Kasper Hjulmand: Besseres Gefühl als vergangene Woche

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 hat seine Wintervorbereitung ohne ein einziges Erfolgserlebnis abgeschlossen. Der 0:1-Niederlage gegen den SC Freiburg und dem 1:1 gegen Eintracht Braunschweig im Rahmen des Trainingslagers in Marbella folgte nun eine 1:4-Niederlage am Bruchweg gegen Bayer 04 Leverkusen. In der Partie, die bekanntlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne ging. Kasper Hjulmand war jedoch trotz des deutlichen Ergebnisses zufrieden. Er habe jetzt ein besseres Gefühl und gehe optimistisch in die Auftakt-Partie am Samstag gegen den SC Paderborn, sagte der 05-Coach am Sonntagmorgen.

Kein Testspiel gewonnen, zum Abschluss eine 1:4-Niederlage gegen Bayer Leverkusen: Kasper Hjulmand sieht dennoch mit einem guten Gefühl und Optimismus dem Rückrundenstart entgegen. Foto: Jörg SchneiderDie Match-Bilanz ist nicht gerade ermutigend. Drei Testspiele hat der FSV Mainz 05 im Rahmen seiner Rückrunden-Vorbereitung absolviert und nicht eines davon gewonnen. Dem 0:1 gegen den SC Freiburg und dem 1:1 gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig in Andalusien folgte nun eine deftige 1:4-Niederlage am Bruchweg gegen Bayer Leverkusen. In dieser ominösen Partie, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wurde und um die von beiden Seiten ein solches Geheimnis gemacht wurde, dass nicht einmal die Mannschaftsaufstellungen bekannt gegeben werden durften.

Zwei Tore hat der Bundesligist in drei Begegnungen erzielt. Eines durch einen Foulelfmeter gegen Braunschweig, den Johannes Geis verwandelte. Und eines gegen die Leverkusener, das Jonas Hofmann erzielt haben soll. Ob der lange verletzte Mittelfeldspieler wirklich erfolgreich war oder ob ihm das Tor als Aufbauhilfe zugesprochen wurde, wissen wir nicht. Und auch die Bewertung und die Einordnung dieser 1:4-Schlappe können wir nicht leisten. Also müssen wir uns alleine darauf verlassen, was der 05-Trainer am Sonntagmorgen nach dem Auslauftraining kurz zum Besten gab. Und das war erstaunlich.

Kasper Hjulmand sprach nämlich in einer kurzen Stellungnahme von einem wichtigen und sehr guten Spiel seiner Mannschaft gegen diesen starken Gegner. „Ich habe jetzt ein besseres Gefühl als nach dem Braunschweig-Spiel. Wir gehen in diese letzte Woche vor Paderborn mit viel Vertrauen und Optimismus.“

Eigentlich hatte der Däne gar nichts sagen wollen. Das sei mit seinem Kollegen Roger Schmidt so abgesprochen, dass keine Einzelheiten taktischer oder spielerischer Art nach außen gegeben werden sollen. Dann aber sagte Hjulmand doch ein wenig. Es sei ein Spiel mit hoher Intensität gewesen und auch von Mainzer Seite her eine Partie mit vielen guten Angriffen und sehr vielen herausgespielten Chancen. „Wesentlich mehr als noch gegen die Braunschweiger“, so Hjulmand. Er habe viele gute Themen gesehen, viele Elemente, die zum Optimismus Anlass geben würden.

Insgesamt 23 Spieler setzte der Coach ein in der Partie, die über dreimal 45 Minuten ging. Der komplette Kader mit Ausnahme der noch verletzten Christoph Moritz und Todor Nedelew sowie Robin Zentner, Damian Roßbach, Devante Parker und Patrick Pflücke, die für die U23 abgestellt waren, seien zum Einsatz gekommen, hieß es am Bruchweg. Dazu die A-Jugendlichen Malte Moos und Suat Serdar. Alle Akteure sollen mindestens 45 Minuten auf dem Platz gestanden haben.

So schaute Niko Bungert noch in Marbella dem Training seiner Kollegen zu. Nach seinem Comeback im Testspiel gegen Leverkusen dürfte die Laune des Innenverteidigers sich verbessert haben. Foto: Jörg SchneiderNiko Bungert, Julian Baumgartlinger und Jonas Hofmann, die ihr Comeback gaben, sogar länger als eine Halbzeit. „Diese drei haben auf dem Platz ihre Qualitäten gezeigt und bewiesen, wie wichtig sie für uns sind“, sagte der Trainer. Dadurch erhöhe sich die Qualität im Kader, die Konkurrenzsituation auf den einzelnen Positionen vor dem Bundesliga-Start erheblich.

Das große Problem, das wollte der Däne nicht verschweigen, war die Torausbeute ohne Torjäger Shinji Okazaki. „Um Tore schießen zu können, ist es aber wichtig Chancen zu kreieren. Gegen Leverkusen hatten wir sehr viele gute Bewegungen im Angriffsspiel, wir haben viele und gute Chancen herausgespielt. Was uns noch fehlt, ist die Schärfe im Abschluss. Aber ich bin sicher, das ist nur eine Frage der Zeit, bis die auch dazukommt“, sagte der 42-Jährige.

Er habe sehr viel Vertrauen in seine Spieler, auch in die Offensivakteure. „Wir haben die Qualität, um Tore zu erzielen, wir müssen nur unsere Möglichkeiten jetzt richtig scharf machen. Ich habe jedenfalls heute ein besseres Gefühl als in der vergangenen Woche.“

Dass seine Mannschaft ohne Erfolgserlebnis in die Rückrunde startet, macht Hjulmand zumindest in seiner Außendarstellung nicht nervös. „Ich bin optimistisch. Ergebnisse und Siege sind wichtig, aber wichtig ist ein Sieg gegen Paderborn und nicht gegen Braunschweig“, sagte der Däne. „Wir sind fokussiert auf das erste Heimspiel und die anschließende Englische Woche. Wir wollen mit einem Erfolg gegen den SC Paderborn starten.“

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