Heidel würde ein Nein des Klubs akzeptieren

Jörg Schneider. Mainz.
Christian Heidel will weiterhin nicht über einen möglichen Wechsel zum FC Schalke 04 reden. Auch nicht darüber, ob beim FSV Mainz 05 im Hintergrund an einer eventuellen Nachfolge-Regelung gearbeitet wird. Dennoch hat der Manager zu einem Punkt klar Stellung bezogen. Und zwar, dass er es akzeptieren würde, wenn der Verein ihn nicht aus seinem Vertrag entlassen würde. Sollte dies geschehen, dann wäre dieses Wechsel-Thema zumindest bis Sommer 2017 vom Tisch. Dann endet der Vertrag des 52-Jährigen.

Die Anhänger des FSV Mainz 05 werden sich wohl gedulden müssen in der Frage, wie die Geschichte mit dem Manager des Vereins ausgeht. Die Verantwortlichen des Bundesligisten beabsichtigen nicht, zum Jahreswechsel damit an die Öffentlichkeit zu gehen und Antworten darauf zu liefern, ob Christian Heidel über die laufende Saison hinaus in verantwortlicher Position am Bruchweg bleibt. Und auch nicht, ob der 52-Jährige zum FC Schalke 04 wechselt. Harald Strutz hat zwar noch einmal bestätigt, dass ein Angebot des Ruhrpott-Klubs im Raum stehe, dass Mainz 05 Heidel ein Vertragsangebot unterbreitet habe. Der Präsident betonte, das oberste Ziel sei es Heidel zu halten. Doch Strutz und sein Vorstand wollen Ruhe bewahren bei der Suche nach Lösungen. Das habe nichts mit Untätigkeit zu tun. Das Ergebnis sei das Entscheidende. Und dieses Ergebnis müsse wachsen.

Christian Heidel sieht keine Belastung für Verein und Mannschaft durch seine weiterhin ungeklärte persönliche Situation. Foto: Jörg Schneider Auch Heidel selbst hat in der Medienrunde zum Vorrundenabschluss erklärt, er wolle nicht über Interna reden. Doch der Manager hat auch betont, dass er ständig über Lösungen nachdenke. Und der 52-Jährige hat etwas ganz Entscheidendes zur Vertragssituation gesagt. „Fakt ist, ich habe einen Vertrag“, erklärte Heidel. „Der wird entweder eingehalten oder zwei Seiten einigen sich darauf, dass der Vertrag nicht eingehalten werden muss. Ich würde mich jetzt nicht hinstellen und sagen, ich erfülle diesen Vertrag definitiv bis 2017. Ein Vertrag ist aber auch dann eingehalten, wenn zwei Seiten sich darauf einigen, dass er aufgelöst wird. Das ist ein Riesenunterschied. Ich würde immer akzeptieren, wenn eine Seite sagt, das geht nicht, wir lassen es nicht zu. Dann gebe es mit mir nullkommanull Diskussion. Mein Weggang ist nur vorstellbar, wenn das hier geregelt ist oder wenn man mich wegschickt. Eine Entscheidung von mir kann es nur geben, wenn es dafür eine Basis gibt.“

Eigentlich ganz einfach. Wenn die 05er also erklären, dass sie den Manager nicht ziehen, ihn nicht  vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen, dann ist das Thema beendet und alle Diskussionen sind vom Tisch. Zumindest bis zum Sommer 2017. Dann endet das Vertrags-Verhältnis. Solange das nicht geschieht, müssen die Beteiligten damit leben, dass die Geschichte immer wieder aufgegriffen wird und möglichweise auch in Zusammenhang mit der sportlichen Situation der Mannschaft gebracht wird. Ein solcher Zusammenhang ist für Heidel allerdings nicht realistisch.

„Es muss alles so geklärt sein, dass es Mainz 05 immer gut geht. Ich habe nicht im Ansatz den Eindruck, dass das, was in den Medien läuft, irgendwelche negativen Einflüsse auf Mainz 05 hat. Ich glaube, ich kann sehr gut beurteilen, weil ich weiß, was hier abläuft“, sagt er. „Hätte ich den Eindruck, dass das nicht so wäre, müsste ich mir ernsthafte Gedanken machen, dass hier irgendetwas geändert werden muss. Momentan ist aber das nicht der Fall. Das werde ich aber immer im Blickfeld haben.“

Man könne ihm abnehmen, sagte der 05-Manager, dass seine Situation innerhalb des Klubs zu 100 Prozent geklärt sein. Und zwar vom ersten Tag an. „Jetzt muss man sehen, was aus der Situation heraus entsteht. Was da passiert. Das kann ich momentan  auch nicht sagen. Ich kann nachvollziehen, dass dies ein Thema in den Medien ist, aber das Thema ist innerhalb des Klubs sehr viel kleiner. Ich glaube nicht, dass der Punktestand der Mannschaft nur im Ansatz etwas mit mir zu tun hat. Dann würde ich ja völlig unglaubwürdig werden, wenn ich sage, dass das allerwichtigste ist, dass Mainz 05 keinen Schaden trägt. Deswegen kann ich auch heute nichts Näheres dazu sagen, sonst könnte es vielleicht geschehen, dass ein Schaden  entsteht. Das will ich nicht.“

Heidel bot dann sogar ein Planspiel an. „Spielen wir es doch einfach mal durch. Ich würde jetzt sagen, ich bin im Sommer nicht mehr da. Rhein theoretisch. Was haben wir denn dann? Ruhe?“, stellte der 52-Jährige die rhetorische Frage in den Raum. „Nein, dann haben wir noch eine viel, viel größere Diskussion. Die Mannschaft wäre verunsichert, weil sie nicht weiß, wer kommt. Dann würden jeden Tag neue Top-Kandidaten ins Spiel gebracht. Deren Hintergrund würde recherchiert und öffentlich ausgebreitet. Woher kommen sie? Was haben sie bisher gemacht? Mit welchem Erfolg? Und immer so weiter.“ Die beste Lösung nach Heides Ansicht ist die, „dass jetzt hier alles weiterhin in äußerst geordneten Bahnen verläuft. Dafür garantiere ich. Aber die Situation belastet uns nicht. Wenn das eine Belastung wäre, hätten wir jetzt keine 24 Punkte am Ende der Vorrunde.“

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