Guter Auftakt unter optimalen Bedingungen

Jörg Schneider. Grassau.
Der FSV Mainz 05 hat am Montag sein einwöchiges Trainingslager in Grassau am Chiemsee bezogen und am Nachmittag gleich die erste harte Einheit bei hochsommerlichen Temperaturen absolviert. Sandro Schwarz war begeistert von den Bedingungen, die der Bundesligist, dort vorfindet. Was allerdings nicht anders zu erwarten war. Das deutsche U21-Nationalteam hat sich in Grassau den Schliff für den Gewinn des EM-Titels geholt. Guter Platz, kurze Wege vom Hotel zum Rasen. Das sei optimal, lobte der 05-Trainer. „Alles gut. Ein guter Beginn. Ein guter erster Tag.“

Trainingsauftakt in Grassau: 05-Trainer Sandro Schwarz lobt die äußeren Bedingungen im Trainingslager der kurzen Wege und das Engagement seiner Profis in der Ersten Einheit. Foto: Jörg SchneiderDie Frage nach der Qualität der Trainingsbedingungen erübrigte sich eigentlich nach der ersten Einheit des FSV Mainz 05 am späten Montagnachmittag tief unten in  Bayern. Das Gelände, das der SV Grassau dem Bundesligisten eine Woche lang zur Verfügung stellt, ist vom Feinsten. Das wusste Sandro Schwarz schon vorher und das war ausschlaggebend für die Wahl des Örtchens im bayerischen Voralpenland, wenige Kilometer vom Chiemsee entfernt. Axel Busenkell, der Reha-Coach der 05er, konnte das aus eigener Erfahrung seinem Cheftrainer ebenso bestätigen, wie Levin Öztunali. Denn Busenkell und der 05-Profi waren Teil der Erfolgs-Delegation der deutschen U21-Nationamannschaft, die sich in Grassau auf die EM vorbereitete und bekanntlich als gefeierter Titelträger nach Hause kam.

Ob der Geist von Grassau auch die 05er zu besonderen Taten beflügelt, muss sich zeigen. An den Trainingsvoraussetzungen und allem Drumherum sollte es nicht scheitern. Drei erstklassige Rasenplätze reihen sich auf der Anlage, die fußläufig vom Mannschaftshotel erreichbar ist, aneinander. Zwei davon haben die 05er schon genutzt. Einen für Koordination, Spezialtraining und für die Torhüterarbeit. Auf dem Hauptplatz zieht der Coach seine Spielformen mit dem Team durch. „Ich bin rundum zufrieden“, sagte Schwarz nach den ersten Stunden vor Ort. „Der Platz ist gut. Wir haben ein sehr gutes Hotel, kurze Wege zum Trainingsplatz. Das ist optimal für uns. Alles gut“, schwärmte der Coach. Und auch die erste Trainingseinheit schien dem 38-Jährigen gefallen zu haben. „Da war viel Aggressivität drin, gute Sachen im Vorwärtsspiel. Insgesamt ein guter Beginn, ein guter erster Tag.“

Am Morgen war der Bundesligist von Frankfurt nach Salzburg geflogen und dort vom Mannschaftsbus, der am Vortag schon voraus gefahren war, abgeholt worden. 20 Feldspieler hat Schwarz mit dabei. Dazu drei Torhüter. Bis auf die verletzten Niko Bungert und Florian Müller waren zum Auftakt auch alle Spieler auf dem Platz. Bungert, so der 05-Trainer, soll in der Aufbauphase vielleicht Ende des Trainingslagers oder nächste Woche einsteigen. Schwarz hat den Kapitän dennoch mitgenommen. „Es ist wichtig, dass er in der Gruppe ist. Und die Dinge, die er machen kann, kann er auch hier vor Ort machen. Bei Gbamin, Bussmann und Hack ist es besser, dass sie es zu Hause machen.“ Das Trio sowie Emil Berggreen sind bekanntlich nicht dabei.

Debüt von Abdou Diallo

Gerrit Holtmann, Leon Balogun und Viktor Fischer absolvierten am ersten Tag nur eine leichte Einheit mit dem Reha-Coach. Die übrigen 05er begannen ihre Arbeitswoche mit Vollgas. Auch Abdou Diallo, der Neuzugang auf der Innenverteidigerposition. Der 21-Jährige zeigte sich wissbegierig auf dem Rasen, gleichzeitig aber auch selbstbewusst und zeigte ein gelungenes Passspiel aus der Abwehr heraus. Der 05-Trainer wollte das Debüt des Franzosen nicht so hoch hängen. „Man hat gesehen, dass er eine gute Spieleröffnung hat, aber das wussten wir ja schon vom Scouting.“

Ab Dienstagmorgen (10 Uhr) steht bei den 05ern in Grassau Anlaufverhalten auf dem Übungsprogramm. Vormittags noch in kleinen Gruppen, am Nachmittag in größeren Gruppen. „Das heißt aber nicht, dass die anderen Schwerpunkte wie Positionsspiel beendet sind. Das muss alles fließend ineinander übergehen. Mit dem Anlaufverhalten haben wir uns auch schon letzte Woche beschäftigt mit Videosequenzen. Ebenso wie mit der 0:2-Niederlage in Wiesbaden“, erklärt Schwarz. Dazu kommt der Schliff an der Spielidee in den Offensivaktionen. „Wenn du das Video siehst gegen Wiesbaden, dann wird deutlich, dass wir ohne Frage zu wenig nach vorne in die Box gespielt haben. Dennoch war in den einzelnen Aktionen ein klares Muster zu erkennen. Das ist dann noch einmal ein Extraprogramm, aber das muss man sich nicht wie in der Schule vorstellen, erst das Thema,  dann das nächste. Wir haben heute in Grassau vor dem ersten Training die Video-Analyse gemacht, wie man mit viel Ballbesitz umgeht und dann gleichzeitig die guten Laufwege hat. Es wird Trainingsformen geben, in denen wir das alles noch einmal extra einfließen lassen.“

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