Geld ist nicht alles: Malli bleibt 05er - Muto auch

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 hat seine sportlichen Ambitionen vor die wirtschaftlichen Möglichkeiten gestellt und hat Yunus Malli die Freigabe für einen Wechsel in dieser Transferperiode zu Borussia Dortmund verweigert. Dasselbe gilt auch für Yoshinori Muto, der Angebote aus England vorliegen hat. „Wir wollten auch der Mannschaft damit ein wichtiges Zeichen geben, dass wir wegen des Geldes nicht alles mit uns machen lassen und es bei uns keinen Ausverkauf gibt“, betonte Trainer Martin Schmidt.

Dass Christian Heidel in nicht allzu ferner Zukunft seinen Job beim FSV Mainz 05 aufgibt und zum FC Schalke 04 wechselt, dürfte inzwischen wirklich niemand mehr bezweifeln. Doch so fix, wie die im Ruhrgebiet erscheinende „WAZ“ dies darstellt, ist der Deal im Moment wohl doch noch nicht. Die Tageszeitung hatte behauptet, der 52-Jährige habe in Gelsenkirchen zugesagt, solle auf Schalke einen Vier-Jahres-Vertrag bis 2020 erhalten und etwa 2,3 Millionen Euro pro Jahr verdienen. Heidels Nachfolge soll geregelt sein. Das Blatt beruft sich auf „Informationen aus dem engsten Zirkel des FSV Mainz 05“. Harald Strutz hat unterdessen aus dem Urlaub verlauten lassen, es gebe noch keine Freigabe für den Manager. Falls es etwas zu vermelden gebe, werde der Verein das tun. Heidel selbst ist dieser Tage für die Medien nicht zu sprechen. Das Gezerre und die Spekulationen über angebliche Vollzugsmeldungen werden wohl noch eine Weile weiter gehen, solange es vom Bruchweg keine klaren Worte gibt.

Keine Freigabe für die beiden besten 05-Torschützen: Der Wechsel von Yunus Malli zu Borussia Dortmund ist ebenso vom Tisch wie ein Transfer von Yoshinori Muto in diesem Winter nach England- Die gibt es allerdings in Sachen Yunus Malli. „Ich habe Borussia Dortmund am Montagabend darüber informiert, dass Yunus in Mainz bleiben wird. Bei dieser Entscheidung ging es nicht um wirtschaftliche Dinge - das Gesamtpaket hat für uns einfach nicht gepasst. Wirtschaftlich waren wir uns mit dem BVB einig, aber der Zeitpunkt für einen Wechsel ist für uns einfach nicht optimal. Yunus ist nicht nur unser Top-Torschütze, sondern auch ein wichtiger Teil im Mannschaftsgefüge. Und wir wollten das Team so wie es ist nicht auseinanderreißen“, ließ sich Heidel am Dienstag auf der eigenen Klub-Homepage zitieren. Am Nachmittag brachte Martin Schmidt in der obligatorischen Medienrunde noch etwas mehr Licht in die 05-Planungen. „Wenn ein Angebot im Raum steht und die Presse macht was draus, heißt das ja nicht, dass die Sache entschieden ist. Unsere Klarheit in der Kaderplanung war eine andere“, sagte der 05-Trainer.

Die Summen, die im Raum standen, seien zwar horrend gewesen, so der 48-Jährige. „Wir wollten aber auch der Mannschaft damit ein wichtiges Zeichen geben, dass wir wegen des Geldes nicht alles mit uns machen lassen und es bei uns keinen Ausverkauf gibt.“ Ein Verkauf von Malli hätte die eine oder andere Million mehr als im Sommer aufs Klubkonto gebracht, wenn Mallis Ausstiegsklausel greift (die Rede war davon, dass der BVB 13 Millionen Euro für einen Wechsel im Winter zahlen wollte), „aber jeder Platz, den wir im Sommer besser stehen, ist auch etwas wert“, sagte Schmidt. „Wir wollen damit zeigen, dass wir dranbleiben wollen. Wir sind nicht bereit, das Risiko zu gehen, dass wir ohne Yunus vielleicht noch hinten rein rutschen könnten. Deshalb wollen wir mit dem gut zusammengestellten Kader die Rückrunde bestreiten und unser Ziel vom einstelligen Tabellenplatz weiter verfolgen.“

Schmidt: Nach der EM, da kann's richtig knallen

Malli habe die Freigabe-Verweigerung professionell aufgenommen, sagte der Coach. „Er ist sehr vernünftig. Wir hatten gute Gespräche. Yunus ist keiner, der sagt, die haben mir etwas verbaut. Er will zur Europameisterschaft mit der Türkei. Er weiß, dass er hier seine Einsatzzeiten kriegt, sich zeigen und beweisen kann.“ Bei den 05ern ist der Zehner ein wichtiger Faktor. „Es sind jetzt schon Interessenten da, die ihn im Sommer haben wollen. Das ist Fakt. Und nach einer guten EM weiß er genau, was geht. Da kann es um andere Zahlern gehen, da kann’s richtig knallen.“

Beendet hat Schmidt auch ein für alle Mal Spekulationen um Yoshinori Muto, der ständig mit englischen Klubs in Verbindung gebracht wird, die noch einmal höhere Summen bereit sind zu zahlen. „Auch bei ihm ist der Deckel drauf“, sagte Schmidt. Es gebe keine Chance für einen Klub, den Japaner in diesem Winter zu verpflichten. Der 05-Trainer sieht auch das als ein wichtiges Signal für den Kader, dass die beiden besten Torschützen der Vorrunde am Bruchweg bleiben.

In Sachen Neuzugang Karim Onisiwo ist inzwischen die Fifa tätig. „Das ist der normale Weg, dass sich die Fifa jetzt einschaltet“, sagte der Schweizer. Nachdem der SV Mattersburg, bei dem Onisiwos Vertrag per Gerichtsentscheid aufgelöst worden war, dem österreichischen Verband nicht die Freigabe mitgeteilt und gegen den Wechsel nach Mainz Einspruch eingelegt hatte, ist erneut eine Frist von 21 Tagen einzuhalten, bis die Spielberechtigung automatisch kommt. Die Fifa soll das Verfahren nun beschleunigen. „Er kriegt die Spielberechtigung definitiv, wir wissen nur nicht wann“, erklärte Schmidt. Die 05er hoffen darauf, dass bis zum Freitagspiel gegen Borussia Mönchengladbach eine Entscheidung fällt.

Unterdessen hat Carsten Kühn, der Berater von Maximilian Beister dem „Kicker“ bestätigt, dass er für den 05-Profi einen Verein sucht, der bereit ist, den Flügelstürmer auszuleihen und ihm größere Spielanteile als in Mainz geben könnte. Wenn das konkreter werde, müsse man sich zusammensetzen und über eine Lösung reden, sagte Schmidt. Es sei relativ klar, dass Spieler, die wenig Einsatzzeiten gehabt hätten, sich mit Wechselgedanken tragen würden. Das gelte auch für Niki Zimling oder Christoph Moritz. „Ich wäre nicht überrascht, wenn einer dieser Spieler wegen einer Ausleihe kommen würde. Ich will es nicht ausschließen, aber es ist nichts konkret.“ Nach der Verpflichtung von Giulio Donati sei im Übrigen ein weiterer Zugang im Kader nicht geplant in der noch verbleibenden Transferzeit.

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