Huth fällt rund acht Wochen aus

Jörg Schneider. Mainz.
Erneuter schwerer Rückschlag für Jannik Huth: Der Torhüter des FSV Mainz 05, der bereits die U21-Europameisterschaft als gesetzte Nummer eins wegen eines Ermüdungsbruches im Schienbein verpasst hatte, fällt erneut für rund acht Wochen aus. Huth hat sich im Trainingslager der 05er in Grassau einen Haarriss im Kahnbein der linken Hand zugezogen. Das ergab ein MRT in der Unimedizin Mainz.

Auf den Röntgenbildern, die in der vergangenen Woche vor Ort in einer Klinik am Chiemsee gemacht wurden, war nichts zu erkennen gewesen. Ein MRT in der Unimedizin in Mainz hat nun allerdings einen Befund und Aufschluss über die Schwere der Verletzung ergeben: Jannik Huth hat sich einen Haarriss im Kahnbein der linken Hand zugezogen. Der Torhüter des FSV Mainz 05 fällt deshalb für rund acht Wochen aus. Passiert ist das Ganze in der dritten Einheit im Trainingslager des Bundesligisten in Grassau. Huth bekam einen strammen Schuss unglücklich ans linke Handgelenk, musste das Training abbrechen und konnte auch danach mit einem Tape nichts mehr machen auf dem Platz. Die Schmerzen waren zu groß.

Erneuter Rückschlag für 05-Torhüter Jannik Huth (hier mit Trainer Stephan Kuhnert): Rund acht Wochen Pause wegen eines Haarrisses im Kahnbein. Foto: Jörg SchneiderEs ist innerhalb kurzer Zeit der zweite schwere Rückschlag für den 05-Keeper, der im Abstiegskampf der vergangenen Saison Jonas Lössl im Tor abgelöst und ein gutes Finale gespielt hatte. Huth musste bereits die Teilnahme an der U21-Europameisterschaft absagen wegen eines Ermüdungsbruchs im Schienbein. Der Keeper war an Nummer eins gesetzt und verpasste durch die Verletzung den Titelgewinn der deutschen Mannschaft. Nun sind seine von ihm selbst angekündigten Ambitionen, der neuen Nummer eins im Mainzer Tor, René Adler, das Leben schwer machen zu wollen, vorerst gestoppt.

„Das ist natürlich schon tragisch für den Jungen, weil er es Ende der Saison sehr, sehr gut gemacht hat“, sagte Sandro Schwarz nach dem Vormittagstraining am Donnerstag. Für den Trainer bedeutet dies, das im Moment Robin Zentner, der aus Kiel zurückgekommen ist und eigentlich für die U23 als Torhüter vorgesehen war, der Ersatzmann des ehemaligen Nationaltorhüters ist. „Wir haben auch noch Florian Müller, der jetzt wieder in die Trainingsbelastung reinkommt“, so der 05-Trainer. Doch der Nachwuchskeeper hat bisher nur Aufbautraining nach einer Verletzung absolviert. Müller trainierte am Mittwoch mit der Mannschaft, war aber am Donnerstag aus Schonungsgründen nicht auf dem Platz. „Wir haben jetzt mit René und Robin sowie Florian, den wir behutsam heranführen, drei Torhüter. Es ist noch nicht soweit, dass wir uns Gedanken darüber machen, wen wir auf die Bank setzen fürs erste Spiel. Aber Robin macht seine Sachen sehr gut. Er hat im Testspiel gegen Tokio 90 Minuten gespielt und einen guten Eindruck hinterlassen. Wir kennen ihn ja auch noch aus der U23. Da hätte ich keine Bauchschmerzen, ihn auf die Bank zu setzen beim Saisonstart.“

Niko Bungert, der in Grassau ein Spezialprogramm nach Verletzung absolviert hatte, ist ebenfalls nach einem Tag Mannschafstraining wieder drin geblieben. „Auch bei ihm eine reine Vorsichtsmaßnahme. Niko müssen wir auch langsam ranführen an die Hochbelastung“, sagt Schwarz. Erfreulich für alle am Bruchweg ist die Tatsache, dass Emil Berggreen nach der langen Leidenszeit und der ewigen Aufbauphase nun endlich wieder gegen den Ball tritt und die Trainingseinheiten mit dem Team nahezu komplett mitgehen kann. „Emil ist jetzt erstmal im Mannschaftstraining, macht die ersten Schritte mit dem Team“, sagt der Trainer. Der Däne wirkt natürlich gerade in den Zweikämpfen noch etwas zurückhaltend, man merkt dem Mittelstürmer die unfassbar lange Abstinenz vom Spiel an, doch der 23-Jährige ist in die Spielformen integriert, wirkt körperlich fit und beginnt, sich langsam heranzuarbeiten. Auch Robin Quaison ist inzwischen wieder komplett in die Arbeit eingebunden. Schwarz muss aber nach wie vor auf die verletzten Jean-Philippe Gbamin, Gaetan Bussmann, Alexander Hack und Marin Sverko verzichten.

Das Vorbereitungsprogramm der 05er läuft unterdessen auf vollen Touren weiter. „Gestern war es ein Training zum Reinkommen nach dem freien Tag und dem Yoga-Programm am Montag im Trainingslager. Heute haben wir nach einer Videoanalyse versucht, die Arbeit gegen den Ball, Pressing und Gegenpressing zu optimieren. Das war der Schwerpunkt“, berichtet der 38-Jährige. „Am Freitag geht’s nochmal in die Offensive rein mit Videoanalyse. Da wollen wir noch den einen oder anderen Schwerpunkt setzen. Insgesamt ist es ein Mix aus allem. Nächste Woche kommt dann noch mal ein anderer Block.“

Schwarz muss in den Einheiten immer noch sehr viel coachen, die Spielformen unterbrechen und korrigieren, doch der Eindruck verfestigt sich, dass die 05-Profis mehr und mehr die Dinge verinnerlichen, die der Trainer taktisch von ihnen verlangt. „Da macht keiner den Anschein, dass er vogelwild durch die Gegend läuft und die Regeln nicht versteht“, sagt der Coach. „Nach zwei drei Wochen kriegt man auch ein Gefühl dafür, mit mehr Ruhe und Gelassenheit, dass alles steht, wenn man in der Spielform drin ist, die Positionen stehen, die Spielregeln und Provokationsregeln aufgesagt wurden.“ Auffallend ist dabei, dass viel Zug im 05-Kader drin ist, dass die einzelnen Übungen mit großem Engagement, Härte und Konzentration durchgeführt werden. Vor allem was das Pressingverhalten angeht, wirkt das ganze Konstrukt schon relativ weit. 

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