Maxim macht's

Christian Karn. Mainz.
Die WM-Qualifikation geht in die letzten Runden. Gute Nachricht für die Mainzer Nationalspieler: Alle haben noch zumindest Chancen. Yoshinori Mutos Japaner machten (ohne den 05er) alles klar, Leon Balogun ist mit Nigeria dank des 4:0 gegen Kamerun so gut wie durch. Dänemark setzte Viktor Fischer beim 4:0 gegen Polen nicht ein. Bosnien verpasste (ohne den angeschlagenenen Kenan Kodro) mit dem 2:3 (2:0) gegen Zypern den zweiten Platz, hat aber weitere Chancen. Und Alexandru Maxim hielt nach seiner späten Einwechslung mit dem Siegtor gegen Armenien in der 91. Minute die Hoffnungen der Rumänen zumindest noch ein bisschen am Leben.

Alle Spiele

Do., 31. August:
12.35: JPN - AUS 2:0
20.45: CYP - BIH 3:2

Fr., 1. September:
18.00: NGR - CMR 4:0
18.00: U21 - HUN 1:2
18.00: FRA U21 - CHI 1:1
18.00: Würzburg - 05 2:2
20.45: ROM - ARM 1:0
20.45: DEN - POL 4:0

So., 3. September:
20.45: GIB - BIH

Mo., 4. September:
18.00: ARM - DEN
18.00: CZE - U20
19.00: CMR - NGR
19.00: U21 - KOS
20.45: MNE - ROM

Di., 5. September:
18.30: FRA U21 - KAS
19.30: KSA - JPN

Eine schwierige, eine richtig schwierige Geschichte war's am Freitag für die rumänische Nationalmannschaft, aber am Ende eine erfolgreiche Geschichte. Dank des Mainzers: Nachdem Alexandru Maxim über 80 Minuten lang zugesehen hatte, wie seine Kollegen gegen das 0:0 und gegen längst nur noch zehn Armenier anrannten, wie sie gar einen Elfmeter verschossen (Bogdan Stancu von Bursaspor, 55. Minute), wechselte der Nationaltrainer Christoph Daum den Zehner halt ein. Nur sechs Minuten darauf traf Maxim ins Tor - abseits, aberkannt. In der 91. Minute traf der Mainzer nochmal, diesmal zählte es. Und wenn's auch im ersten Moment nach Zufall aussah, als habe der für den Elfmeterschützen eingewechselte Joker den Ball vom Rechtsverteidiger, Steaua Bukarests Romario Benzar, einfach nur übergeschossen bekommen, war's bei genauerer Betrachtung sogar Absicht; durchaus geschickt schnickte Maxim den Ball mit dem Rücken zum Tor ins lange Eck.

Der Held des Armenien-Spiels: Siegtorschütze Alexandru Maxim. Foto: imagoDer späte Siegtreffer hält die WM-Hoffnungen der Rumänen am Leben. Was er tatsächlich wert ist, ist die Frage. Montenegro gewann 3:0 in Kasachstan und verteidigte damit den zweiten Platz in der Gruppe E. Und Dänemark (ohne den 05er Viktor Fischer) schlug den Tabellenführer Polen sogar 4:0, bleibt damit punktgleich mit den Montenegrinern. Die Rumänen haben drei Spiele Zeit, vier Punkte auf beide aufzuholen - spielen noch jeweils auswärts gegen beide, zunächst am Montag gegen Montenegro, dann im Oktober in Dänemark. Am Ende wird Maxims Treffer vielleicht entscheidend gewesen sein.

Die Bosnier dagegen vergaben bereits am Donnerstag die große Chance, Zweiter der Gruppe H zu werden. Griechenland (das gegen Estland nur 0:0 spielte) kann sich bei Zypern bedanken, das gegen die Bosnier einen 0:2-Halbzeitrückstand zum 3:2-Sieg drehte; die Griechen bauten damit ihren Vorsprung auf zwei Punkte aus. Der 05er Kenan Kodro war wegen Sprunggelenkproblemen nicht im Kader. Nichts Ernstes, heißt es, man hofft, ihn zum Pflichtsieg gegen Gibraltar am Sonntag wieder hinzubekommen.

