Jairo fällt lange aus – Gnabry ist kein Thema

Jörg Schneider. Mainz.
Nun herrscht Gewissheit: Jairo Samperio hat sich im Pokal-Drama bei der SpVgg Unterhaching, das der Bundesligist im Elfmeterschießen gewann, eine Innenbandverletzung im Knie zugezogen und fällt vier bis sechs Wochen aus. Jhon Cordoba, der wegen einer Sprunggelenksgeschichte ebenfalls vorzeitig aufgeben musste, soll dagegen im Laufe der Woche wieder trainieren und am Samstag in Dortmund spielen können. Unterdessen erklärte Rouven Schröder, dass der FSV Mainz 05 entgegen anders lautender Medienberichte nicht an eine Verpflichtung von Serge Gnabry von Arsenal London nachdenke. „Für uns ist er aktuell kein Thema“, so der 05-Sportdirektor.

Vier bis sechs Wochen Pause: Jairo Samperio hat sich in Unterhaching eine Innenbandverletzung im Knie zugezogen. Foto. Jörg Schneider Keine gute Nachricht vom Bruchweg: Der FSV Mainz 05 muss mindestens einen Monat lang auf Jairo Samperio verzichten. Der Linksaußen des Bundesligisten hatte sich am Sonntag im denkwürdigen Pokal-Auftritt in Unterhaching, den die Mainzer bekanntlich erst im Elfmeterschießen gegen den Regionalligisten für sich entschieden, eine Innenbandverletzung im Knie zugezogen. Das ergaben die Untersuchungen am Montag in der Mainzer Uni Medizin. Jairo muss allerdings nicht operiert werden, der Stürmer wird konservativ behandelt.

„Es ist offenbar in einem Zweikampf passiert in der ersten Halbzeit“, sagte Rouven Schröder am Montag. Der Sportdirektor selbst hatte die Szene gar nicht mitbekommen, weil er, wie er sagte, auf Jhon Cordoba geachtet habe, der nach einem Zweikampf behandelt worden war, danach nur noch humpelte und nach der Pause ebenfalls ausgewechselt werden musste. Die genaue Terminologie der Diagnose wusste der 40-Jährige nicht zu sagen, „wir müssen aber von einer Pause von vier bis sechs Wochen ausgehen“, so Schröder. Glück gehabt hat dagegen offenbar Cordoba. Dessen Sprunggelenksverletzung hat sich als weniger schlimm erwiesen. Der Mittelstürmer wird intensiv behandelt und soll im Laufe der Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Man sei zuversichtlich, dass es für ihn reiche bis zum Samstag. Dann steht für die 05er der Bundesligastart mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund auf dem Terminplan.

Quasi zeitgleich mit der Jairo-Verletzung brachten diverse Medien ein angebliches Mainzer Interesse an Serge Gnabry ins Gespräch. Die 05er gehörten zum Kreis jener Bundesligisten, die daran interessiert seien, den Außenstürmer vom FC Arsenal auszuleihen, hieß es. Gnabry, der mit der deutschen Olympia-Auswahl, zu der auch der 05-Keeper Jannik Huth gehört, in Rio die Silbermedaille gewann und dazu sechs Turniertreffer beisteuerte, war zuletzt von Arsenal an West Bromwich Albion ausgeliehen und hatte mit seinem starken Auftritt in Brasilien auf sich aufmerksam gemacht. Schröder dementierte jedoch diese Gerüchte. „Er hat ein tolles Turnier gespielt, er ist ein toller Spieler, ein junger deutscher Spieler, ein guter Bursche“, sagte Schröder der nullfünfMixedZone, „aber für uns ist er aktuell kein Thema.“

Der 05-Sportchef will unterdessen sowieso nicht übereilt auf die Jairo-Verletzung reagieren und nicht spontan nach einem weiteren Zugang für die Außenbahn Ausschau halten. „Für uns ist wichtig, dass wir erst einmal das Spiel in Unterhaching aufarbeiten und uns auf Dortmund richtig vorbereiten“, sagte der 40-Jährige. Mit Karim Onisiwo und Gerrit Holtmann hat der Klub zwei weitere Profis für die Linksaußen-Position im Kader. Onisiwo zeigte im Pokal, dass der Österreicher seine Form vom Ende der vergangenen Saison noch nicht wieder gefunden hat. Da ist noch erhebliches Steigerungspotenzial vorhanden. Holtmann, der Neuzugang aus Brauchschweig, hatte es diesmal nicht in den Kader geschafft. Die Leistungen der Mainzer Flügelspieler in dieser Pokal-Partie können jedoch durchaus dazu geführt haben, dass sich in dieser Woche im Training andere Kandidaten für eine Dortmund-Nominierung empfehlen können.

Schröder sieht im Moment keinen Handlungsbedarf, um auf dem Markt tätig zu werden. „Wir sind in der Offensive gut besetzt. Wir haben Jhon Cordoba, wir haben Yoshinori Muto, Pablo De Blasis, Onisiwo, Holtmann, Christian Clemens, Besar Halimi, Yunus Malli oder Fabian Frei. Wir haben da Optionen im Angriff.“ Muto könnte für die Auftaktpartie im Westfalenstadion durchaus eine solche Option sein. Der Japaner fehlte in Haching aus Schonungsgründen. Das Abschlusstraining vor dem Pokalspiel sei die erste richtige Trainingseinheit des 23-Jährigen in der vergangenen Woche gewesen, sagte Martin Schmidt nach dem Weiterkommen. Muto wird nach der langen Verletzungspause behutsam aufgebaut, sei aber jetzt topfit. „Ab Montag ist er in der Verlosung für das erste Bundesligaspiel“, so der 05-Trainer.

Schröder betonte unterdessen erneut, es bleibe dabei, dass man, wenn es die Situation erfordere, noch einmal personell nachrüsten könne und halte in jedem Fall weiterhin die Augen offen. Der Sportdirektor will jedoch vor dem Bundesligastart beim BVB in dieser Hinsicht nicht aktiv werden.   

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