Jannik Huth bringt die Silbermedaille mit

Christian Karn. Mainz.
Für den Titel "Olympiasieger" hat's am Ende nicht gereicht. Im Elfmeterschießen des Endspiels unterlag die deutsche Fußballauswahl den Gastgebern. Schon seit dem Halbfinale aber wusste der Ersatztorwart Jannik Huth, dass er mit einer olympischen Medaille zum FSV Mainz 05 zurückkommen wird, Silber ist's schließlich geworden für den 22-Jährigen, der am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll.

Ein bisschen geschafft, sicher auch im ersten Moment ein bisschen frustriert: die deutschen Olympia-Fußballer mit ihren Silbermedaillen. Siebter von links: Jannik Huth, auch ohne Einsatz nicht der erste, aber 2016 der einzige Mainzer Medaillengewinner. Foto: imago

Man könnte jetzt groß philosophieren, wie sehr Jannik Huth zum Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro beigetragen hat. Eine Hauptrolle hat der Torhüter des FSV Mainz 05 nicht gespielt, in den sechs Partien der deutschen Fußballmannschaft bekam er keine Sekunde Einsatzzeit - das ist das Los des Ersatztorwarts. Am Kölner Stammkeeper Timo Horn (den der FC gestern beim 7:0 im Pokal bei Viktoria Berlin locker verzichten konnte) führte für den Binger kein Weg vorbei. Trotzdem bekam Huth für seine Rolle als Trainingsteilnehmer und Teil des Kaders die silberne Scheibe mit dem Bildnis der griechischen Siegesgöttin Nike umgehängt - er ist der erste olympische Medaillengewinner des FSV Mainz 05.

Dabei hatte das Fußballturnier für die deutsche Auswahl holprig begonnen. Nach zwei Unentschieden (2:2 gegen Mexiko, das zweimal in Führung ging, 3:3 nach 0:1, 2:1, 2:3 gegen Südkorea, Arsenals Serge Gnabry rettete den Punkt mit einem abgefälschten Freistoß in der 92. Minute) hätte es im abschließenden Gruppenspiel gegen den extremen Außenseiter Fidschi auf die Tordifferenz ankommen können. Unter anderem durch fünf Tore des Freiburgers Nils Petersen gewann Deutschland 10:0 gegen die Fußballer aus dem Südpazifik, die mit nur einem Auslandsprofi aus der neuseeländischen Liga an den Olympischen Spielen teilnahmen. Und weil Südkorea gleichzeitig Mexiko schlug, hätte auch ein 1:0 genügt.

In der Finalrunde steigerte sich Horst Hrubeschs Auswahl. Im Viertelfinale gab es ein 4:0 gegen Portugal, im Halbfinale ein 2:0 gegen Nigeria, im Finale gegen Brasilien das 0:1 des Superstars Neymar (dessen Fehlen der FC Barcelona beim 6:2 gegen Betis Sevilla ebenfalls kompensieren konnte) und nach einer Stunde das Ausgleichstor von Schalkes Max Meyer. Im Elfmeterschießen trafen die ersten acht Schützen zum 4:4, dann hielt Brasiliens Torwart Weverton den Schuss von Petersen und wieder Neymar schoss sein Team zur Goldmedaille.

Huth, neben dem Ruderer Moritz Moos (dessen Bruder Malte im 05-Drittligateam spielt) und dem Speerwerfer Julian Weber einer von drei Olympiateilnehmern aus Mainz und diesmal der einzige Medaillengewinner der Stadt, wird am Dienstag wieder im Training erwartet. Da auch Gianluca Curci fehlt, stehen beim heutigen Saisonauftakt in Unterhaching Neuzugang Jonas Lössl und der aus der U19 aufgerückte Florian Müller fürs 05-Tor zur Verfügung.

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