Matchplan hinter verschlossenen Türen

Jörg Schneider. Mainz.
Martin Schmidt ist vor dem Bundesliga-Start seiner Mannschaft in der komfortablen Situation, nicht einen verletzten Spieler im Kader zu haben. Pablo De Blasis ist nach auskuriertem Bänderanriss im Knie ins Training zurückgekehrt und soll in etwa zwei Wochen wieder einsatzfähig sein. Am Bruchweg ist heute Trainingsarbeit hinter verschlossenen Türen angesagt. Der Trainer des FSV Mainz 05 feilt mit seinem Team an Taktik und Herangehensweise für das Auftaktspiel am Samstag in der Coface Arena gegen den FC Ingolstadt.

Erste Übungen mit Ball: Pablo De Blasis trainiert nach auskurierter Verletzung wieder mit dem 05-Team. Foto: Jörg SchneiderAm heutigen Mittwoch und am Freitag gibt es kein öffentliches Training beim FSV Mainz 05. Martin Schmidt feilt an diesen Tagen noch einmal intensiv an den taktischen Anforderungen, die der Start in die neue Bundesligasaison für seine Profis bereithält und legt die Herangehensweise fest. Der Matchplan für die Partie am Samstag (15.30 Uhr) in der Coface Arena gegen den FC Ingolstadt, das erste Bundesligaduell überhaupt gegen diesen Aufsteiger.

Der 05-Trainer kann sich dabei über die Tatsache freuen, seinen kompletten Kader auf dem Platz zu haben und daraus jene Formation bilden zu können, der Schmidt am ehesten zutraut, die Runde mit einem Erfolg zu beginnen. Seit dieser Woche ist auch Pablo De Blasis wieder dabei. Der Argentinier hat seine Verletzung (Innenbandanriss im Knie) auskuriert, hat am Dienstag bereits Teile des Trainings absolviert und soll ab Donnerstag wieder im vollen Umfang in die Arbeit einsteigen. „Pablo hat sehr intensive Tage hinter sich. Er ist schon recht weit“, sagt Schmidt. „Jetzt braucht er zwei komplette Trainingswochen, um den Rhythmus wiederzufinden.“ Dann greift auch der Stürmer in den Konkurrenzkampf um die Startplätze ein.

„Mit dem Einstieg von Pablo haben wir aktuell keinen einzigen verletzten Spieler im Kader“, betont der 05-Trainer zufrieden. „Ein großes Kompliment an unsere medizinische Abteilung und die Belastungssteuerung unseres Athletik-Trainer-Teams. Mit allen Spielern trainieren zu können ist der optimale Weg, um eine gute und motivierte Mannschaft an den Start bringen zu können.“

Nahezu alle Positionen im 05-Team sind hart umkämpft. Und Schmidt legt Wert darauf, dass auch Spieler wie Niki Zimling und Gonzalo Jara, die in der Perspektiv-Rangliste nicht als Startelf-Kandidaten eingestuft sind, ihren Anteil am hohen Leistungslevel haben, den die Mainzer vor dem Saison-Auftakt auf den Platz bringen. „Niki erhöht den Druck auf die Zentrums-Spieler“, erklärt der Coach. „Er ist auf einem Top-Level, auch körperlich. Da darf im Mittelfeld keiner wackeln, sonst ist Zimling schnell drin im Team. Das trifft auf Gonzalo im Abwehrbereich genauso zu.“ Wie die Zukunft der beiden Profis genau aussehe, werde man Ende des Monats, nach Ablauf der Transferperiode, wissen.

Der Plan ist aufgegangen

Der 3:0-Erfolg im DFBV-Pokal bei Energie Cottbus am Sonntag und die dabei gezeigte Vorstellung der Mannschaft, hat dem Trainer die Gewissheit gegeben, dass seine Planung richtig war. Dass die Herangehensweise in der Vorbereitung mit Testspielen gegen starke internationale Konkurrenz ein guter Weg war, um den Kader in Wettbewerbs-Form zu bringen. „Unser Plan ist aufgegangen, schon die Vorbereitungsspiele gegen St. Etienne oder Monaco so durchzutakten wie ein Bundesligaspiel“, sagt der Coach. „In Cottbus war kein Spieler keine Minute im Testspielmodus.“

Über die Probleme in der letzten Viertelstunde des Pokal-Auftritts nach komfortabler 3:0-Führung werde geredet. Deshalb gibt es für die 05-Profis in dieser Woche vor dem Start auch keinen freien Tag. „Wir trainieren intensiv weiter und arbeiten ohne Pause. Es geht um unsere Leistung und die Art und Weise, wie wir die am Samstag auf dem Platz umsetzen“, sagt Schmidt. „Wir wollen Euphorie ins Heimspiel reinbringen.“ Der FC Ingolstadt werde sich in Mainz als starker Gegner präsentieren. Wahrscheinlich noch einmal zusätzlich angestachelt durch das Pokal-Aus mit der 1:2-Niederlage in Unterhaching. „Die bestreiten ihr erstes Bundesligaspiel in ihrer Vereinsgeschichte. Wenn die nicht motiviert sind, wer dann?“ Sein Team habe jedenfalls alle Antennen ausgefahren, bereite sich intensiv vor und sei gewappnet für den Auftakt.

In Cottbus gefielen dem 05-Trainer besonders zwei Dinge, die auch gegen den FC Ingolstadt relevant sind: Die Verteidigung von Kontern nach Ballverlusten im eigenen Ballbesitz sowie das eigene, tempogeladene Umschaltspiel nach Balleroberungen oder gelungenen Spielverlagerungen. In Cottbus führte dies dazu, dass der Drittligist 70 Minuten lang so gut wie keine gefährliche Aktion in Tornähe zustande brachte. Und dass die Mainzer die Entscheidung mit blitzsauberen Aktionen herbeifügten, weitere Großchancen erarbeiten, in einer Geschwindigkeit, die den Gegner überforderte. „Unsere große Stärke ist das schnelle Umschaltspiel“, sagt der 05-Trainer. „Das ist nicht zu verteidigen, wenn wir es gut spielen. So müssen wir es auch zum Saisonstart auf den Platz bringen, dass es nicht zu verteidigen ist.“