„Irgendwie ein Aufbruch“

Jörg Schneider. Mainz.
Großer Andrang am Bruchweg beim ersten Training des FSV Mainz 05. Zum Auftakt der Vorbereitung begrüßten mehrere hundert Anhänger die Profis und die neue Trainercrew unter der Führung von Sandro Schwarz. Im Mittelpunkte standen natürlich die Neuzugänge. Allen voran René Adler, der wie Kenan Kodro, Alexandru Maxim und Viktor Fischer mit den arrivierten 05er die erste Einheit absolvierte. „Ich habe selten so viele Fans hier erlebt“, sagte Stefan Bell. „Da kamen sicher ein paar Faktoren zusammen. Ferienanfang, gutes Wetter, interessante Neuzugänge auf dem Platz. Die Erlebnisse der letzten Saison haben das Umfeld emotionalisiert. Es ist irgendwie ein Aufbruch.“

Der Startschuss ist gefallen. Die ersten Bälle sind gespielt. Der FSV Mainz 05 hat die Vorbereitungen auf die neue Bundesligasaison aufgenommen. Die 05-Profis wurden auf dem Trainingsplatz am Bruchweg schon erwartet von mehreren hundert Zuschauern, die sich die Auftaktveranstaltung unter dem neuen Cheftrainer Sandro Schwarz nicht entgehen lassen wollten. Der Andrang war groß. „Ich habe selten so viele Fans hier erlebt“, sagte Stefan Bell. „Da kamen sicher ein paar Faktoren zusammen. Ferienanfang, gutes Wetter, interessante Neuzugänge auf dem Platz. Die Erlebnisse der letzten Saison haben das Umfeld emotionalisiert. Es ist irgendwie ein Aufbruch“, meinte der Vizekapitän. Nur in den Jahren, als der Klub den Trainingsauftakt am Bruchweg mit einem Stadionfest verbunden hatte und die Vorstellung der Mannschaft inszenierte, waren mehr Zuschauer zu einem ersten Saisontraining gekommen.

Gute Laune beim neuen 05-Cheftrainer und seinen Neuzugängen René Adler, Alexandru Maxim, Kenan Kodro und Viktor Fischer. Foto: Schmidt/Mainz05 Es hatte etwas von einer neuen Aufbruchsstimmung bei Mainz 05. „Ich glaube, dass diese Aufbruchsstimmung Ende der letzten Saison begonnen  hat. Seitdem ist am Trainingsgelände, in der Kabine, im ganzen Verein eine andere Stimmung zu spüren“, sagte Bell. Der Innenverteidiger und sein Team kamen dann mit eingeplanter Verspätung auf den Platz. Zunächst hatte Rouven Schröder, der inzwischen vom Aufsichtsrat zum Sportvorstand bestellt worden ist (Bericht folgt), ein paar Worte an den Kader gerichtet, ehe Sandro Schwarz eine längere Begrüßungsansprache in der Kabine hielt. Danach ging es dann in den Spielformen auf dem Platz gut 75 Minuten lang „sofort in die Inhalte“, wie der neue Coach im Vorfeld angekündigt hatte.

Im Mittelpunkt standen natürlich die Neuzugänge. Allen voran der ehemalige National-Torhüter René Adler als prominentester Neu-05er. Mit dabei aber auch die übrigen neuen Spieler: Kenan Kodro, Alexandru Maxim und Viktor Fischer, die mit den arrivierten 05eern die ersten Schweißtropfen auf dem Rasen vergossen. Und wenn man so will auch ein weiterer Neuer: Philipp Klement, der bisherige Spielmacher der U23, gehört in dieser Saison fest zum Mainzer Profi-Kader, soll sich darin und in der Bundesliga behaupten.

René Adler war auch nach der ersten Einheit gefragt. Der Torhüter war umringt von Medienleuten. Der erfahrene Nationalspieler, das zeichnet sich jetzt schon ab, wird künftig einer der Persönlichkeiten im Team der 05er sein, der die Mannschaft nach außen vertritt und Rede und Antwort stehen wird. „Für mich war das bisher hier alles sehr positiv“, sagte der 32-Jährige, der sich verwundert zeigte über die Frage, was dazu geführt habe, dass er aus der Weltstadt Hamburg ins beschauliche Mainz gewechselt sei. „Ich finde es immer witzig, dass der Faktor Stadt stets als erstes genannt wird“, sagte Adler. „Keine Frage, Hamburg ist eine schöne Stadt, aber ich spiele Fußball. Und da gehe ich dahin, wo ich Fußball spielen kann, wo ich Spaß und Erfolg haben kann. Mainz ist auch eine schöne Stadt.“ Und in Mainz habe er sofort das Gefühl gehabt, dass es für ihn sportlich passen werde. „Der Gedanke ist immer mehr gereift. Rouven und Sandro haben ihren Teil dazu beigetragen, dass ich gesagt habe, okay, da habe ich Bock drauf, das will ich. Das fühlt sich auch nach wie vor gut an“, so der Keeper. „Das Gefühl war einfach gut, wie der neue Coach spricht. Da kann was entstehen, aber da wartet auch noch viel Arbeit auf uns. Wir sind natürlich gewarnt. Wir haben gesehen, wie schnell es gehen kann. Man hat letzte Saison gesehen, man darf in der Bundesliga nicht einfach zu viele Spiele wegschenken. Da verliert man ein Spiel und denkt, wir werden schon das nächste wieder gewinnen. Dann klappt das nicht. Da kann ich ein Lied von singen aus Hamburg. In der Liga schenkt dir kein Gegner was. Das ist eine Erfahrung, die viele Spieler auch hier in Mainz gemacht haben. Das wird dazu beitragen, dass wir in diesem Jahr noch konzentrierter arbeiten, noch mehr auf der Hut sind und von Anfang an alles reinhauen werden, um die Punkte zu holen“, erklärte der 05-Torhüter.

Adler tue dieser Mannschaft gut, betonte Stefan Bell. „Auch sein Charakter. Wir haben viele Spieler, die Anfang zwanzig sind, da schadet es nicht wenn einer da ist, der schon etwas erlebt hat in seiner Karriere. Es ist sowieso ganz gut, dass wir wenige Wechsel hatten im Sommer, dass wir im Großen und Ganzen zusammengeblieben sind. Wir haben sicherlich viel gelernt in der abgelaufenen Saison, auch dass wir uns nie sicher sein sollten in der Bundesliga und dass es nicht mit 90 Prozent geht. Der Ansatz muss sein, dass wir eine konstantere Saison spielen, konstanter punkten, nicht so viele Leistungsschwankungen und negative Erlebnisse haben.“

Am Dienstagmorgen (10 Uhr) geht‘s am Bruchweg mit der nächsten Trainingseinheit weiter. Am Mittag werden dann der Trainer und der Sportdirektor in einer Pressekonferenz über die Vorbereitungsphase und ihre Vorstellungen von der neuen Saison berichten.  

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