Grundlagenarbeit im kleinen Kreis

Jörg Schneider. Mainz.
Trainingsauftakt am Bruchweg in einer Woche, in der sich die Reihen beim FSV Mainz 05 mal wieder reichlich gelichtet haben. Der halbe Kader des Bundesligisten hat sich zu den jeweiligen Nationalmannschaften verabschiedet. Kasper Hjulmand macht aus der Not eine Tugend und arbeitet mit den verbliebenen Profis viel individuell und in Minigruppen. Der Trainer muss dabei weiterhin auf Christoph Moritz verzichten. Auch Daniel Brosinski hat seit dem 0:0 in Leverkusen verletzungsbedingt Trainingspause.

Gerade mal zwölf Feldspieler groß ist die Trainingsgruppe des FSV Mainz 05 am Dienstag. Foto: Jörg SchneiderNicht viel los am Bruchweg an diesem Dienstagmorgen. In der Stadt toben ausgelassen die Fassenachter, auf dem Trainingsrasen des FSV Mainz 05 quält sich ein Dutzend Fußballprofis durch eine  90-minütige Arbeitseinheit. Eine Spaßveranstaltung ist das nicht, sich bei diesem feucht-kalten Herbstwetter in einer extrem reduzierten Trainingsgruppe konzentriert und hingebungsvoll dem umfangreichen Programm zu widmen, das Kasper Hjulmand zum Wochenauftakt für die Daheimgebliebenen vorbereitet hat. Denn die Themen sind zwangsläufig immer wieder dieselben,  nach den Erfahrungen aus dem 0:0 am Wochenende bei Bayer Leverkusen trotzdem allerdings top-aktuell. Umschaltspiel, Passspiel durch die Linien, Laufwege und möglichst versuchen, den Ball im Tor unterzubringen. Nichts Neues, doch genau da lag das Manko der 05er in der BayArena.

„Es ist natürlich schwierig, solche Themen bis zum nächsten Bundesligaspiel zu verbessern, wenn so viele Spieler nicht da sind, und wir am Ende gerade mal in einer Trainingseinheit vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg komplett sind“ sagt der 05-Trainer „Aber die Spieler, die hier sind, können daran arbeiten. Alle brauchen auch diese zwei Wochen, um sich weiter mit den Grundlagen zu beschäftigen“ Die Grundlagen sind zum einen die Defensivorganisation und das gesamte Verteidigungsverhalten. Vor allem aber das Mainzer Klassik-Thema: Übergang vom Aufbau ins Angriffsspiel. Das, was auf den 20 Metern vor dem Tor passiert. Und das war nicht viel in Leverkusen.

Niko Bungert (links) sucht den Passweg im Trainingsspiel. Foto: Jörg Schneider„Wir haben uns in dieser Beziehung schon verbessert“, sagt der Däne, „aber wir brauchen einfach mehr Sicherheit und Vertrauen im Spiel nach vorne. Lösungen. Zusammenhänge und Struktur.“ Das gilt auch für die Abwehr. Gut für Hjulmand, dass er die Innenverteidiger alle zur Verfügung hat. „Die können ebenfalls viel an den Prinzipien arbeiten.“ Das Ganze läuft viel individuell ab, immer wieder mit Gesprächen. Dazu arbeiten kleinere Gruppen an Details. „Es  geht auch darum, die Rollenverteilung der Spieler zu definieren mit klaren Trainingszielen. Jedem aufzuzeigen, das ist seine Rolle. Das kann er daraus machen“, erklärt Hjulmand. „Wir haben nach dieser Pause sechs Spiele in vier Wochen. Dafür brauchen wir alle Spieler. Alle müssen bereit sein.“

Im Moment ist es bei zwei 05-Profis nicht weit her mit der Bereitschaft. Daniel Brosinski hat sich im Spiel bei Bayer Leverkusen eine Muskelverletzung am hinteren Oberschenkel zugezogen und darf drei Tage lang nicht auf den Platz. Der Rechtsverteidiger absolviert ein Reha-Programm und arbeitet im Kraftraum. Brosinski musste deshalb in der Schlussphase ausgewechselt werden. Und auch Christoph Moritz ist immer noch nicht zurück im Training. Der Mittelfeldspieler plagt sich seit geraumer Zeit mit Rückenproblemen, die bislang fußballspezifische Drehungen auf dem Platz nicht möglich machen. „In ein paar Tagen wissen wir mehr“, sagt Hjulmand. Für Donnerstag sei eine neue Untersuchung der Problematik angesetzt. „Eine Prognose können wir nach wie vor nicht treffen.“

Dass Sami Allagui in Mainz mit dem Kader trainiert, anstatt für die tunesische Nationalmannschaft zu spielen, will der 05-Trainer nicht groß kommentieren. „Das ist seine Entscheidung“, sagt Hjulmand. Allagui hatte in der vergangenen Woche bekanntlich seinen Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt gegeben. Der Stürmer will sich verstärkt auf seine Position im Team konzentrieren. „Ein Spieler macht, was am besten für ihn ist“, sagt der Däne. „Für uns ist es gut, dass wir mit ihm hier weiter daran arbeiten können, seine Rolle bei uns klarer zu definieren. Manchmal ist es aber auch gut für einen Profi, sich bei der Nationalmannschaft neue Impulse und neue Energie zu holen.“

Torwarttrainer Stephan Kunert muss dieser Tage komplett ohne seine Profi-Besetzung arbeiten. Loris Karius ist bekanntlich nachnominiert worden für die Spiele der deutschen U21-Nationalmannschaft. Stefanos Kapino ist zu seinem griechischen Team gereist. Kuhnert trainierte am Dienstag mit Yannik Huth und Bernhard Hendl von der U23 der 05er. Robin Zentner ist nach seiner Meniskusoperation noch in der Reha.

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