Malli-Einsatz in Haching höchst fraglich

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 muss höchst wahrscheinlich ohne Yunus Malli im Erstrundenspiel des DFB-Pokals am Sonntag bei der SpVgg Unterhaching antreten. Der Nationalspieler hat sich im Test gegen Rot-Weiß Erfurt einen schmerzhaften Pferdekuss mit Bluterguss oberhalb des Knies zugezogen und wird derzeit intensiv behandelt. Sollte der 24-Jährige ausfallen, wird Martin Schmidt beim Regionalligisten wohl die Variante mit zwei Spitzen bevorzugen. „Die Optionen sind vorhanden“, sagt der 05-Trainer.

Pokal-Einsatz fraglich: Yunus Malli hat sich im letzten Testspiel der 05er einen Pferdekuss mit Bluterguss oberhalb des Knies zugezogen und fällt wahrscheinlich für Unterhaching aus.  Die Aussichten, dass Yunus Malli am Sonntag im Erstrundenspiel des DFB-Pokal bei der SpVgg Unterhaching im Team des FSV Mainz 05 stehen wird, sind anscheinend gering. Der 05-Profi fehlte am Mittwoch im Vormittagstraining. Die Mutmaßungen, der 24-Jährige könnte vielleicht doch seine Wechsel-Ambitionen vorantreiben, bestätigten sich nicht. Malli wurde vielmehr in der Kabine behandelt. Beim 5:0-Testspielsieg des Bundesligisten am Sonntag gegen Rot-Weiß Erfurt hatte der Zehner einen Schlag auf den Oberschenkel, knapp oberhalb des Knies erlitten. Die Verletzung war anfangs nicht groß thematisiert worden, weil die Verantwortlichen von einer leichten Prellung ausgegangen waren. Der Spieler hat sich jedoch offenbar einen schmerzhaften Pferdekuss mit anständigem Bluterguss zugezogen. „Das wird sehr spitz für ihn bis Sonntag“, sagte Martin Schmidt nach der Einheit. Soll heißen, Mallis Einsatz ist höchst fraglich.

„Am Dienstag sollte er laufen, musste aber abbrechen, weil es nicht ging. Er hat jeden Tag mehrere Male Behandlung. Das ganze Programm, aber es ist ein fester Muskel. Wir müssen von Tag zu Tag schauen, aber es wird eng. Auch weil das Risiko einer Folgeverletzung groß ist, wenn der Muskel nicht komplett gelöst ist“, sagte der 05-Trainer. Auch Yoshinori Muto blieb am Mittwoch in der Kabine. „Er hatte bei seinem Kurzeinsatz bei einer Aktion einen Schlag in den Rücken gekriegt. Er hat Schonung, macht sein Reha-Rückenprogramm. Wir rechnen am Donnerstag wieder mit ihm.“ Wenn die Prellung nachlasse, könne Muto spielen, zumindest als Wechselspieler und werde auch frisch sein.

Danny Latza fehlt ebenfalls noch immer im Mannschaftstraining. „Momentan sieht es bei ihm mal wieder etwas positiver aus. So, dass er diese Woche mit der Ballarbeit auf dem Platz beginnen kann. Im Ausdauerbereich ist er schon recht weit“, erklärte Schmidt. In der vergangenen Woche hatte sich der Mittelfeldspieler, der sich seit Wochen mit einer hartnäckigen Adduktorenverletzung herumplagt, bei einem Spezialisten vorgestellt und war mit einem positiven Befund zurückgekommen. „Danny hat grünes Licht erhalten, seine Belastung zu steigern, die Umfänge und Inhalte. Das Problem war bis jetzt immer, wenn du bei der Adduktorengeschichte zu viel machst, wirft es dich schnell wieder um Wochen zurück.“ Jean-Pierre Gbamin, der aus dem Trainingslager in Italien eine Knöchelprellung mitgebracht hatte, trainiert seit Montag wieder mit dem Team. „Heute hat man fast das Gefühl gehabt, dass er gar nicht weg war. Ihm fehlen noch mannschaftstaktische Sachen, aber der Vorteil ist, dass wir in dieser Woche sehr viel in diesem Bereich machen“, sagte der 05-Coach. „Da kann er aufholen. Ich denke, dass er jetzt fast frischer ist als die Anderen, aber er ist taktisch nicht viel weiter. Wenn ich in der Vorbereitung auf das Haching-Spiel sehe, dass er noch nicht so weit ist für den Kader, dann wird er sein Pensum steigern, um nächste Woche fit zu sein.“

Die Arbeitsumfänge sind nach der Hochbelastungsphase in dieser letzten Woche vor dem ersten Pflichtspiel geringer geworden. Am Bruchweg geht’s nun darum, dass die 05-Profis die nötige Frische und Spritzigkeit kriegen. Und es geht um taktische Dinge im Vorgriff auf die Unterhaching-Partie. Personell hat Schmidt weitgehend klare Vorstellungen für den Auftritt vor den Toren Münchens. Er habe das Team zum Teil schon im Kopf“, sagte der 49-Jährige. „Jetzt kommt es noch auf die Trainingswoche an. Wie setzen sie es um? Sind Spieler nervös? Wie ist die Frische?“. Bis zu drei Positionen seien noch vage. „Da nehmen wir noch die Wochenstimmung mit, aber auf sieben oder acht Plätzen habe ich mich schon festgelegt. Da will ich auch nicht mehr zu viel verändern, sondern das, was läuft, mal laufen lassen.“ Einiges hängt davon ab, ob Yunus Malli tatsächlich passen muss. Sollte der Zehner ausfallen, wovon Schmidt im Moment ausgehen muss, dann wird der Schweizer gegen den Regionalligisten mit großer Wahrscheinlichkeit mit zwei Spitzen auflaufen: Pablo De Blasis und Jhon Cordoba haben da eindeutig die besten Karten. „Auch Fabian Frei hat es gut gemacht gegen Erfurt. Besar Halimi hat es gut gemacht im Trainingslager.“ Beide könnte sich der Schweizer als Zehner vorstellen, aber auch in anderen taktischen Konstellationen.

Mallis Ausfall hätte auch Auswirkungen auf die Doppelsechs. José Rodriguez, Suat Serdar und Frei seien bereit. Vielleicht werde er zwei davon auswählen. Eine Variante wäre auch, mit einer Sechs zu spielen und zwei offensiveren Halben davor, falls es mit Malli nicht gehen werde. „Da gibt es noch andere Systeme. Wir können auch mit drei Sechsern spielen. Die Optionen sind vorhanden. Da müssen wir nur gucken, in welche Richtung wir in den nächsten Tage trainieren", so Schmidt.

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