Keine Kasachen, Bulgaren, Norweger?

Christian Karn. Mainz.
Auch in der zweiten Qualifikationsrunde der Europa League gab es wenige Überraschungen. Immerhin setzten sich mit dem Nomme Kalju FC, dem Birkirkara FC, dem FK Jelgava und Cork City vier klare Außenseiter gegen deutlich stärker gehandelte Gegner durch. Einstweilen sind dagegen alle kasachischen, bulgarischen und norwegischen Klubs schon ausgeschieden - womöglich werden aus der Champions-League aber Astana, Rasgrad und Rosenborg hinüber kommen. Bereits jetzt steigen die ersten Klubs aus England, Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal ein, lediglich die Spanier sind immer noch nicht dabei. Zwei Runden werden noch gespielt, dann kommt auch Mainz 05 dazu.

Im schwedischen Solna wird am 24. Mai des kommenden Jahres das Europa-League-Finale stattfinden. Die Gastgeber sind noch im Wettbewerb: AIK schlug den Europa FC aus Gibraltar 1:0/1:0. Foto: imagoDie zweite Qualifikationsrunde der Europa League ist gestern zu Ende gegangen. Wie in der Runde zuvor halten sich die Überraschungen in Grenzen - ein paar gibt es dennoch: So hat sich Maccabi Haifa, der israelische Pokalsieger, gegen den Dritten Estlands, den Nomme Kalju FC, aus der internationalen Saison verabschieden müssen. Das Team aus der Haupstadt Tallinn, das in der vorherigen Runde schon den litauischen Vizemeister FK Trakai geschlagen hatte, rettete sich mit dem Tor zum 1:1-Ausgleich in der 90. Minute in die Verlängerung und gewann das Elfmeterschießen. Haifas Führungstor hatte ein alter Bekannter geschossen, der Ex-05er Nikita Rukavytsya. Auch das Weiterkommen des Birkirkara FC war nicht unbedingt zu erwarten. Nach dem 0:0 im Heimspiel schlug der Tabellendritte Maltas den schottischen Dritten Heart of Midlothian FC 2:1. Der lettische Pokalsieger FK Jelgava warf mit 0:0/3:0 den slowakischen Vizemeister Slovan Bratislava aus dem Wettbewerb, der irische Vizemeister Cork City setzte sich mit 1:1/1:0 gegen den schwedischen Pokalsieger BK Häcken durch. Vier klare Außenseiter haben's geschafft.

Andere Favoriten brauchten Glück und hatten es: Der griechische Fünfte PAS Giannina wähnte sich nach dem 3:0 im Hinspiel gegen den norwegischen Vierten Odd Grenland bereits in der dritten Runde, verlor das Rückspiel in 90 Minuten 0:3, rettete sich in der Verlängerung. Für die Südnorweger bleibt der schwache Trost, wieder aufregende Spiele erlebt zu haben: Vor einem Jahr führte der Odds BK nach 22 Minuten 3:0 gegen Borussia Dortmund und verlor 3:4/2:7.

Für diejenigen unter den 05ern, die in der Gruppenphase die ganz weiten Flüge scheuen, gibt es wieder eine gute Nachricht: Aus Kasachstan ist keiner mehr übrig, mit dem Pokalsieger Kairat Almaty (1:1/1:2 gegen Maccabi Tel Aviv) ist nun auch der dritte Vertreter des zentralasiatischen Lands ausgeschieden. Allerdings käme der kasachische Meister FC Astana aus der Champions-League-Qualifikation hinüber, wenn er in der aktuellen Runde (gegen Celtic Glasgow, das nach dem 0:1 gegen die Lincoln Red Imps mit einem 3:0 im Rückspiel die Blamage eines Ausscheidens gegen den Vertreter Gibraltars vermieden hat) oder in der kommenden Runde ausscheidet. Der Vizemeister Gibraltars übrigens, der Europa FC, der in der ersten Runde gegen Pjunik Jerewan weitergekommen ist, ist ebenfalls draußen: Dem Dritten Schwedens, AIK Solna, reichten zwei 1:0-Siege.

Ebenfalls ausgeschieden sind alle übrigen Bulgaren und Norweger, jeweils zwei Teams, dagegen haben Österreich (2), Kroatien (2), Dänemark (3) und Slowenien (2) alle ihre Vertreter in die nächste Runde gebracht. In jener spielen 58 Mannschaften gegeneinander, darunter jeweils drei aus Griechenland, Tschechien, Österreich, Kroatien und Dänemark. Acht der 16 Zweitrunden-Einsteiger sind schon ausgeschieden, dagegen sind noch 23 Mannschaften noch übrig, die von Anfang an spielen mussten - Nomme Kalju (gegen den türkischen Nachrücker Osmanlispor) und Birkirkara (gegen den russischen Vierten FK Krasnodar) dürften es jetzt schon schwer haben, die letzte Runde zu erreichen, obwohl ihnen nicht einmal die Topteams zugelost wurden. Das sind die Tabellensiebten aus England (West Ham United, gegen NK Domzale/Slowenien) und Deutschland (Hertha BSC, gegen Bröndby/Dänemark) und der Sechste aus Italien (Sassuolo Calcio, gegen FC Luzern), schließlich auch die jeweils zwei Vertreter aus Portugal, Frankreich und Russland. Die Spitzenspiele dürften die Partien zwischen AS Saint-Étienne und AEK Athen sein. Lediglich die Spanier sind immer noch nicht dabei; normalerweise sollte ihr schlechtester Qualifikant dabei sein, aber weil das Land des Europa-League-Siegers (dieses Jahr, wie jedes Jahr, der FC Sevilla) diesen in die Champions League schicken darf, dafür aber einen Europa-League-Platz verliert, hat sich das verschoben.

Gespielt wird am 28. Juli und am 4. August. Die Playoff-Runde wird am 5. August ausgelost. Hier wird bis auf die fünfzehn Verlierer der dritten Champions-League-Qualifikationsrunde überhaupt niemand neu einsteigen. Für Mainz 05 geht es am 15. September in der Gruppenphase los, die am 26. August ausgelost wird.

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