Joo-Ho Park: Bänderanriss und Überdehnung im Sprunggelenk

Jörg Schneider. Mainz.
Die Nachrichten, die dem FSV Mainz 05 am Donnerstag aus Südkorea übermittelt wurden, sind nicht gut. Das war zu befürchten: Joo-Ho Park hat sich bei einem Foul im Länderspiel gegen Costa Rica einen Bänderanriss und eine Überdehnung im rechten, inneren Sprunggelenk zugezogen. Eine Prognose, wie lange der Linksverteidiger dem Bundesligisten fehlen wird, wollen die 05er erst abgegeben, wenn sie sich selbst ein Bild gemacht haben. Doch der 27-Jährige muss wohl mit einigen Wochen Pause rechnen.

Zwangspause: Joo-Ho Park erlitt einen Bänderanriss mit Überdehnung im linken Sprunggelenk. Foto: Jörg SchneiderAlle Untersuchungen in Südkorea sind abgeschlossen. Die Diagnose ist erwartungsgemäß negativ ausgefallen: Joo-Ho Park hat sich einen Bänderanriss und eine Überdehnung im rechten, inneren Sprunggelenk zugezogen. Passiert ist das Ganze bekanntlich am Dienstag beim Länderspiel der südkoreanischen Nationalmannschaft gegen Costa Rica nach einer Grätsche eines Gegenspielers von hinten in die Beine des 05-Verteidigers. Park musste mit einer Trage vom Platz gebracht werden. Die Ärzte des koreanischen Fußballverbandes erklärten den 05-Profi für nicht reisefähig und veranlassten genaue Untersuchungen. Ein MRT hat nun die Schwere der Verletzung bestätigt.

Am Samstag wieder in Mainz

„Die Untersuchungen sind alle abgeschlossen. Wir haben die Berichte zugeschickt bekommen. Wie lange Joo-Ho ausfällt, können wir noch nicht prognostizieren. Das werden wir sehen, wenn er sich bei unseren Ärzten vorstellt“, sagt Axel Schuster, der Teammanager des Bundesligisten. Am Samstag wird der Spieler in Mainz zurück erwartet. Dem 27-Jährigen droht in jedem Fall eine längere Zwangspause. Die Südkoreaner hatten nach dem Unfall die Erlaubnis der 05er eingeholt, den verletzten Spieler zunächst vor Ort zu behandeln und zu untersuchen, weil das geschwollene Gelenk eine lange Flugreise nicht zugelassen hatte. „Da besteht ein großes gegenseitiges Vertrauen“, sagt Schuster und verweist auf die Entscheidung der 05er, Parks Landsmann Ja-Cheol Koo wegen Verletzung nicht zur Nationalmannschaft fahren zu lassen. „Da haben die Koreaner auch der Einschätzung unserer medizinischen Abteilung vertraut. Inzwischen gab es Telefonkontakt mit dem 05-Profi, der trotz der Verletzung guter Dinge sei und sich auf seine Rückkehr freue.

Die übrigen Nationalspieler des Bundesligisten sind gesund am Bruchweg eingetroffen, werden am Freitag ins Mannschaftstraining einsteigen und sich auf das Heimspiel gegen den FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) in der Coface Arena vorbereiten. Gonzalo Jara wird am Donnerstagabend erwartet. Und auch beim chilenischen Nationalspieler gibt es keine Verletzungssorgen.

Kasper Hjulmand sagte in der Pressekonferenz des Vereins am Mittag, er glaube, dass die Beanspruchung für viele Spieler in Europa, nicht nur in der Bundesliga, auf der Kippe stehe. Vor allen Dingen in WM-Jahren sei die physische und mentale Belastung sehr hart, die richtige Regeneration extrem schwer. „Für uns Trainer ist es schwierig, da eine vernünftige Balance im Spielbetreib zu finden“, betonte der 05-Coach. „Ich finde, dass die Spieler sehr, sehr viele Begegnungen absolvieren müssen. Bei uns kommen noch die langen Reisen nach Asien und Südamerika hinzu. Das ist definitiv ein Thema“, erklärte Hjulmand.

Von daher wird der Däne in den beiden Trainingseinheiten am Freitag genau hinschauen und Einzelgespräche führen müssen, um festzustellen, wie viele seiner 13 Nationalspieler fit und bereit sind für die schwere Aufgabe gegen den FC Augsburg. „Für diese Partie ist es sicher nicht optimal, dass so viele weg waren“, sagte der Däne, „grundsätzlich ist das aber auch gut für die Spieler und für den Verein.“ Internationale Erfahrungen zu sammeln, mit Erfolgserlebnissen wie Julian Baumgartlinger aus Österreich oder wie die drei deutschen U21-Nationalspieler mitzubringen, das gebe neues Selbstbewusstsein und bringe die Profis in jedem Fall voran. Die allgemeine Belastungsdebatte wird dennoch fortgeführt.

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