Heidel schließt Okazaki-Verlängerung nicht aus

Jörg Schneider. Mainz.
Mit dem tobenden Abstiegskampf am letzten Bundesliga-Spieltag hat der FSV Mainz 05 nichts zu tun. Die Mannschaft von Martin Schmidt fährt unbelastet aller Sorgen zum Finale nach München und ist laut Christian Heidel auch für die kommende Saison gut aufgestellt. Bis auf Shinji Okazaki und Niko Bungert sind alle aktuellen 05-Profis noch mindestens zwei Jahre an den Verein gebunden. Der 05-Manager kündigte unterdessen Gespräche mit Bungert über eine vorzeitige Verlängerung an. Auch mit dem Japaner? „Möglich ist alles“, sagt Heidel.

Hiergeblieben: Ob es möglich ist mit Shinji Okazaki über eine vorzeitige Vertragsverlängerung zu reden? "Alles ist möglich", sagt Christian Heidel.Ein sicheres Polster auf die Gefahrenzone nach dem vorletzten Bundesliga-Spieltag. Das war die Mission, auf die sich der FSV Mainz 05 in dieser Rückrunde begeben hat und auf die alle Maßnahmen, die der Klub seit der Winterpause getroffen hat, ausgerichtet waren. Der Plan ist aufgegangen. Nach München zu fahren und zum Saisonabschluss unbelastet von Punktezwängen aufspielen zu können. Dieses Vorhaben hat funktioniert.

„Jetzt freuen wir uns alle auf das Spiel beim FC Bayern und dass wir dort nicht mehr zittern müssen“, sagt Christian Heidel. 40 Punkte nach 33 Spielen mit einem beruhigenden Blick auf den tobenden Abstiegskampf, das empfindet der 05-Manager als große Leistung aller Beteiligten. „Im Januar oder Februar war die Stimmung bei uns und in der Stadt doch so, dass wir gefühlt schon abgestiegen waren“, erinnert sich Heidel. „Wenn man nun sieht, wer sich da unten alles vergnügt an diesem letzten Spieltag, dann sind wir alle stolz darauf, dass wir wieder nichts damit zu tun haben. So, wie wir es geregelt haben, war es am Ende eigentlich wieder eine Saison ohne die richtigen Abstiegssorgen, weil wir immer etwas Vorsprung hatten auf die Abstiegsplätze.“

Wenn auch dieser Abstand zeitweise gefährlich gering und es am Ende immer extrem eng war für die 05er, sie haben diese komplizierte Spielzeit doch unbeschadet überstanden und gehen nach dem Sieg gegen den 1. FC Köln mit einem guten Gefühl in die sportliche Zukunft. „Deswegen glaube ich“, sagt Heidel, „dass uns insgesamt dieser Umbruch mit einem Trainerwechsel nach fünf Jahren ganz gut gelungen ist. Auch wenn wir einen Umweg genommen haben, sind wir doch da angekommen, wo wir hinwollten.“

Dafür war allerdings ein weiterer Trainerwechsel notwendig. „Wir waren sicher, dass wir mit Martin Schmidt den passenderen Weg nehmen würden als dies mit Kasper Hjulmand möglich gewesen wäre. Aber natürlich wird niemand je beweisen können, ob es mit Kasper nicht auch geklappt hätte. Wir mussten jedoch eine Entscheidung treffen.“ Eine Entscheidung, die nicht nur den vorzeitigen Klassenverbleib brachte, sondern auch zumindest eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Der 05-Manager macht keinen Hehl daraus, dass Julian Baumgartlinger Anfang des Jahres nicht bereit war, sich wie jetzt erfolgt, an den Klub zu binden. Schon gar nicht vier Jahre lang.

Nahezu optimale Vertragssituation

Die Planungssicherheit ist im Prinzip schon seit dem Heimsieg gegen den FC Schalke 04 gegeben. „So etwas wie im vergangenen Jahr, als es erst im August richtig los ging mit der Kadergestaltung, werden wir nicht mehr erleben“, sagt der Manager. „Wir haben die Hoffnung und den starken Glauben, dass wir mit der Mannschaft, die demnächst die Vorbereitung bestreitet, auch in die Saison gehen.“ Er habe im Moment keinen Anlass zur Annahme, dass Johannes Geis und Shinji Okazaki dann nicht mehr dabei seien.

Heidel ist jedoch ein alter Fuhrmann in diesem Geschäft und weiß, dass in beiden Fällen das letzte Wort nicht gesprochen ist. Wenn die Angebote konkret werden und die Kohle stimmt, dann werden die beiden begehrten Leistungsträger in der Sommerpause wechseln. Dann aber muss dabei so viel an Ablösesumme herausspringen, dass der Manager am Plan B arbeiten kann. Den hat der 51-Jährige, sagt aber auch, er mache das nur, er lasse die Spieler nur gehen, wenn er bis dahin gut vorbereitet sei. Im Klartext: Wenn Ersatz in Sicht ist und parat steht.

Sein Wunsch sei es aber, diese eingespielte Mannschaft mit ein paar Veränderungen und gezielten Verstärkungen erneut an den Start zu bringen. „Bis auf Niko Bungert und Shinji Okazaki läuft bei keinem Spieler 2016 der Vertrag aus. Das ist ein Riesenvorteil. Dass wir mindestens zwei Jahre mit den Profis planen können.“ Bei Gonzalo Jara dessen Vertrag im nächsten Jahr endet, hat der Klub die Option auf ein weiteres Jahr. Heidel kündigte unterdessen an, dass er mit Bungert relativ zügig über eine vorzeitige Verlängerung reden möchte. „Denn Niko ist ein sehr wichtiger Spieler für uns.“ Einer, der ähnlich wie dessen nun verabschiedeter, langjähriger Nebenmann Nikolce Noveski die totale Identifikation mit dem Verein vorlebt. Der Innenverteidiger spielt inzwischen auch schon sieben Jahre lang für Mainz 05. Auf die Frage, ob es möglich sei, auch mit dem Japaner über eine vorzeitige Verlängerung zu reden, antwortet Heidel kryptisch: „Möglich ist alles.“

„Wir gehen nach dem Bayern-Spiel in jedem Fall mit einem guten Gefühl in die Pause. Denn wir sind für die nächste Saison gut aufgestellt. Das gibt uns viel Optimismus“, erklärt der 05-Manager.  

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