösung kümmern müssen. Wir wollen unsere Ideen umsetzen, aber wir werden sicher keinen holen, nur um einen geholt zu haben. Das muss schon passen. Wenn es bis Montag nicht klappt mit denen, an denen wir dran sind, dann klappt es halt nicht. Das ist nun mal so in diesem Geschäft.“ 

► Alle Artikel zur Kaderplanung

► Zur Startseite