Malli-Position momentan optionslos

Jörg Schneider. Mainz.
Die ohnehin schon nicht kleine Ausfall-Liste des FSV Mainz 05 ist nach der 0:3-Niederlage beim FC Schalke 04 wieder angewachsen. Fabian Frei hat bei seinem Kurzeinsatz einen Rückschlag erlitten und fällt für das Auswärtsspiel der zweiten DFB-Pokalrunde am Mittwoch (18.30 Uhr) bei der SpVgg Greuther Fürth aus. Genauso wie der gesperrte Giulio Donati. Martin Schmidt hat derzeit 16 fitte Feldspieler im Kader für die Partie beim Zweitligisten. Das Ziel ist klar formuliert: „Wir wollen und müssen dort weiterkommen. Wie das geschieht, ist mir dabei gar nicht so wichtig“, sagt der 05-Trainer. „Wir wollen in allen Wettbewerben überwintern.“

Große Probleme, seinen Kader für das Auswärtsspiel der zweiten Runde im DFB-Pokal zu nominieren, hat Martin Schmidt derzeit nicht. Im Gegenteil, die Personallage am Bruchweg hat sich nach der 0:3-Niederlage in der Bundesliga beim FC Schalke 04 noch einmal verschärft. Der Trainer des FSV Mainz 05 muss für die Partie am Donnerstagabend (18.30 Uhr) beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth alle Feldspieler mitnehmen, die der Kader aktuell hergibt. Das sind 16 Profis. Giulio Donati ist bekanntlich gesperrt für die Pokal-Begegnung. In Gelsenkirchen hat zudem Fabian Frei, der fest eingeplant war, einen Rückschlag erlitten. Der Schweizer klagte nach seinem 15-minütigen Comeback nach der Muskelverletzung erneut über Beschwerden im Oberschenkel. „Also haben wir beschlossen, das Tempo rauszunehmen, einen Schritt zurück zu gehen und ihn mit Reha wieder langsam heranzuführen“, sagt der 05-Trainer.

Keine Komfortable Situation in einer Phase, in der sowieso alle Profis aufgrund der ständigen Mehrfachbelastung müde sind. Donati, Frei, Latza, Ramalho, Clemens, Muto, Berggreen - das sind schon einige Leistungsträger, die da ausfallen. André Ramalho kann zwar inzwischen wieder das komplette Mannschaftstraining bestreiten. „Nach fast sieben Wochen Verletzung wäre es aber etwas überstürzt, ihn jetzt schon dazu zu nehmen“, sagt Schmidt. „Er wird in den nächsten Tagen und Wochen richtig aufgebaut.“

Yunus Malli hatte es schwer im Spiel auf Schalke und wirkte etwas müde. Doch für seine Zehnerposition hat der 05-Trainer derzeit keine weitere Option. Foto: ImagoJedenfalls sind die Aufstellungsvarianten des 05-Coaches morgen Abend im Fürther Ronhof begrenzt. „Die Rotation kommt etwas ins Stocken, wenn du nur 16 topfitte Spieler hast“, sagt der 49-Jährige. Auf einer Position fällt das Ganze besonders stark ins Gewicht. Schmidt hat keine Alternative auf der zehn, um Yunus Malli mal richtig schonen zu können, der alle Spiele bestritten hat und nun in schwierigen Begegnungen wie auf Schalke, in denen der Gegner den Spielmacher explizit auf der Rechnung hat, langsam Ermüdungserscheinungen zeigt. „Seine Position ist momentan optionslos“, betont der Trainer. Dass Malli in Gelsenkirchen nicht wie sonst ins Spiel kam, sei stark vom Gegner beeinflusst gewesen, erklärt Schmidt. „Das Schalker Spiel war ganz eindeutig darauf ausgelegt, uns im Zentrum die Flügel zu stutzen. Ihr Dreier-Zentrum war deutlich auf Yunus und Jean-Philippe Gbamin ausgerichtet, um uns da unser Umschaltspiel zu nehmen. Da hat natürlich ein Spieler wie Malli, ein Kreativgeist, Mühe, wenn er so hart angegangen und direkt weggedeckt wird, sobald wenn er in den Raum geht.“

Schmidt sagt, er wisse dass Malli dringend etwas Pause brauche. „Wir wissen aber auch, wie wichtig er in unserem Spiel ist. Gerade wenn wir den Ball haben und das Spiel machen müssen. Dann brauchen wir seine Kreativität.“ Das dürfte in Fürth der Fall sein. „Wann wir ihn in den nächsten drei Spielen mal ein bisschen entlasten werden, werde ich vom Gegner abhängig machen. Vielleicht ihn mal nach 60 Minuten runter nehmen, vielleicht bringe ich ihn mal die letzte halbe Stunde. Mal sehen“, so der Schweizer. „Wir brauchen aber sein Spiel, um Zonen zu überwinden. Wenn zusätzlich Frei fehlt, der die Pässe spielen kann, müssen wir aufpassen, dass die Homogenität drin bleibt.“

Ähnlich, jedoch nicht ganz so gravierend, ist’s bei Jhon Cordoba. „Da haben wir Pablo De Blasis und Karim Onisiwo, die vorne drin spielen können, auch als Doppelspitze. Pablo und Karim können da vorne drin auch Alarm machen. Halt mit einer anderen taktischen Herangehensweise. Das ist einfacher“, sagt Schmidt. „Doch auch bei Jhon ist es angesagt, dass er jetzt bald mal wieder über die Bank kommt.“

Auf Schalke hatten die Mainzer Flügelspieler so ihre Probleme. „Es ist so, dass die Gegner langsam unsere Bahnspieler kennen. Die wären ja blauäugig, wenn die uns dauernd diese Räume geben. Das ist jetzt die nächste Entwicklungsstufe unserer Außen, sich da zu messen, neue Lösungen zu suchen. Wenn es über außen nicht geht, die Lösung übers Zentrum, das Spiel in die Spitze zu suchen“, sagt der 05-Trainer. „Dem werden wir uns stellen. Ich bin überzeugt davon, dass wir auf der Außenbahn auch wieder bessere Spiele sehen als das auf Schalke. Wenn es in einem Spiel mal ins Stocken kommt, wird da nicht der ganze Zug gebremst, sondern vielleicht nur etwas verlangsamt. Jetzt gilt es wieder Fahrt und Tempo aufzunehmen. Das muss unser Anspruch sein.“

Apropos Anspruch: Die personellen und aufstellungstechnischen Schwierigkeiten sollen nicht als vorweggenommenes Alibi dienen. Die Mainzer fahren mit dem eindeutig formulierten Anspruch nach Fürth, diese Partie beim Zweitligisten zu gewinnen. „Wir wollen und müssen dort weiterkommen. Wie das geschieht, ist mir dabei gar nicht so wichtig“, sagt der 05-Trainer. „Wir wollen in allen Wettbewerben überwintern. Das werden wir auch so angehen.“   

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