Geis: Wollen beweisen, dass wir besser sind

Jörg Schneider. Mainz.
Die Fußballprofis erfuhren vom Trainerwechsel am Dienstagmorgen vor dem Training. Manager Christian Heidel stellte der Mannschaft Martin Schmidt als Nachfolger des entlassenen Kasper Hjulmand vor. „Wenn man keinen Erfolg hat, ist es im Fußballgeschäft nun mal leider so, dass dann der Trainer dran glauben muss“, sagte Johannes Geis, betonte aber gleichzeitig, dass für alle nur um ein Ziel gehe: Der FSV Mainz 05 müsse am Ende der Saison über dem Strich stehen.

Martin Schmidt sucht auf dem Trainingsplatz ständig das Gespräch mit den Profis. Hier bespricht sich der neue Cheftrainer mit Johannes Geis. Foto: Jörg SchneiderSo ganz überraschend kam der Trainerwechsel für die Profis des FSV Mainz 05 nicht. Die Spieler lesen auch Zeitung oder schauen in Online-Portale. Konkret konfrontierte Christian Heidel die Spieler am Dienstagmorgen mit den vollendeten Tatsachen. Der 05-Manager hielt vor dem Training eine Ansprache, stellte Martin Schmidt als Nachfolger des entlassenen Kasper Hjulmand vor. Dann ging es auf den Platz.

Und schon die erste Einheit dokumentierte die unterschiedliche Herangehensweise. Schmidt brachte Emotionen in die Arbeit, ließ die Profis ein zweistündiges Programm abspulen, in dem die Grundprinzipien, die künftig das Mainzer Spiel ausmachen sollen, im Vordergrund standen. Nachvorneverteidigung, knallhartes Pressing, Zweikampfverhalten, aggressive Defensive, Umschaltspiel nach Balleroberung. Und vor allem Vollgas.

 „Das sind schon zwei unterschiedliche Trainer-Typen“, sagte Johannes Geis später. „Martin kennt jeder hier in Mainz. Er ist ein sehr lauter Typ. Man hat es direkt im Training bemerkt, auch wenn seine Stimme heute nicht so gut war. Ich denke, er wird das Ding machen. Er kennt alles gut, er kennt uns Spieler gut, er hat sein System, dass er durchzieht. Ich hoffe darauf, dass es bei uns ein ähnlicher Effekt einsetzt, wie zum Beispiel in Bremen“, erklärte der Mittelfeldspieler.

Dass der neue Cheftrainer, den Thomas Tuchel seinerzeit an den Bruchweg holte, und der mit dem Ex-Coach ein sehr enges Verhältnis pflegte, nun Tuchel kopiere, glaubt Geis nicht. „Ich denke, bei ihm ist gar nicht so viel Tuchel drin. Da macht jeder sein eigenes Ding. Sie haben viel miteinander gearbeitet, natürlich auch ein ähnliches System, aber da gibt es viele Trainer, die man damit abgleichen kann. Viele spielen Pressing.“

Darüber hinaus stehe jeder Fußballer erst einmal in der  Verantwortung. „Jeder muss sich vor dem Spieltag soweit bringen, dass er dann auch seine Leistung bringt.“ Geis versprach, die 05-Profis würden hart arbeiten. „Wir werden alles reinhauen für die ganze Stadt, für den Verein und für alle, die hier arbeiten. Wir werden alle miteinander anpacken und werden alles dafür geben, dass wir am Ende über dem Strich stehen. Der Trainer erwartet von uns Leidenschaft, dass jeder hundert Prozent gibt, dass jeder für die Mannschaft da ist, und das Ego nach hinten stellt. Martin hat eine gute Wortwahl getroffen. Jeder ist motiviert. Wir wollen da unten raus und jedem beweisen, dass wir besser sind als unser Tabellenplatz.“

 

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