Latza verlängert, Seydel soll sich zeigen

Jörg Schneider. Saint-Vincent.
Danny Latza quält sich im Moment im Trainingslager des FSV Mainz 05 im Aostatal, um nach einer langwierigen Verletzung wieder zurückzufinden in den Spielkader des Bundesligisten. Am Montag hat der Klub nun den Vertrag mit dem 26-jährigen Mittelfeldspieler, dem Überraschungs-Stammspieler der abgelaufenen Saison, vorzeitig um ein Jahr bis 2019 verlängert. Martin Schmidt hofft darauf, dass dieses Bekenntnis zum Spieler bei Latza einen Schub auslöst, „damit wir ihn möglichst schnell wieder im Team haben.“ Außerdem ist am Montag U23-Mittelstürmer Aaron Seydel zum Profikader in Saint-Vincent dazu gestoßen.

Etwas überraschend kam die Nachricht schon am Montagmittag im Trainingslager in Saint-Vincent. Der Inhalt der Neuigkeit erscheint jedoch logisch: Danny Latza hat seinen Vertrag beim FSV Mainz 05 vorzeitig um ein Jahr bis Juni 2019 verlängert. Der 26-Jährige, der sich im Aostatal derzeit nach einer Adduktorenverletzung im Aufbautraining befindet, war vor der vergangenen Saison vom Zweitligisten VfL Bochum gekommen, hatte sich überraschender Weise im Kader von Martin Schmidt direkt als Sechser durchgesetzt und zum Stammspieler entwickelt, der auf Anhieb 27 Bundesligaspiele für die Mainzer bestritt.

„Danny Latza genießt bei uns große Wertschätzung, was auch in der vorzeitigen Verlängerung seines Vertrages zum Ausdruck kommt. Er hat sich in kurzer Zeit zum Leistungsträger in unserer Mannschaft entwickelt“, sagte Sportdirektor Rouven Schröder. Der Hintergrund dieser Aktion ist klar. Latza war seinerzeit als Zweitligaspieler gekommen und anfangs als Perspektivs- und Entwicklungsspieler eingestuft worden. Mit entsprechendem Gehalt. Wenn Latza nun in der kommenden Woche ins Mannschafstraining einsteigt und versucht, so schnell wie möglich fit und wieder bundesligatauglich zu werden, dann übernimmt der 05-Profi im Kader auch die Rolle, die Neuzugänge José Rodriguez und Jean-Pierre Gbamin an die Sechserposition im 05-Team heranzuführen. Beide neuen Spieler dürften gehaltstechnisch bis heute vor Latza gestanden haben.

Danny Latza (rechts) sollte sich vor einem Jahr an den Bundesligakader herantasten und war viel schneller als erwartet Stammspieler. Jetzt haben die 05er seinen Vertrag vorzeitig verlängert und an seine Rolle im Kader angepasst. Foto: imago„Er ist natürlich eine wichtige Figur für uns. Und nachdem Baumgartlinger weggegangen ist, brauchen wir ihn umso mehr für unsere Automatismen im Spiel. Er ist ein Faktor für unser aggressives Spiel, für unser läuferisches Element, weil er regelmäßig zwischen 13 und 14 Kilometer pro Spiel abspult“, lautete Martin Schmidts erster Kommentar. „Die neuen Spieler tun sich noch schwer, in die Balance reinzukommen, auch deshalb ist Danny sehr wichtig mit seinem laufintensiven Spielstil. Er läuft die Räume zu. Auch mit seiner Defensivarbeit, die die Balleroberung heraufbeschwört. Ich bin froh, dass wir mit ihm verlängern konnten“, erklärte der 05-Coach.

Schmidt hofft nun, dass diese Vertragsverlängerung dem angeschlagenen Profi einen zusätzlichen Motivationsschub gibt. „Möglichst schnell gesund zu werden. Wir zeigen ihm damit, wir bauen auf ihn und wollen ihn so schnell wie möglich wieder im Team haben.“ Man habe Latza damals mit der Perspektive aus Bochum geholt, dass er sich über Platz drei im defensiven Mittelfeld herankämpfen sollte. „Ich muss sagen, er war im Gedankengang als Neuling aus der Zweiten Liga anfangs eher mit einem Top-Talent wie Suat Serdar auf einer ähnlichen Ebene. Latza hat sich dann aber als Sieger der Vorbereitung ausgezeichnet. Und durch Fabi Freis Verletzung hat er sich sofort den Platz geschnappt und außer, dass er verletzt war, nicht mehr hergeben. Da waren wir schon überrascht von der Entwicklung und seiner Performance.“

Außerdem hat es am Montag im Teamhotel in Saint-Vincent einen Neuzugang gegeben. Aaron Seydel ist zum Profi-Kader dazu gestoßen. „Es war geplant, dass er erst U23 spielt und wir ihn dann nachholen. Auch weil er die USA verpasst hat spielerisch wegen einer Verletzung und wir sehen wollen, wie weit er ist, was wir mit ihm machen können“, betonte der 05-Trainer.  Durch die neuerliche Verletzung von Emil Berggreen, der wegen des erlittenen Kreuzbandrisses auch die bevorstehende Saison bei Mainz 05 streichen muss, fehlt Schmidt das Profil „langer Mittelstürmer“. Der 05-Trainer will den Mann aus dem eigenen Nachwuchs in der täglichen Arbeit beobachten, sehen, ob der 20-Jährige eine Ergänzung zu Jhon Cordoba und Yoshinori Muto im Sturmzentrum werden kann.

Denn die Folgen des Berggreen-Ausfalls haben auch eine wirtschaftliche Seite. Einen gestandenen Mittelstürmer mit Bundesliga- oder Erstliga-Erfahrung in einem anderen Land ins Auge zu fassen, könnte das Budget von Rouven Schröder sprengen. Und auch ein Ergänzungsspieler, extern eingekauft, wäre aufgrund der aktuellen Marktsituation kein preislich günstiges Schnäppchen. Seydel ist mit seinen 193 Zentimetern Länge zudem ein fußballerisch guter Zentrumsspieler, dem die sportliche Leitung nun zumindest die Chance geben will, sich zu zeigen und sich zu bewähren. Noch bleiben vier Wochen, um die Situation im Mainzer Angriff zu beobachten und zu entscheiden, ob Schröder kurz von dem Ende der Transferperiode doch noch einmal tätig werden muss.

► Alle Artikel zur Kaderplanung

► Zur Startseite