„Komplett ahnungslos“

Jörg Schneider. Mainz.
Ein neues, merkwürdiges Kapitel in der unendlichen Geschichte um den Hamburger SV und Thomas Tuchel: Am Freitagvormittag meldete der Privatsender „sky“, dass sich der Ex-05-Trainer und der HSV auf einen Vierjahresvertrag geeinigt hätten. Das Dementi von Tuchels Sprecher Felix Ahns folgte prompt. Unterdessen äußerte sich Christian Heidel, der Manager des FSV Mainz 05, zu angeblichen Verhandlungen, die der HSV mit 05-Linksverteidiger Joo-Ho Park führen soll. „Wir ziehen die Option, und wir haben kein Interesse den Spieler zu verkaufen.“

Die Farce um den Hamburger SV und dessen öffentliches Werben um Thomas Tuchel ist am Freitag wieder in eine neue Runde gegangen. „Sky Sport news“ meldete am Vormittag, der Deal sei perfekt. Der ehemalige Trainer des FSV Mainz 05, dessen Vertrag am Bruchweg derzeit aus den bekannten Gründen ruht, werde ab Juli 2015 Trainer des Bundesliga-Abstiegskandidaten. Der 41-Jährige sollte sich demnach mit dem HSV über einen Vierjahresvertrag geeinigt haben, komme auch im Falle des Abstiegs in die Zweite Liga und werde rund drei Millionen Euro jährlich verdienen.

Das Dementi ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Felix Ahns, der Sprecher des Trainers, erklärte bei DPA: „Es gibt keine Einigung von Thomas Tuchel über einen Vertrag mit dem Hamburger SV, es gibt keinen neuen Stand.“ Damit hat diese merkwürdige Geschichte einen neuen Negativ-Höhepunkt erreicht.

Joo-Ho Park und Verhandlungen mit dem HSV? Kaum zu glauben. Foto: Jörg SchneiderDavon abgesehen könnte der Ex-05-Coach sich schon jetzt durchaus mit einem künftigen Arbeitgeber auf eine Zusammenarbeit einigen, egal wie dieser Klub heißt. Tuchels Vertrag in Mainz läuft am 30. Juni aus. „Thomas kann einen Vertrag ab dem 1. Juli beim HSV unterschreiben und dort beginnen“, sagt Christian Heidel. Tuchel kann nur nicht vor Ablauf seines derzeit ruhenden Vertrages ein Engagement übernehmen, ohne dass der 05-Manager mitzureden hätte.

Merkwürdig mutet auch das von „Bild“ kolportierte, angebliche Interesse der Hamburger am Mainzer Linksverteidiger Joo-Ho Park, mit dem der abstiegsgefährdete Klub angeblich bereits verhandle. Andere Medien behaupteten, die Ablösesumme für den Südkoreaner liege bei 1,5 Millionen Euro.

„Wir werden die Option bei Park ziehen“, bekräftigte der 05-Manager erneut. „Wer diese 1,5 Millionen in die Welt gesetzt hat, muss komplett ahnungslos sein. Wir haben kein Interesse an einem Verkauf des Spielers.“ Heidel hat die Hand drauf und könnte nur dann schwach werden, wenn ein Interessent mit einem unmoralischen Millionen-Angebot kommen würde. Ansonsten ist Park, der sowohl als Linksverteidiger als auch im zentralen Mittelfeld spielen kann, am Bruchweg als wichtiger Leistungsträger fest eingeplant.

Heidel wirkt genervt angesichts dieser Diskussionen. Vor allen Dingen glaubt er nicht daran, dass der 05-Profi nach dem, was er seinem aktuellen Verein zu verdanken hat, jetzt auf Vereinssuche gehe. „Nur mal so am Rande bemerkt: Wenn wir Joo-Ho im  September nicht vier Wochen auf unsere Kosten freigestellt hätten, würde er in drei Monaten mit Uniform und Gewehr die Grenzen Südkoreas bewachen. Seine Karriere wäre beendet  gewesen“, betont Heidel. Bayer Leverkusen beispielsweise habe Heung-Min Son nicht freigestellt. Park spielte wochenlang mit dem U23-Team Südkoreas bei den Asien-Spielen und kam nach dem Titelgewinn, der dem Spieler die Wehrdienstbefreiung einbrachte, zu allem Überfluss verletzt zurück. Heidel: „Ich bin sicher, das hat Joo-Ho nicht vergessen.“

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