Lange Sperre und Geldstrafen für Rodriguez

Jörg Schneider. Mainz.
José Rodriguez ist für sein Foul an dem Augsburger Dominik Kohr, das die Rote Karte zur Folge hatte, vom Sportgericht des DFB mit einer Sperre von fünf Ligaspielen plus einer Geldstrafe von 10.000 Euro bestraft worden. Der Spanier fehlt damit natürlich in der Bundesliga-Partie am Mittwochabend (20 Uhr) beim SV Werder Bremen. Trainer Martin Schmidt kündigte fürs zweite Auswärtsspiel in Folge erneut eine Rotation in der Startelf an. Die wird jedoch wegen der im Moment doch stattlichen Ausfallliste nicht so umfangreich sein, wie ursprünglich von der Belastungssteuerung in den Englischen Wochen geplant.

Das Sportgericht des DFB hat am Dienstagmittag entschieden und eine massive Strafe verhängt:  Die Verbands-Juroren haben José Rodriguez für dessen Foul an dem Augsburger Dominik Kohr für fünf Ligaspiele gesperrt. Darüber hinaus muss der Spanier wegen rohen Spiels eine Geldstrafe von 10.000 Euro zahlen. Der FSV Mainz 05 hat dem Urteil zugestimmt. Rodriguez droht aber für diese übermotivierte Aktion in der Nachspielzeit beim 3:1-Auswärtssieg klubintern eine zusätzliche Geldstrafe. „Wir haben die Strafe akzeptiert“, sagte Martin Schmidt am Mittag in der Spieltags-Pressekonferenz zum morgigen Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen (20 Uhr). „Intern haben wir einen Disziplin- und Regelkatalog für diese Dinge. Das sind klare Vorgaben, die sich das Team selbst auferlegt hat. Und so wird’s gemacht.“ Rodriguez ist für die Bundesliga in Bremen, beim VfL Wolfsburg und auf Schalke sowie in den Heimspielen gegen Bayer 04 Leverkusen und Darmstadt 98 gesperrt, kann aber nächste Woche in der Europapokalpartie in Baku gegen FK Qäbälä eingesetzt werden. „Er ist ein junger Spieler, der noch viel Aufholbedarf hat. Wir nutzen die Zeit, um ihn weiter heranzuführen. Er ist zudem für die Rotation vorgesehen und bleibt ein normaler Teamspieler bei uns. Er ist bisher weder im Training noch in den Spielen negativ aufgefallen.“ Fünf Spiele – das ist die längste Sperre für einen 05er seit Abderrahim Ouakili (28.10. bis 9.12.2000) nach Tätlichkeit gegen Rainer Scharinger (Ulm). Damals wurde noch nicht in Spielen, sondern in Wochen gerechnet – sechs Wochen ergaben in dem Fall fünf Spiele. Seither haben die Mainzer in ihrer Zweit- und Erstligazeit 30 Sperren verkraften müssen, alle waren kürzer.

Martin Schmidt kündigte an, sein Team im Auswärtsspiel bei Werder Bremen personell um eine fixe Achse herum rotieren zu lassen. Foto: Jörg SchneiderNimmt man die derzeit verletzt fehlenden Gianluca Curci, André Ramalho, Danny Latza, Jairo, Emil Berggreen sowie den wegen muskulärer Probleme auch für Bremen wahrscheinlich ausfallenden Suat Serdar hinzu, ist die Ausfall-Liste der 05er doch recht lang. In der Konsequenz bedeutet dies für den 05-Trainer, dass der 49-Jährige morgen Abend im vierten Bundesligaspiel, dem zweiten hintereinander auswärts, nicht so viel durchwechseln kann, wie es die Belastungssteuerung in diesen Englischen Wochen verlangen würde. „Wir müssen dennoch weiter rotieren, weil wir noch zwei weitere solcher Wochen vor uns haben“, sagt der Coach. „Ich glaube, dass wir da behutsam mit unseren Spielern umgehen müssen. Verletzungs-prophylaktisch denken und nicht nur an das Spiel an und für sich, obwohl das Spiel immer das wichtigste sein muss.“ Schmidt kündigte Wechsel an, will aber einige Fixpunkte, eine Achse auf dem Platz lassen und wie in den vergangenen Begegnungen die laufintensiven Positionen drumherum verändern. „Im Zentrum hatten wir eigentlich jetzt anders geplant. Jetzt wäre Jean-Philippe Gbamin dran gewesen mal auszusetzen. Es geht nicht immer alles nach Wunsch.“

Diese Achse, ausgehend von Stefan Bell über Fabian Frei, Gbamin, Yunus Malli bis Jhon Cordoba dürfte deshalb in Bremen wieder gesetzt sein. Schwieriger wird die Entscheidung für Schmidt da schon auf den Positionen der Außenverteidiger und davor, wo sich zuletzt Giulio Donati und Daniel Brosinski, aber auch Gaetan Bussmann bis zu dessen Roter Karte gegen Hoffenheim in guter Form präsentierten. Und wo sich auch Levin Öztunali oder Pablo De Blasis derzeit formstark zeigen. Bussmann hat seine Sperre abgesessen und dürfte wieder mitmischen. „Man will natürlich gerne Spieler, die einen Lauf haben, in diesem Lauf drin lassen und nicht unbedingt wechseln. Auf der anderen Seite läuft man dann Gefahr, dass etwas passiert, weil es untypisch ist dreimal die Woche 90 Minuten zu marschieren. Die Frage ist da immer, lasse ich den Spieler laufen oder erkläre ihm, warum er nun aus vorsorglichen oder taktischen Gründen vielleicht einmal pausieren muss“, sagt Schmidt. „Manchmal muss man dann gegen die Logik entscheiden. Aber es gibt ja auch die Möglichkeit, dass einer nicht in der Startelf ist, aber später als Verstärkung kommt. Das alles ist immer ein spezieller Ansatz für den Trainer.“

Werder Bremen ist für die 05er am Mittwochabend eine Wundertüte. Der Klub hat mal wieder genau vor dem Spiel gegen die 05er den Trainer gewechselt. Wie seinerzeit im Oktober 2014 als Viktor Skripnik Nachfolger von Robin Dutt wurde und direkt sein erstes Spiel in Mainz mit 2:1 gewann. Skripnik musste nun unmittelbar nach der desolaten Werder-Vorstellung beim 1:4 in Mönchengladbach gehen und wird ersetzt vom bisherigen U23-Coach Alexander Nouri. „Das kann gut oder schlecht sein“, sagt Schmidt. „Die gute Serie Skripniks gegen uns mit zwei Siegen und zwei Unentschieden bricht, aber der Wechsel kann neue, gute Gefühle im Team auslösen. Wir haben so etwas in der Vergangenheit mit Bremen, Stuttgart und Hoffenheim schon erlebt und hoffentlich etwas draus gelernt. Wichtig ist dabei, dass unser eigener Ansatz funktioniert, dann muss es uns nicht so kümmern, was der Gegner macht.“

Für den neuen Werder-Cheftrainer ist dies auch eine interessante Erfahrung. Nouri hat es innerhalb weniger Tage zweimal mit den 05ern zu tun. Am Samstag gewann er mit der U23 der Bremer das Drittliga-Heimspiel gegen die von Sandro Schwarz trainierten 05er mit 2:1. Morgen Abend muss er gegen die 05-Profis ran. Martin Schmidt hat sich die U23-Partie in Bremen noch einmal im Video angeschaut, um etwaige Muster und Herangehensweisen seines Kollegen zu erkennen. „Wir werden dann sehen, wie es bei denen aussieht“, sagt der Schweizer.   

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