Halimi ausgeliehen, Nedelew geht endgültig

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 verleiht den 22-jährigen Offensivspieler Besar Halimi für ein Jahr ohne Kaufoption an den dänischen Vizemeister Bröndby Kopenhagen. Für Todor Nedelew ist dagegen das Kapitel Mainz 05 abgeschlossen. Der Bulgare verlässt den Bundesligisten endgültig und wechselt mit sofortiger Wirkung zurück zu Botew Plowdiw. Mainz 05 behält Transferrechte am Spieler. Am Bruchweg verfügte Nedelew ursprünglich noch über einen Vertrag bis 2018.

Besar Halimi spielt nun ein Jahr für den dänischen Vizemeister Bröndby Kopenhagen. Foto: ImagoEine Woche Vorspielen im Probetraining hat die Dänen wohl überzeugt: Besar Halimi spielt in der kommenden Saison für den dänischen Vizemeister Bröndby Kopenhagen. Der 1. FSV Mainz 05 verleiht seinen Offensivspieler für ein Jahr ohne Kaufoption. In der vergangenen Saison war Halimi in Mainz nur in der dritten Liga zum Einsatz gekommen.

Der 22-Jährige, der im Profikader des Bundesligisten, annähernd keine Rolle gespielt hat, war in der vergangenen Woche zum Probetraining nach Kopenhagen gereist. Am Montag nun vermeldete Rouven Schröder, dass die Ausleihe perfekt ist. „Wir freuen uns, dass Besar die Chance auf Spielpraxis auf hohem Niveau erhält. In Kopenhagen hat er sogar die Gelegenheit in der Europa League zu spielen. Wir werden seine Entwicklung dort genau beobachten, da wir nach wie vor von seinem Talent überzeugt sind“, sagt der 05-Sportdirektor.

Halimi kam 2015 von den Stuttgarter Kickers zu Mainz 05, wurde aber sofort in seine Heimatstadt Frankfurt zum damaligen Zweitligaklub FSV ausgeliehen. Dort war der Nationalspieler Kosovos mehr oder weniger Stammspieler, nicht jedoch der erhoffte Leistungsträger. Als er ein Jahr später tatsächlich am Bruchweg auftauchte, saß Halimi schnell nicht einfach nur ein bisschen zwischen den Stühlen. Denn den einen Stuhl hatte der Verein weggetragen, den anderen hatte der Mittelfeldspieler umgeworfen. In den ersten neun Spielen stand er immerhin zweimal im Kader. Anschließend war er in zwei von drei Wettbewerben, an denen die 05er teilnahmen, nicht spielberechtigt. In den 25 Mann starken Kader für die Europa-League-Gruppenphase hatten die 05er den Frankfurter nicht aufgenommen.

In der Bundesliga kam eine mysteriöse Sperre dazu, die Folge einer mutmaßlichen Tätlichkeit im Drittligaspiel gegen Rot-Weiß Erfurt. Obwohl Halimi im Sommertrainingslager in Italien als Wochengewinner gegolten hat - ebenso wie José Rodríguez, der sich ebenso wenig durchsetzte - ging nach der Sperre keine Tür mehr für ihn auf. Selbst im Drittligateam war er lange nicht mehr gefragt, erst in der Schlussphase der Saison war er ein wertvoller Leistungsträger für den heutigen Chefcoach Sandro Schwarz.

Bröndby ist aktueller dänischer Vizemeister, mit deutlichem Rückstand auf den Lokalrivalen FC Kopenhagen, für den der Ex-05er Pierre Bengtsson künftig spielen wird. Die Dänen trainieren bereits wieder, da ihre neue Saison schon Mitte Juli anfängt, fünf Wochen vor der Bundesliga.

Für Todor Nedelew ist dagegen das Kapitel Mainz 05 abgeschlossen. Der Bulgare verlässt den Bundesligisten endgültig und wechselt mit sofortiger Wirkung zurück zu Botew Plowdiw. Mainz 05 behält Transferrechte am Spieler. Am Bruchweg verfügte Nedelew ursprünglich noch über einen Vertrag bis 2018. Der 22-Jährige kam im Winter 2013/14 nach Mainz; die 05er hatten die Verpflichtung bereits ein halbes Jahr vorher klar gemacht, aber den Spieler noch ein paar Monate in Bulgarien spielen lassen. In der Bundesliga setzte sich der Mittelfeldspieler überhaupt nicht durch: Im ersten halben Jahr stand er zweimal im Kader und wurde jeweils eingewechselt, in den vergangenen Spielzeiten schaffte er es nur viermal auf die Bank und nie auf den Platz; es lag an Verletzungen, an Integrationsproblemen, auch an der Beschränkung auf 18 Kaderspieler. Etwas erfolgreicher war Nedelew in der zweiten 05-Mannschaft; in drei Regionalligaspielen trug er nicht wesentlich zum Aufstieg in die 3. Liga bei; seitdem schoss er in 15 Spielen zwei Tore und bereitete drei vor. „Todor hat in Bulgarien in der abgelaufenen Saison gute Leistungen gezeigt, trotzdem passt er bei uns nicht in die Kaderplanungen für die kommende Saison. Deswegen ist es sinnvoll, die Zusammenarbeit endgültig zu beenden. Wir wünschen ihm für seine weitere Karriere alles Gute“, sagt Schröder.

 

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