Heidel will Castillo und Polter

Jörg Schneider. Mainz.
150.000 Euro muss der FSV Mainz 05 als Nachschlag an den FC Basel zahlen, wenn der Bundesligist in diesem Monat wie beabsichtigt die Option für Joo-Ho Parks Vertragsverlängerung zieht. Unterdessen überlegt Christian Heidel Möglichkeiten, den verletzten Nicolás Castillo, dessen Ausleihvertrag ausläuft, auch in der neuen Saison am Bruchweg zu beschäftigen. Der Manager sprach vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen über die Situation der Leihspieler und bekräftigte, dass Sebastian Polter (derzeit Union Berlin) in den Kaderplanungen eine Rolle spielt.

Christian Heidel hat noch einmal bekräftigt, dass der FSV Mainz 05 in diesem Monat die Option bei Joo-Ho Park ziehen wird. Damit verlängert sich der Vertrag des Südkoreaners beim Bundesligisten um zwei weitere Jahre. „Wir machen da nicht viel Aufhebens von. Wir werden das zum gegebenen Zeitpunkt bekannt geben“, sagt der 05-Manager, der dann einen Nachschlag von 150.000 Euro an den FC Basel zahlen muss. 2013 war Park vom Schweizer Klub an den Bruchweg gewechselt. Einen Programmpunkt in seiner Kaderplanung kann der 05-Manager damit abhaken. Die Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung mit Julian Baumgartlinger und Yunus Malli laufen dagegen weiter, bisher ohne konkreten Abschluss.

Neben der parallel dazu laufenden Suche nach Verstärkungen für die neue Saison muss sich Heidel in den nächsten Tagen und Wochen auch um die Situation, jener Spieler kümmern, die Mainz 05 an andere Klubs für ein Jahr ausgeliehen hat. „Wir werden da mal Kontakt aufnehmen um zu ergründen, wie die Situation in den einzelnen Fällen aussieht“, sagt der Manager.

SSebastian Polter (links) spielt eine gute Saison bei Union Berlin und soll sich im Sommer wieder am Bruchweg zeigen. Foto: Jörg Schneiderebastian Polter (derzeit Union Berlin), Niki Zimling (Ajax Amsterdam), Julian Koch (FC St. Pauli), Chinedu Ede (Famagusta) und Dani Schahin (SC Freiburg) sind die Profis, um die es dabei geht. „Normalerweise gehe ich davon aus, dass alle Leihspieler ab 1. Juli einen Vertrag bei uns haben und wieder auf der Matte stehen“, sagt der 51-Jährige. „Aber bisher bin ich noch nicht in die Materie eingestiegen, habe noch keine konkreten Gespräche geführt. Dafür ist es im Moment noch zu früh.“ Da könne sich noch einiges entwickeln.

Fakt sei natürlich, dass ein Spieler wie Ede wisse, dass er keine Priorität habe in der Kaderplanung des Bundesligisten. Wie die eigenen Vorstellungen von Schahin, Zimling und Koch aussehen, müssten Gespräche zeigen. „Nach dem, was ich mitbekommen habe, fühlt er sich in Hamburg pudelwohl“, sagte Heidel über Koch, der beim Zweitligisten zum Leistungsträger aufgestiegen ist. St. Pauli und der Spieler könnten im Falle des Nichtabstieges Ambitionen auf einen dauerhaften Wechsel anmelden. „Ob Julian in die Dritte Liga mitgehen würde, weiß ich nicht.“ Die besten Karten für einen Platz im 05-Kader der neuen Saison hat Polter. Der Stürmer spielt eine gute Saison bei Union Berlin, hat bisher zehn Treffer für den Zweitligisten erzielt. Heidel bestätigte noch einmal, dass Polter auf jeden Fall zum Bruchweg zurückkehren und in den Kaderplanungen eine Rolle spielen solle.

Wesentlich schwieriger dürften die Überlegungen ausfallen, wie sich der Klub verhält im Falle der Profis, die Heidel für diese Saison ausgeliehen hat. Besonders in Sachen Nicolás Castillo. Dessen Ausleihe endet nach der Runde. Nun aber hat sich der Chilene in dieser Woche im Training schwerer verletzt und wird in dieser Spielzeit nicht mehr zum Einsatz kommen. „Das ist richtiges Pech. Der Junge war auf einem sehr guten Weg“, sagt der Manager, der es nicht für ausgeschlossen hält, dass der Klub den Spieler, der vom FC Brügge kam, weiter beschäftigt. Die 05er besitzen eine Kaufoption, die der Manager aber nicht zu ziehen beabsichtigt. „Da steht eine stattliche Ablösesumme hinten dran“, sagt Heidel. „Aber vielleicht gibt es Möglichkeiten zu verlängern, wenn alle Beteiligten das wollen. Eventuell kann man die Optionen ändern.“ Das müsse verhandelt werden mit den Belgiern.

Christian Heidel sucht nach Möglichkeiten den verletzten Nicolás Castillo in Mainz zu halten. Foto: Jörg SchneiderVom Gefühl her hat Heidel den Eindruck, dass sich Castillo in Mainz ähnlich entwickeln könnte wie Pablo De Blasis. Der Argentinier hatte in der Vorrunde keine Rolle gespielt, sich dann aber mit konstant guten Leistungen zum Stammspieler aufgeschwungen. Einen solchen Werdegang traut der Manager auch dem Stürmer aus Chile zu. Zumal Heidel wahrscheinlich Nachfolger finden muss für Shinji Okazaki, der dem Vernehmen nach erneut aus England umworben wird.

Bei Jonas Hofmann sieht es aus 05-Sicht weniger optimistisch aus. Der von Borussia Dortmund ausgeliehene Offensivmann wird wegen Verletzung wahrscheinlich ebenfalls kein Spiel mehr bestreiten können für die 05er. „Leider haben wir in diesem Jahr etwas Pech gehabt mit unseren Leihspielern. Das ist immer ein Risiko, wenn man die Profis nur für einen bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung hat“, sagt Manager. Der aktuelle Stand sei der, dass Hofmann zum BVB zurückkehre. Jürgen Klopp stehe auf diesen Spieler und plane sicher mit ihm. Es sei denn, der BVB würde nach dieser Spielzeit seinen Kader revolutionär umkrempeln. „Ob es da einen Sinneswandel geben wird, weiß ich derzeit nicht“, sagt Heidel. „Wir sind immer bereit, darüber zu reden, aber ich gehe eigentlich fest davon aus, dass Jonas wieder beim BVB spielen wird.“

Bleibt noch Sami Allagui, der für diese Saison von Hertha BSC ausgeliehen ist. Der Stürmer hatte bisher keine besonders glückliche Zeit als Heimkehrer. Allagui kommt auf 17 überwiegend kurze Einsätze und zwei Treffer. Eine endgültige Entscheidung steht aus, aber normalerweise dürfte Allaguis zweites 05-Engagement im Sommer enden.

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