Heidel: Baumgartlinger hat Anführer-Mentalität

Jörg Schneider. Mainz.
Die Anzeichen hatten sich seit dem Wochenende verdichtet, jetzt hat auch der FSV Mainz 05 die Geschichte offiziell gemacht: Julian Baumgartlinger hat am Dienstagabend seinen Vertrag beim Bundesligisten verlängert. Und zwar um vier weitere Jahre. „Das ist ein klares Zeichen, wie Julian zu diesem Klub steht“, sagt Christian Heidel. „Ich freue mich sehr. Das ist auch eine Auszeichnung für Mainz 05.“ Das Bleiben des Österreichers am Bruchweg ist zudem ein Signal, dass die 05-Profis den unter Martin Schmidt eingeschlagenen Weg mitgehen wollen.

Nach Yunus Malli (links) hat nun auch Julian Baumgartlinger seinen Vertrag am Bruchweg verlängert. Auffallend dabei: Der Österreicher unterschrieb für vier Jahre.Der Manager des FSV Mainz 05 legt Wert auf die Feststellung, dass die Verhandlungen mit Julian Baumgartlinger nichts mit Zockerei oder Poker zu tun hatten. Obwohl sich die Geschichte um die nun vollzogene Vertragsverlängerung des Österreichers seit Wochen hingezogen hat und ein öffentliches Thema war. „Das war eine Grundsatzentscheidung des Spielers“, sagt Christian Heidel. Ein Prozess, der seine Zeit gebraucht habe. „Wir waren uns schon lange über die Konditionen einig. Wir haben seit Wochen nicht mehr über Geld gesprochen. Baumi hat Zeit gebraucht, um für sich ganz klar zu werden. Diese Zeit haben wir ihm gegeben. Ich hatte das Gefühl, je länger es gedauert hat, desto größer wurden unsere Chancen. Ich glaube auch, es hat ihm imponiert, dass wir ihn nicht unter Druck gesetzt haben.“

Baumgartlinger habe sich in Ruhe überlegen müssen, ob er das Vertraute in Mainz vorziehen solle, die Sicherheit und Anerkennung, die der Nationalspieler im Klub genieße, oder ob der Profi es noch einmal anderswo versuchen solle. Möglichkeiten dazu gab es offenbar genügend. Eine Menge der Klubs, die sich auf einem ähnlichen Level wie die 05er bewegen, waren an Baumgartlinger interessiert. Immer wieder sickerten solche Bekundungen von Hannover 96, Eintracht Frankfurt, Werder Bremen oder des 1. FC Köln durch. „Dass Julian nun verlängert, ist auch eine Auszeichnung für uns als Verein“, sagt der Manager. „Dass wir es schaffen, Spieler mit auslaufenden Verträgen für Mainz zu gewinnen. Wir können mittlerweile dagegenhalten mit dem, was wir als Klub zu bieten haben. Seit einigen Jahren ist es doch so, wenn einer unserer Spieler wechselt, dann geht er von uns zu einem der großen Klubs.“

"Das ist ein klares Zeichen, wie er zu diesem Klub steht"

Auffallend an dieser Vertragsverlängerung ist die lange Laufzeit, Baumgartlinger unterschrieb für vier weitere Jahre am Bruchweg. „Das ist ein klares Zeichen, wie er zu diesem Klub steht. Das freut mich sehr“, sagt Heidel. „Die vier Jahre sind eine Entscheidung des Spielers. Wir waren da in der Laufzeit sehr flexibel. Von zwei bis vier Jahren war alles drin.“ Der Österreicher entschied sich für ein langfristiges Engagement.  

„Bei Mainz 05 bin ich zum Führungsspieler gereift und die Verantwortung, die diese Rolle mit sich bringt, will ich hier auch in den kommenden vier Jahren übernehmen“, ließ der Profi per Pressemitteilung des Vereins verlauten. „Ich fühle mich im Verein, in der Mannschaft und in der Stadt sehr gut aufgehoben. Diese Entscheidung war eine sehr wichtige für mich, deshalb wollte ich mir ausreichend Zeit geben, um sie zu treffen. Jetzt freue ich mich darauf, gemeinsam mit Mainz 05 unsere sportliche Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben.“

Die Tatsache, dass mit Yunus Malli und Julian Baumgartlinger nun zwei Leistungsträger verlängert haben, ist auch ein Signal für die Zukunft. „Wenn ich in den vergangenen Wochen die Meinungen verfolgt habe, stand doch die Auflösung des Klubs unmittelbar bevor“, sagt Heidel. „Aber es ist nichts passiert und es sind noch alle da. Ein klein wenig kenne ich mich auch aus in diesem Geschäft.“ Malli sei ein Spieler mit großem Potenzial, von dem noch einiges zu erwarten sei. Baumgartlinger sei ein Führungsspieler. „Vielleicht ist er der Führungsspieler in der Mannschaft, einer mit Anführer-Mentalität. Solche Spieler brauchen wir, die sind extrem wichtig für die Zukunft.“

Baumgartlinger gehöre zu den großen Stützen der Mannschaft, fußballerisch und auf dem Platz vor allem mit seiner enormen physischen Präsenz, seinem Laufvermögen, aber auch als Persönlichkeit. Mit seiner aufopferungsvollen Spielweise sei er ein prägendes Gesicht des 05-Teams. Der heute 27-Jährige war 2011 von Austria Wien nach Mainz gewechselt und hat seither 91 Bundesligaspiele für die 05er bestritten.

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