Heidel: Entscheidung bis Ende Februar

Jörg Schneider. Marbella.
Die Entscheidung darüber, ob Christian Heidel dem FSV Mainz 05 den Rücken kehrt und zum FC Schalke 04 wechselt, soll bis Ende Februar feststehen. Das erklärte der Manager des Bundesligisten im Trainingslager in Marbella. Innerhalb der nächsten zwei Monate müsste eine mögliche Nachfolge-Situation so konkret geregelt sein, dass er entscheiden könne, ob für ihn ein Wechsel möglich sei, sagte der 52-Jährige. „Die Entscheidung, ob ich gehe und wann dies irgendwann der Fall sein könnte, kann erst dann fallen, wenn eine Alternative da ist und aufgebaut ist.“

Das Handy immer im Blick: Christian Heidel beschäftigt sich auch in Marbella mit einer möglichen Nachfolge-Regelung auf seiner Manager-Position. Foto: Jörg Schneider Christian Heidel arbeitet in diesen Tagen in Marbella viele Termine ab. Der Manager steht täglich am Trainingsplatz im Marbella Football Center und beobachtet die Trainingsarbeit seiner Fußballprofis vom FSV Mainz 05. Der 52-Jährige pflegt sein Netzwerk, trifft Agenten und Berater, arbeitet weiterhin an der Kaderplanung des Bundesligisten, in der sich die Ausleihe von Todor Nedelew oder ein Wechsel von Niki Zimling anbahnt, dazu möglicherweise auch noch ein Winter-Transfer, um die Mannschaft zu verstärken. Und da gibt es ja dann auch noch die Journalisten, die das 05-Team im Trainingslager begleiten und die natürlich immer wieder nachfragen, ob es eine neue Entwicklung gibt, das Thema Nummer eins betreffend. Ob und wann der Manager seinen Chefsessel am Bruchweg aufgibt und zum FC Schalke 04 wechselt. Oder ob sich der Manager doch für ein Bleiben entscheidet.

Die Antworten fallen meist gleich aus. „Ich kann ja nicht mehr sagen, als dass ich weiterhin alles dafür tun werde, dass alles in geordneten Bahnen gelenkt wird, unabhängig davon, ob mit mir oder ohne mich“, sagt Heidel. „Dass der Verein sich für die nächsten zehn, 20 Jahre neu aufstellen muss, ist ein Thema, das auch von mir immer forciert wurde. Dass ich dabei eine besondere Rolle spiele, ist auch klar.“ In Marbella ist Heidel nun aber doch konkreter geworden und hat angekündigt, dass in absehbarer Zeit die Entscheidung falle, ob sein Wechsel möglich sei oder nicht. „Das muss innerhalb der nächsten zwei Monate geschehen“, sagt der 52-Jährige der nullfünfMixedZone.

„Im Moment kann ich mich nicht entscheiden“, sagt er. „Die Entscheidung, ob ich gehe und wann dies irgendwann der Fall sein könnte, kann erst dann fallen, wenn eine Alternative da ist und aufgebaut ist.“ Die Alternative würde so aussehen, dass Heidels Job auf mehreren, am besten zwei, Schultern verteilt werde. Dem Manager selbst schweben da ein Sportdirektor sowie ein Finanzfachmann vor, die seine bisherigen Aufgaben erledigten. Ein Sportdirektor müsse dann unbedingt aber schon im Laufe der Rückrunde kommen, um von Heidel instruiert und eingearbeitet zu werden. „Es kann für eine solche Position keine Probephase geben, wenn’s zählt, sondern vorher.“

An dieser Sache werde zurzeit im Klub gearbeitet. Heidel nennt das die Situation A. Die müsse komplett geregelt sein. Und zwar in jedem Fall. Auch wenn er sich zum Bleiben entschließe. Der Job, wie er ihn bisher bei Mainz 05 betrieben habe, sei in seiner Komplexität im Grunde nicht zukunftstauglich. „Die Aufgabe gibt es so nicht mehr“, sagt der Manager und meinte damit seine Stellenbeschreibung oder die wie von Leuten wie Uli Hoeneß oder Willi Lemke, die sowohl das kaufmännische wie das Sportliche selbst bewerkstelligten. „Diese Situation A muss geregelt sein und wird intern geregelt, auch wenn ich bleibe und im Endeffekt ein paar Dinge abgegeben müsste.“

Alleine davon sei die sogenannte Situation B abhängig. „Dieses B muss dann so reizvoll sein und so gut, dass, wenn A bei uns stimmt, ich mich dafür oder dagegen entscheide“, sagt Heidel. Dass B, also Schalke 04, diese Geschichte überhaupt mitmache, sei schon eine Sensation. „Wenn die das nicht mehr mitmachen, ist das Ganze sowieso vorbei“, betont der Manager.

Heidel macht nach wie vor keinen Hehl daraus, dass ihn diese Geschichte im Ruhrpott in vielerlei Hinsicht ungemein reize, dass er aber auch keine Trübsal blasen würde, sollte der Deal nicht zustande kommen und der 52-Jährige in Mainz bleiben würde. „Wenn das nicht klappt, bin ich auch nicht unglücklich. Das gebe ich offen zu. Ich weiß, dass dies eine Luxus-Situation ist, in der ich mich befinde.“

Das Wichtigste bei allem, sagt der 52-Jährige, sei jedoch, dass die gute Gesamtsituation, in der sich Mainz 05 sportlich wie wirtschaftlich befinde, auch in Zukunft Bestand habe - ob mit oder ohne Heidel. „Wir sind im Verein in der Verantwortung, den Klub vernünftig und erfolgversprechend aufzustellen. Im Moment herrscht etwas der Eindruck, dass Mainz 05 für seine Struktur kritisiert wird. Aber wir sind mit dieser Struktur ein Vorbild für viele und haben im Endeffekt damit nicht so viel falsch gemacht. Trotzdem muss das, was 20 Jahre lang richtig war, nicht weitere 20 Jahre lang richtig sein.“ In den bestehenden Formen könne es auf absehbare Zeit sicher nicht weitergehen. Eine Umstrukturierung sei unumgänglich. Neue Leute, auch aus dem eigenen operativen Geschäft,  müssten mit in die Verantwortung, Personen und Funktionen gefunden werden, um den Verein für die nächsten Jahre zu festigen.

Dass dies eine spannende Aufgabe ist, weiß Heidel. Zumal der Manager so etwas wie die Triebfeder des Ganzen war und ist. „Doch das sind Dinge, die wir nicht in der Öffentlichkeit diskutieren können. Das muss jeder verstehen. Der Prozess läuft hinter den Kulissen. Wir stehen alle im Vorstand in der Pflicht, das gut zu machen und hinzukriegen. Und ich kann nur noch einmal betonen, mein Kopf ist nirgendwo anders als bei Mainz 05.“

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