Kommt noch ein Mittelstürmer Ende August?

Jörg Schneider. Mainz.
Die Stimmung beim FSV Mainz 05 zu Beginn des zweiten Teils der Saisonvorbereitung ist bestens. Das hat seinen Grund: „Jetzt kann man endlich die Dinge machen, die Spaß machen“, sagt Martin Schmidt. „Das, was die Spieler lieben.“ Außerdem hat der Kampf um die Positionen begonnen. Dabei gibt’s zwei Sorgenkinder: Danny Latza und Emil Berggreen hinken aufgrund von Verletzungen hinterher. Vor allem der dänische Mittelstürmer hat kaum Chancen, bis zum Ligastart auf Bundesliganiveau zu kommen. Der Trainer schließt nicht aus, dass sich der Klub Ende August noch einmal auf dem Markt umschauen wird.

Martin Schmidt hat am Bruchweg das Rnnen um die Stammplätze eröffnet. Weil Sorgenkind Emil Berggreen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bis zum Saisonstart auf Bundesliganiveau sein wird, schließt der 05-Trainer nicht aus, dass der Klub Ende August noch einmal über einen zusätzlichen Mittelstürmer nachdenkt. Foto: Jörg SchneiderZwei Tage sind die Fußballprofis des FSV Mainz 05 nun wieder in Aktion nach dem Kurz-Urlaub zwischen den Trainingslagern. Die Stimmung am Bruchweg ist ausgezeichnet. Und das hat seinen Grund. Die wochenlange Konditionsquälerei im Grundlagen-Ausdauerbereich ist vorüber. Ab jetzt steht der Fußball im Vordergrund. Das Spiel und die Idee davon. „Jetzt kann man endlich die Dinge machen, die Spaß machen“, sagte Martin Schmidt am Dienstag nach dem Vormittagstraining. „Das, was die Spieler lieben. Jetzt geht es um Schnelligkeit um Tore. Bis jetzt haben wir in den langen Umfängen trainiert mit Ballhalteformen und viel Laufen. Dann sehnst du natürlich auch als Trainer herbei, dass du die Übungen auspacken kannst, in denen es ums Gewinnen und so weiter geht. Deshalb bin auch sehr zufrieden, mit dem was die Jungs da gerade auspacken.“

Ein weiteres, vielleicht das entscheidende Leistungs- und Engagement-fördernde Kriterium kommt nun noch dazu. Ab jetzt geht es bei den 05ern um die Positionen. Der Konkurrenzkampf um die Stammplätze und um die Rollenverteilung im Kader hat begonnen und wird ab Samstag im Trainingslager der 05er im Aostatal noch mehr im Mittelpunkt stehen. „Das hat schon begonnen“, sagt der 05-Trainer. „Ab jetzt geht es verstärkt an die Positionen. Ab jetzt trainieren wir Abläufe. Gegen den Ball. Bei Balleroberung und mit Ball. Da geht es ganz klar um die Plätze. Wir haben da schon einiges auf dem Platz. Da bahnt sich ein einiges an. Da wird es schon richtig rumpeln.“ Der Kampf um die Plätze sei in der ersten Phase der Meisterschaft jedoch einfach abzufedern. „Da ist jedem Spieler klar, dass er im September in drei Wochen nicht sieben Spiele in den englischen Wochen durchmachen kann. Deshalb ist es so, dass du die Spieler schnell bei Laune hast.“ Wer nicht Bundesliga spielt, kann sich für die Europaliga empfehlen und umgekehrt. „Das ist einfacher zu verstehen für den Spieler, als wenn er in drei Wochen kein einziges Spiel macht. Es ist nicht möglich, diese vielen Spiele mit der Stamm-Mannschaft zu absolvieren, die ich vielleicht von Anfang an im Kopf habe.“ Das wissen die Profis, und deshalb sei es wichtig, dass der Druck im Kader groß sei. Die aktuelle Konstellation sei sehr gut, sagt Schmidt. „Wir hatten selten im Kader hinter einem Bundesligaspieler einen weiteren Bundesligaspieler. Wir sind da schon in der Breite sehr gut aufgestellt. Von der Kaderbestückung her, davon bin ich überzeugt, sind wir bundesligatauglich und europaligatauglich.“

Für zwei Spieler in Schmidts Kader ist die Situation in diesem anstehenden Konkurrenzkampf derzeit allerdings nicht so prickelnd. Danny Latza und Emil Berggreen. Latza hat zwar wieder mit leichtem Lauftraining begonnen nach seiner Adduktorenverletzung und der dänische Mittelstürmer spult sein Individual-Programm auf dem Nebenplatz ab, doch noch ist nicht mal sicher, dass beide am Samstag mitfahren ins Trainingslager. Und das wäre vor allen Dingen für Latza schon eine ungute Situation im Fight um die Plätze im zentralen Mittelfeld. Der 05-Trainer hat klar angesagt, dass er keine reinen Hotelgäste mitnimmt nach Italien. „Wenn sie auf dem Platz trainieren und wenigstens Teile des Mannschaftstrainings absolvieren können, dann nehmen wir sie mit.“

Für Latza, der in der vergangenen Saison, seiner ersten bei den 05ern, 27 Bundesligaspiele bestritt und sich durchaus als Stammspieler fühlen durfte, ist es dennoch ein Nachteil, womöglich erst nach der Italienwoche den Konkurrenzkampf richtig aufnehmen zu können. Denn gerade im zentralen Mittelfeld ist das Angebot üppig: Fabian Frei, der am Mittwoch wieder dabei ist, Suat Serdar, José Rodriguez, Jean-Philippe Gbamin. Sie alle bewerben sich um die beiden Plätze auf der Doppelsechs.

Für Berggreen ist die Situation noch unbefriedigender. Der Winter-Neuzugang hängt nach seiner Knie-Operation und einigen missglückten Trainingsversuchen noch weiter hinten dran. „Tatsächlich war der Plan, dass Emil Ende Juni im Mannschafstraining sein sollte“, sagt Schmidt. „Er war auch auf dem Platz, hat aber dann wieder einen Rückschlag erlitten nach einer Woche. Jetzt ist er wieder soweit. Er ist schmerzfrei, aber klar, für den Saisonstart wird das nicht reichen bei ihm.“ Optimal wäre es, so der 05-Trainer, wenn Berggreen nach dem Trainingslager ins Teamtraining einsteigen könnte. „Doch auch dann ist leicht auszurechnen, wo er ist, alleine ausdauermäßig. Er hinkt in unserer Planung hinten nach. Vor September wird mit ihm nicht zu rechnen sein.“

Die Berggreen-Problematik bringt den Plan des Coaches für das Angriffszentrum schon gehörig durcheinander. „Wir müssen Ende August genau hinschauen, wie weit er wirklich ist. Wenn er dann gut und intensiv auf dem Platz steht, ist das natürlich anders, als wenn er wieder nur drinnen liegt und rumjoggt. Dann muss man sich sicher noch einmal zusammensetzen, den Kader angucken und prüfen, ob die Anzahl unserer Offensivspieler reicht, um in diese heißen Wochen zu gehen. Nach dem DFB-Pokal-Spiel werden wir da schauen. Dann wissen wir auch, wie weit Yoshi Muto ist und wie sich die anderen Offensivspieler bewährt haben. Denn klar ist, mit zwei Leuten ganz vorne drin wird es knapp.“

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