Kaum ein Torschuss gegen Leon Balogun

Christian Karn. Mainz.
Drei Tage nach dem 0:2 gegen die DR Kongo zeigte die nigerianische Nationalmannschaft eine gute Reaktion. Die "Super Eagles" gewannen das Testspiel gegen Kamerun 3:0 (1:0). Leon Balogun vom FSV Mainz 05 und sein Partner in der Innenverteidigung, Celtic Glasgows Efe Ambrose, der zudem das 1:0 köpfte, legten dabei die kamerunischen Angreifer 90 Minuten lang lahm; ihr Torwart Carl Ikeme hatte wenig zu halten.

Die nigerianische Nationalmannschaft hat im zweiten Testspiel in Belgien eine sehr gute Reaktion auf das 0:2 gegen die DR Kongo gezeigt. In Molenbeek gewann die Mannschaft mit Leon Balogun vom FSV Mainz 05 in der Innenverteidigung am Sonntagabend 3:0 gegen Kamerun.

Leon Balogun (am Ball) und Efe Ambrose ließen beim 3:0 Nigerias gegen Kamerun fast nichts zu, Ambrose (rechts) traf sogar vorne zum 1:0. Foto: imagoBeiden Teams fehlten mehrere verletzte Leistungsträger. Kamerun trat ohne die Schalker Joel Matip und Maxim Choupo-Moting an. Auch der Mittelfeldspieler Eyong Enoh (Standard Lüttich) fehlte, dafür war der als angeschlagen gemeldete Verteidiger Nicolas Nkoulou von Olympique Marseille dabei. Bei den Nigerianern tobt immer noch die Schlammschlacht zwischen dem Trainer Sunday Oliseh und dem zurückgetretenen Ex-Kapitän Vincent Enyeama, für den Carl Ikeme aus Wolverhampton im Tor stand; Oliseh wirft dem Torwart mittlerweile Lügen und Rufschädigung vor. Außerdem fehlten Victor Moses von West Ham United und der mit erst 21 Jahren schon sehr erfahrene Verteidiger Kenneth Omeruo (Kasimpascha SK). 

Trotzdem standen zwei prominent besetzte Teams auf dem Platz: Kamerun spielte mit dem erfahrenen Verteidiger Aurelién Chedjou, nach etlichen Jahren in der Ligue 1 inzwischen bei Galatasaray, Kapitän Stéphane Mbia (Trabzonspor) im Mittelfeld, vorne Vincent Aboubakar (FC Porto) und dem ebenfalls jahrelang zum Inventar der französischen Liga zählenden Benjamin Moukandjo. Für Nigeria spielten unter anderem der Innenverteidiger Efe Ambrose von Celtic Glasgow, Ogenyi Onazi, der sich mit Lazio Rom im Sommer am Bruchweg vorstellte, der langjährige Chelsea-Star John Obi Mikel, Emmanuel Emenike (al-Ain Abu Dhabi) und Kapitän Ahmed Musa (ZSKA Moskau).

Nigeria war in einem friedlichen, aber oft etwas zu hektischen Spiel von Anfang an die bessere Mannschaft und ging in der 38. Minute verdient in Führung. Bei einem Freistoß von der rechten Angriffsseite sprang der Koloss Ambrose höher als jeder Verteidiger und war schneller als der junge Torwart Fabrice Ondoa, der einst von Samuel Eto'o in den Nachwuchs des FC Barcelona vermittelt worden war, am Ball - 1:0 für die Westafrikaner.

Eine Menge Tempo war nun im Spiel. Kamerun war vom Rückstand aufgeschreckt, wollte den Ausgleich, kam diesem vor der Pause schon nahe. Ein bisschen weniger Schnelligkeit hätte ihren Angriffen jedoch gut getan: Von links und rechts flogen die Querpässe durch den nigerianischen Fünfer, aber die Flügelspieler fanden die zentralen Stürmer nicht.

Direkt nach der Halbzeit wurde die Situation noch problematischer für Kamerun: Kapitän Mbia sah in der 46. Minute Gelb-Rot, wollte in aller Ausführlichkeit nicht gehen - erst nach zwei Minuten konnte das Spiel weiterlaufen. Und in Überzahl hatte Nigeria leichtes Spiel: Aus einem langen Flugball von Musa entstand in der 60. Minute das zweite Tor. Moses Simon (K.A.A. Gent) wurde mit einem Haken seinen Verteidiger los und traf flach ins kurze Eck. Aboubakars vermeintliches 1:2 zählte wegen Abseits nicht (74.), der eingewechselte Odion Ighalo entschied schließlich das Spiel, indem er in der 88. Minute eine Flanke von links mit dem Kopf ins lange Eck verlängerte.

Der Mainzer Balogun, Ambroses Partner im Abwehrzentrum, fiel bis zu seiner Auswechslung in der 90. Minute kaum auf. Seine Gegenspieler allerdings auch nicht. Und darum geht es bei einem Innenverteidiger.

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