Gbamin wechselt den Verband

Christian Karn. Mainz.
Für die meisten Profis des FSV Mainz 05 hat die Sommerpause bereits begonnen. Vier Mann aber sind noch mit ihren Nationalmannschaften unterwegs: Fabian Frei hofft auf die Nominierung für den Schweizer Qualifikationskader, Suat Serdar spielt die U20-WM und Levin Öztunali die U21-Europameisterschaft. Und Jean-Philippe Gbamin steht vor einem Verbandswechsel. Nach verpasster EM-Qualifikation mit der französischen U21 wurde der junge Mittelfeldspieler erstmals in den A-Kader seines Geburtslandes, der Elfenbeinküste, nominiert.

Die meisten Spieler des FSV Mainz 05 haben bereits Sommerpause, erholen sich von einer anstrengenden Saison mit 42 Pflichtspielen - so viele gab es seit über zehn Jahren nicht mehr. Für eine kleine Gruppe von Profis hat der Urlaub jedoch noch nicht begonnen. Zwei von sieben Eingeladenen haben wegen Verletzungen bereits abgesagt, einer wurde wieder aus dem Kader gestrichen, einer könnte noch gestrichen werden. Drei weitere haben bis Mitte oder Ende Juni, bis kurz vor Vorbereitungsbeginn, noch Länderspieleinsätze.

Nicht zu ihnen gehört Leon Balogun, der wegen eines Muskelfaserrisses aus dem letzten Bundesligaspiel in Köln nicht am Auftaktspiel Nigerias zur Qualifikation für die Afrikameisterschaft 2019 gegen Südafrika teilnehmen kann. Auch nicht zu ihnen gehört Jannik Huth, der bekanntlich für die U21-Nationalmannschaft nominiert war, aber die EM-Teilnahme ebenfalls wegen einer Verletzung absagen musste. Daher ist Levin Öztunali der einzige 05er, der in der zweiten Juni-Hälfte in Polen um den höchsten europäischen Nachwuchstitel spielen wird. Die Gegner der deutschen U21 werden Tschechien (18. Juni), Dänemark (21. Juni) und Italien (24. Juni) sein. Um das Halbfinale zu erreichen, muss die deutsche Mannschaft entweder Gruppensieger oder bester von drei Gruppenzweiten werden.

Suat Serdar hat auf gleichem Wege wie erwartet das Achtelfinale der U20-Weltmeisterschaft in Südkorea erreicht; tatsächlich ist neben Argentinien auch der Dritte der Gruppe E (Honduras) schlechter als die DFB-Auswahl, die heute, 13 Uhr, gegen Sambia ums Viertelfinale spielt. Erreicht Serdars Team das Halbfinale, wird der Mittelfeldspieler frühestens am 12. Juni seinen Urlaub beginnen können.

Bisher spielte Jean-Philippe Gbamin in Länderspielen im blauen Trikot der Franzosen. Damit dürfte nun Schluss sein; der Mittelfeldspieler wechselt zum Verband der Elfenbeinküste. Foto: imagoRobin Quaison hatte zumindest zwei Länderspiele für Schweden in Aussicht, das WM-Qualifikationsspiel gegen Frankreich (9. Juni) und das Testspiel gegen Norwegen am 13. Juni. Schlecht für seinen Stellenwert, gut für seine Erholung: Der schwedische Trainer Janne Andersson hatte ihn zwar in den erweiterten Kader geholt, nun aber doch nicht für die Spiele nominiert. Fabian Frei hingegen darf noch hoffen: Der Mittelfeldspieler nahm am Trainingslager der Schweiz teil, steht auch im Team für das Testspiel gegen Weißrussland am morgigen Donnerstag (20.45 Uhr in Neuchâtel), darf sich aber offenbar noch nicht darauf verlassen, auch für das WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer am 9. Juni nominiert zu werden.

Bleibt Jean-Philippe Gbamin. Der Mittelfeldmann steht vor einem Verbandswechsel. Mit der französischen U21-Nationalmannschaft hat er die EM-Qualifikation verpasst, für das 2019er-Turnier wird er zu alt sein. Jedoch hat Marc Wilmots, der Nationaltrainer der Elfenbeinküste, Interesse angemeldet am in der ivorischen Hafenstadt San-Pédro geborenen Mainzer, der im Freundschaftsspiel gegen die Niederlande (4. Juni) und im Afrikameisterschafts-Qualifikationsspiel gegen Guinea (10. Juni) erstmals für die A-Nationalmannschaft der Westafrikaner spielen könnte. Gbamin ist einer von sechs Neuen im 27 Mann großen Kader der Elfenbeinküste.

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