Heidel: Spielerverkäufe finanziell nicht notwendig

Jörg Schneider. Mainz.
Christian Heidel dementierte am Donnerstag eine Pressemeldung, dass Julian Baumgartlinger seinen Vertrag beim FSV Mainz 05 verlängert habe. Der Österreicher habe weder verlängert, noch ein mündliches okay gegeben. Dasselbe gelte auch für Yunus Malli, betonte der 05-Manager vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart. Außerdem sagte Heidel, dass sich der Klub derzeit nicht mit der Thematik Johannes Geis und Shinji Okazaki befasse. Es gebe keine finanzielle Notwendigkeit, die Leistungsträger zu verkaufen.

Die Personalplanungen von Christian Heidel und Martin Schmidt für die neue Saison sind nicht davon abhängig, dass die 05er Leistungsträger verkaufen. Das sagte der Manager am Donnerstag. Foto: Jörg SchneiderDas war dann doch wohl ein wenig voreilig. Das Fachmagazin „Kicker“ hatte am Morgen gemeldet, dass Julian Baumgartlinger beim FSV Mainz 05 bleibe und seinen Vertrag entsprechend verlängert habe. „Vielleicht wissen die ja mehr als ich“, sagte Christian Heidel in der Pressekonferenz des Bundesligisten vor dem Spiel beim VfB Stuttgart. „Fakt ist, dass Baumgartlinger nicht verlängert hat und es auch von ihm kein mündliches okay gibt. Das gilt genauso für Yunus Malli“, erklärte der 05-Manager. Er habe zwar gesagt, dass man in beiden Fällen auf der zeitlichen Zielgeraden sei, aber noch gebe es keine Entscheidung. Heidel schloss zudem aus, dass heute noch etwas in dieser Hinsicht passieren werde.

Der Manager erklärte außerdem, dass alle Spekulationen um einen möglichen Weggang von Johannes Geis und Shinji Okazaki derzeit die Grundlage fehle. „Ich habe nie gesagt, dass Spieler von uns unverkäuflich sind, aber ich sage, es gibt  bei uns keinerlei finanzielle Notwendigkeit Geis zu verkaufen.“ Er sehe auch, was in den Medien besonders zum Thema Geis geschrieben und gesagt werde, „wenn aber alle, die sich angeblich für ihn interessieren, zu mir kommen, hätte ich viel Betrieb im Büro.“

Der Manager betonte, dass alle Planungen, die der Klub für die neue Saison angehe, auf der Basis von null Transfereinnahmen kalkuliert seien. „Wir müssen keinen Spieler verkaufen.“ Auch nicht den japanischen Torjäger. „Okazaki wird nicht gehen, wenn wir keine Idee haben, wie wir ihn ersetzen können.“ Im Moment gebe es diese Idee nicht. Der Verein lasse Okazaki auf keinen Fall gehen, wenn man sich nicht sicher sei, was man selbst wolle und was für den Klub möglich sei. „Ich kann nur sagen, wir befassen uns im Moment nicht mit dieser Thematik.“

Schmidt: Hier wächst etwas zusammen

Martin Schmidt hat bereits mehrfach betont, dass er davon ausgehe, dass sowohl Geis als auch Okazaki ihre Verträge in Mainz erfüllten. Er halte sich raus aus Vertragsverhandlungen, sagte der 05-Trainer und zerre auch nicht an den Leibchen der Spieler. „Meine Aufgabe ist es, die Arbeit hier so gut zu machen, dass Spieler sich überlegen, was sie hier haben und zum Entschluss kommen, dass sie das nicht so schnell aufgeben“, sagt Schmidt. Er wolle mit seiner Arbeit und seinem Training den Spielern eine Wohlfühl-Oase bieten, versuchen die Profis davon zu überzeugen, dass es etwas bedeute, hier in Mainz zu spielen. Der Schweizer sagte, er versuche gruppendynamische Instrumente einzusetzen. „Damit die Jungs sagen, hier wächst etwas zusammen. Hier wird etwas aufgebaut.“

Danny Latza, den ersten Neuzugang für die neue Runde, den die 05er am Mittwoch vom VfL Bochum anheuerten, hat dieser Ansatz anscheinend  überzeugt. Heidel betonte allerdings, dass diese Verpflichtung absolut nichts mit den Diskussionen um Geis zu tun hätte. „Latza ist kein Geis-Ersatz. Die Überlegungen, den Jungen zu holen, sind älter als alle Geis-Gerüchte“, sagte der 51-Jährige. „Wir wollen eine gewisse Anzahl an zentralen Mittelfeld-Spielern im Kader haben.“ Da der Klub davon ausgegangen sei, dass sich Elkin Soto zum Saisonende verabschiede, um noch einmal in Kolumbien zu spielen, sei Latza eher als Soto-Ersatz geplant gewesen.

Soto per SMS: Weniger Schmerzen

„Wir waren schon längere Zeit der Auffassung, dass Danny ein Typ ist, der gut zu unserer Spielweise passen würde“, erklärte Heidel. „Er gehört zu den auffälligsten Mittelfeldspielern der Zweiten Liga und hat viele Dinge, die wir brauchen.“ Es sei ja nicht das erste Mal, dass ein Spieler aus der Zweiten Liga nach Mainz komme, um hier den letzten Schliff für die nächst höhere Ebene zu kriegen, fügte der Coach hinzu.

Elkin Soto hatte sich im Übrigen während der Pressekonferenz per SMS aus dem Krankenhaus in Plattling bei Heidel gemeldet. Die Operation sei gut verlaufen, er habe jetzt weniger Schmerzen und es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, schrieb der 34-Jährige. Der Manager berichtete, der Hype um das spontane Vertragsangebot an den schwer verletzten Profi sei ihm unangenehm und zu viel gewesen. „Uns ging es selbstverständlich nur darum, dem Jungen in diesem Schock mögliche existenzielle Ängste zu nehmen. Dazu stehen wir. Es wird alles geregelt.“

Soto solle sich alles in Ruhe überlegen. „Er kann auch in vier oder sechs Wochen noch kommen und sagen, dass er den neuen Vertrag unterschreiben will“, sagte Heidel. „Er muss eine Entscheidung treffen, die für ihn und seine Familie am besten ist. Wir würden uns wünschen, wenn er bleiben und seine Reha in Ruhe hier machen würde.“

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