Mallis Suche nach Konstanz

Jörg Schneider. Mainz.
Sein Vertrag beim FSV Mainz 05 läuft am Saisonende aus. Der Bundesligist führt derzeit Gespräche mit Yunus Malli, der aber auch andere Angebote prüft. Martin Schmidt hält viel vom 23-Jährigen, an dessen Spiel sich die Geister scheiden, dessen Auftritte oft das komplette Spektrum abbilden von überragend bis unsichtbar, der nach Konstanz auf hohem Niveau sucht. „In manchen Spielen ist er es, der den Unterschied ausmacht. In anderen Spielen ist er normal drin. Das hat sicher auch mit seinem Alter zu tun“, sagt der 05-Coach.

Auf der Suiche nach Konstanz: Die Partie gegen Bayer Leverkusen gehörte zu den Spielen, in denen nicht viel zusammenlief bei Yunus Malli (rechts).Yunus Malli hat sich in den vier Spielzeiten seit seinem Wechsel aus dem Nachwuchsbereich von Borussia Mönchengladbach an den Bruchweg vom herausragenden Talent zum gestandenen Bundesligaspieler entwickelt. Vom Teilzeitarbeiter mit vielen Kurzeinsätzen zum Leistungsträger. Seit Mitte der vergangenen Saison ist der 23-Jährige Stammspieler beim FSV Mainz 05. Nun steht der U21-Nationalspieler vor der Frage, ob er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag beim FSV Mainz 05 verlängert, was die 05er gerne hätten. Oder ob Malli eines der vorhandenen Angebote der Konkurrenz annimmt und ablösefrei den Klub wechselt.

Am Spiel des 05-Zehners scheiden sich oft die Geister. Malli beeindruckt immer wieder mit überragenden Aktionen und Spielen, mit Toren und Torvorbereitungen. Doch der 05-Profi streut auch immer wieder Vorstellungen ein, in denen er über Phasen hinweg abtaucht, kaum zu sehen ist, keinen Zugriff hat auf die Partie. So, wie zuletzt beim 2:3 gegen Bayer Leverkusen. Dennoch ist Malli offenbar begehrt bei anderen Vereinen. Fünf, sechs Angebote sollen dem Profi vorliegen. Zuletzt flirtete Malli mit einer Rückkehr nach Mönchengladbach.

Mainz 05 möchte den Spieler gerne weiterbeschäftigen. Die Verantwortlichen im Klub sind der Überzeugung, dass der Techniker sich in Mainz am besten weiterentwickeln, sein Spiel verbessern, mehr Konstanz hineinbringen, sich zu einer tragenden Figur aufschwingen kann, um dann bereit zu sein für einen großen Klub. Dass seine Leistungsschwankungen jedoch mit den Wechselambitionen des 23-Jährigen zu tun  haben könnten, mit dessen Gedanken um eine eventuelle sportliche und finanzielle Verbesserung, an diesen Zusammenhang glaubt sein Trainer nicht.

„Yunus muss sich Gedanken über seine Zukunft machen, wenn sein Vertrag ausläuft. Das ist klar“, sagt Martin Schmidt. „Fakt ist, dass es Angebote gibt und wir mit ihm und seinem Umfeld in Gesprächen sind.“ Malli habe sich inzwischen schon auf ein sehr hohes Niveau gebracht. „In manchen Spielen ist er es, der den Unterschied ausmacht. In anderen Spielen ist er normal drin. Das hat sicher auch mit seinem Alter zu tun“, sagt der 05-Coach.

"... dann wäre er schon lange weg"

„Yunus ist immer noch ein 23-jähriger Kerl, der noch sucht, auch nach seiner Konstanz sucht. Ich denke, wenn er auf seiner Position als Spielgestalter schon dauerhaft Spiele aneinanderreihen würde, ständig auf demselben hohen Niveau, dann wäre er schon lange weg. Dann müsste er sich über die Zukunft gar keine Gedanken machen.“ Malli sei sicher auf dem Weg dahin. „Er schafft es ja, immer mehr gute Spiele nacheinander zu zeigen. In der Konstanz hat er sicher zugelegt.“

Diese Partie gegen Leverkusen sei für die Zentrumsspieler kein einfaches gewesen wegen des Dauerpressings des Gegners, der Akteuren wie Malli ständig den Platz und die Zeit in der Mitte genommen habe. Spiele, wie die gegen Eintracht Frankfurt oder die Gladbacher, die nicht diese extreme Vorwärtsverteidigung praktizierten, seien Begegnungen, in denen jemand wie Malli mehr glänzen könne. „Dieses Spiel jetzt war schwieriger für ihn in der Mitte, darunter hat er gelitten. Da gab es kaum Räume, um gestalterisch arbeiten zu können. Das war auffällig. Aber nicht nur bei Yunus. Auch Johannes Geis und Julian Baumgartlinger waren eingeengt in ihren Möglichkeiten, wie nie in den letzten Heimspielen. Die Leverkusener wussten schon, wo sie bei uns Druck ausüben mussten, damit wir nicht so in unser Spiel finden.“

Schmidt jedenfalls hält sehr viel von seinem Techniker auf der zehn. „Yunus ist schneller geworden. Er findet mehr und bessere Lösungen, er wird mit dem Ball am Fuß immer wichtiger für unser Spiel“, sagt der Schweizer. „Ich glaube, dass er in der Konstanz besser geworden ist, noch besser werden wird, und wir wieder bessere Spiele als gegen Leverkusen von ihm sehen. Er ist auf einem guten Weg.“

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