Heidels merkwürdiger Nebensatz

Jörg Schneider. Mainz.
Christian Heidel dementierte am Freitag in der Pressekonferenz des FSV Mainz 05 vor dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC, dass der FC Schalke 04 wegen eines Interesses an Yunus Malli nachgefragt habe, ließ aber einen merkwürdigen Nebensatz im Raum stehen. Außerdem dementierte der 05-Manager die Kontaktaufnahme zu Bayer Leverkusens Sport-Manager Jonas Boldt, der Gerüchten zufolge als möglicher Heidel-Nachfolger gehandelt wird.

Christian Heidel dementiert Spekulationen über Yunus Malli und Jonas Boldt und schweigt sich weiterhin aus, was seine Zukunftspläne angeht. Foto: Jörg SchneiderEs war nur ein kurzer Nebensatz, der wohl ironisch gemeint war, der aber in der derzeitigen Gemengelage in der Führungsspitze des FSV Mainz dennoch den Spekulationen weiter Nahrung gibt. Die Frage an Christian Heidel in der Spieltages-Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel am Sonntag bei Hertha BSC betraf Yunus Malli, an dem Medienberichten zufolge ausgerechnet der FC Schalke 04 Interesse haben soll. Er habe es gelesen, sagte der 05-Manager kurz angebunden. Auf die Nachfrage, ob denn an dem Gerücht was dran oder ob jemand deshalb auf ihn zugekommen sei, antwortete Heidel mit einem deutlichen „Nein“, fügte dann aber diesen merkwürdigen,  irritierenden oder doch vielsagenden Nebensatz hinzu, „ich habe auch keine Selbstgespräche geführt.“

Das hat was. Denn der mögliche Wechsel Heidels nach dieser Saison nach Gelsenkirchen gilt im Klub inzwischen als relativ sicher. Eine Bestätigung dafür gibt es freilich offiziell nicht. Weder vom Manager selbst, noch von 05-Chef Harald Strutz. Das Thema wird beharrlich ausgeschwiegen. Und auch die Vermutung, dass der 52-Järhige im Augenblick damit beschäftigt ist, seinen möglichen Nachfolger selbst zu suchen, will Heidel nicht kommentieren. „Es hat sich nichts geändert. Es gibt einfach nichts zu reden. An dem Sachverhalt hat sich nichts geändert. Das kann man mir doch nicht zum Vorwurf machen“, begründet Heidel seine Haltung.

Dass diese ungeklärte Geschichte zwangsläufig immer neue Spekulationen und Interpretationen befeuert, damit müssen die 05-Bosse dadurch allerdings leben. Das jüngste Gerücht hat nach Dirk Dufner nun Jonas Boldt von Bayer Leverkusen als möglichen Kandidaten am Bruchweg ins Gespräch gebracht. Der 33-Jährige steht bislang als Sport-Manager beim Werksklub in der zweiten Reihe hinter Rudi Völler und ist zuletzt mehrfach in der Coface Arena gesehen worden. Heidel dementiert jedoch jegliche Kontaktaufnahme. „Ich schätze Jonas Boldt sehr. Er ist ein junger, sehr, sehr guter Kollege, der einen sehr guten Job macht. Ich habe zum letzten Mal mit ihm im Januar 2015 gesprochen, als wir den Transfer von Philipp Wollscheid rückgängig gemacht haben. Jetzt lese ich das in der Zeitung. Mehr kann ich dazu einfach nicht sagen.“ Und ob er an der Zukunftsgestaltung  von Mainz 05 arbeite, beantwortete Heidel dann wieder kurz und bündig: „Das mache ich jeden Tag. Jede Tag.“

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