Henrique Sereno kommt für zwei Jahre

Jörg Schneider. Christian Karn. Mainz.
Der FSV Mainz 05 hat am Montag seinen siebten Neuzugang für die neue Saison verpflichtet. Henrique Sereno (30) kommt ablösefrei vom türkischen Erstliga-Aufsteiger Kayserispor und erhält in Mainz einen Zwei-Jahres-Vertrag. Sereno, in Deutschland aus seiner Zeit als Stammspieler beim 1. FC Köln bekannt, ist der gesuchte zusätzliche Innenverteidiger. „Da Henrique sowohl in der Bundesliga als auch in Portugal, der Türkei und der spanischen Primera División gespielt hat und meist Stammspieler war, ergänzt er unsere Defensivabteilung optimal“, sagt Christian Heidel.

Schnell, kopfball- und zweikampfstark: Der neue 05-Innenverteidiger Henrique Sereno (rechts) im Duell mit Barca-Stürmer Alexis Sánchez. Foto: ImagoDas ging dann doch jetzt schnell. Am Sonntagabend nach dem 05-Sommerfest gab‘s die letzten Gespräche, am Montagmorgen erschien der siebte Neuzugang des FSV Mainz 05 bereits am Bruchweg zum Lauftraining – noch vor der Vertragsunterzeichnung. „Der Junge ist heiß auf uns. Der wollte unbedingt sofort trainieren“, sagt Christian Heidel, der bei seiner Suche nach einem zusätzlichen Innenverteidiger für den Bundesligakader flott fündig geworden ist.

Die 05er haben Henrique Sereno verpflichtet. Der 30-Jährige kommt ablösefrei vom türkischen Erstliga-Aufsteiger Kayserispor und erhält in Mainz einen Zwei-Jahres-Vertrag. Sereno, in Deutschland aus seiner Zeit als Stammspieler im Bundesliga-Team des 1. FC Köln bekannt, ist der Mann, der fürs Erste als dritter Innenverteidiger in den Kader einsteigt und sich zunächst hinter den etablierten Niko Bungert und Stefan Bell einreiht. „Henrique akzeptiert diese Rolle, hat uns aber klar zu verstehen gegeben, dass er aus dieser Position heraus Druck machen und irgendwann spielen will“, sagt der Manager. Mit der Verpflichtung des Portugiesen startet der Klub also wunschgemäß mit drei Innenverteidigern in die Runde. Dazu kommt Leon Balogun als Alternative, dessen Leistungen auf dieser Position im Trainingslager möglicherweise noch für eine Überraschung sorgen könnten. Ob diese Abwehrriege nun noch ein Perspektivspieler aus den eigenen Reihen komplettiert, haben die Verantwortlichen noch nicht entscheiden. „Wir sind jetzt in der Abwehr sehr gut aufgestellt“, erklärt der 05-Manager.

Henrique Sereno Fonseca

* 18.05.1985 in Elvas, 188 cm, 78 kg.

Bisherige Karriere: CF Os Elvenses (Portugal, 1995-04), O Elvas CAD (Portugal, 2004/05), Vitória Guimarães (Portugal, 2005), FC Famalicão (Portugal, 2006), Vitória Guimarães (Portugal, 2006-09), Real Valladolid (Spanien, 2010), FC Porto (Portugal, 2010/11), 1. FC Köln (2011/12), Real Valladolid (Spanien, 2012/13), Kayserispor SK (Türkei, 2013-15).

Spiele und Tore: Bundesliga: 25/0 für Köln. Portugal: 42/2 für Guimarães, 7/0 für Porto. Spanien: 32/0 für Valladolid. Türkei: 22/3 für Kayseri. Länderspiele: 1/0 für Portugal U21, 2/0 für Portugal A.

Erfolge: Portugiesischer Meister und Pokalsieger, Europa-League-Sieger (ohne Einsatz) 2011 mit Porto. 

„Wir hatten drei, vier Spieler im engeren Kreis“, berichtet Heidel. „Bei denen mussten wir überlegen, mit wem wir in die Gespräche gehen, was wirtschaftlich, sportlich und vom Typ her passen würde.“ In einem abschließenden Meeting mit Trainer Martin Schmidt habe man sich dann am Wochenende entschlossen, bei Sereno einen Versuch zu starten. „Weil er schnell ist, kopfballstark und ein erfahrener Profi, der auf diesem Level gespielt hat.“

Dass der Abwehrspieler bereits 30 Jahre alt ist und damit nach Elkin Soto und Niki Zimling der drittälteste Spieler im Kader, hat die 05er nicht gestört. „Rückblickend kann man sagen, wir hatten immer eine sehr erfahrene Abwehr und haben damit nicht schlecht ausgesehen.“ Der Transfer ging dann verhältnismäßig schnell über die Bühne. Sereno stand auch mit dem Bundesliga-Nachbarn Darmstadt 98 in Kontakt. „Ich glaube aber, er hat auf uns gewartet“, sagt Heidel. Serenos Berater habe sich fast täglich nach den Mainzer Absichten erkundigt. Noch vor der Vertragsunterzeichnung habe der Spieler den Lilien abgesagt. Sereno setzte sich bei den 05ern durch gegen einen zweiten Kandidaten, den Heidel und Schmidt in die engere Wahl genommen hatten, dessen Namen der Manager jedoch nicht nennen will. „Wir haben uns dann für die günstigere, die ablösefreie Variante entschieden. Sportlich waren beide auf einem Niveau.“

Nach Gehaltsrückständen den Vertrag aufgelöst

Er habe in den guten Gesprächen mit dem Neu-05er den Eindruck gewonnen, dass der 30-Jährige ein Typ sei, der in die Gruppe passe und der mit der aktuellen Situation klarkomme, aber angreifen werde. „Er wollte unbedingt in die Bundesliga, denn sein Ziel ist die EM im nächsten Jahr. Er glaubt, dass seine Chancen auf eine Nationalmannschafts-Nominierung bei uns am größten sind.“ Allerdings habe Sereno noch etwas Rückstand gegenüber dem 05-Kader. „Aber wir bringen ihn in zwei Wochen auf Vordermann.“

Nur eine Information bereitete Heidel und Schmidt zunächst Kopfschmerzen. Sereno galt als verletzter Spieler, der sieben Meisterschaftsspiele lang in der Türkei nicht einsatzfähig gewesen sei. Die Recherche ergab jedoch ein anderes Bild. „Der Junge ist nicht verletzt. Das war eher eine Verletzung seines Bankkontos.“ Denn offenbar war Kayserispor mit den Gehaltszahlungen weit in Rückstand. Erst mithilfe der Fifa habe Sereno seinen Vertrag beim türkischen Klub deswegen vorzeitig auflösen können. Die 05er haben mit diesem Verein selbst schon so ihre Schwierigkeiten gehabt und ebenfalls erst nach langer Zeit durch ein Fifa-Gremium die ihnen zustehende Ablösesumme für den Wechsel von Hasan Ali Kaldirim eintreiben können.

„Da Henrique sowohl in der Bundesliga als auch in Portugal, der Türkei und der spanischen Primera División gespielt hat und meist Stammspieler war, ergänzt er unsere Defensivabteilung optimal“, betont Heidel. „Henrique ist ein international wie national erfahrener Innenverteidiger, der unser Team nicht nur durch nur durch seine sportlichen Stärken, sondern durch seine hohe soziale Kompetenz auch menschlich bereichern wird“, sagt Schmidt.

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