Yoshinori Muto war dagegen Zeuge bei der endgültigen WM-Qualifikation Japans. Der Stuttgarter Takuma Asano und Yosuke Ideguchi von Gamba Osaka schossen die Tore zum 2:0 im Spitzenspiel der asiatischen Qualifikation gegen Australien - das abschließende Spiel am Dienstag in Saudi-Arabien ist somit nur noch für den Gegner von Bedeutung. Japan kann den ersten Platz seiner Gruppe nicht mehr verlieren. Im Spieltagskader war auch Muto nicht; sein Nationaltrainer Vahid Halilhodzic hat 27 Mann nominiert, darf nicht alle aufstellen oder auf die Bank setzten, strich Muto aus dem Aufgebot gegen Australien.

Leon Balogun (am Ball) setzte mit Nigeria ein dickes Ausrufezeichen: 4:0 gegen den Afrikameister Kamerun, noch ein Tor höher als beim letzten Treffen vor zwei Jahren! Foto: imagoGut sieht's schließlich auch für Leon Balogun aus. Mit dem Mainzer in der Innenverteidigung gewann Nigeria gegen den Afrika-Meister Kamerun nicht überraschend, aber überraschend hoch. Balogun leitete beim 4:0 mit einer schönen Grätsche am eigenen Strafraum, für die es Szenenapplaus des nigerianischen Publikums gab, indirekt das zweite Tor ein - zwar brachte Victor Moses (Chelsea) im Zwei-gegen-Einen-Konter den Ball nicht am Verteidiger vorbei, den fies flach reingespielten Eckball lenkte John Obi Mikel (nach elf Jahren für Chelsea jetzt in China für Tianjin Teda aktiv) ins Netz (42.). Mikel hatte bereits in der 29. Minute das 1:0 von Odion Ighalo (Changchun Yatai/China) vorbereitet. Victor Moses traf zum 3:0 (55.), das aktuelle nigerianische Toptalent Kelechi Iheanacho (Leicester City) schließlich in der 76. Minute zum Endstand. Kurz vorher hatte Leon Balogun nach einem missglückten Eckball das Tor seines Lebens versucht. Die Situation war eigentlich aussichtslos, es ging auch schief, aber versuchen muss man's.

Der klare Sieg unterstreicht den nigerianischen Anspruch, die beste Mannschaft Afrikas zu stellen. Den belegte das von Gernot Rohr trainierte Team nicht nur durch die Anzahl der Tore. Auch durch deren Entstehung, durch die schnellen Kombinationen, mit denen es die Abwehr des Afrika-Meisters immer wieder auseinander nahm. Auch in weiteren Situationen, in denen sie am Torwart scheiterten, das Tor nicht trafen, doch noch irgendwo hängen blieben. Der klare Sieg macht auch die WM-Teilnahme zwar noch nicht absolut fest, der Vorsprung von sieben Punkten auf Kamerun bei nur noch drei ausstehenden Spielen reißt den Nigerianern die Tür jedoch sehr weit auf.

Die Mainzer U21-Nationalspieler bestritten derweil zwei Testspiele. Beim 1:2 der deutschen Nachwuchsmannschaft gegen Ungarn machte Levin Öztunali trotz des 0:2-Rückstands bis zu seiner Auswechslung in der 63. Minute gar kein schlechtes Spiel. Suat Serdar wurde in der 46. Minute eingewechselt. Abdou Diallo spielte beim 1:1 Frankreichs gegen Chile bis zur 73. Minute. Für beide Teams beginnt am Montag die EM-Qualifikation.

Heute haben die Nationalspieler der 05er Pause. Morgen geht's weiter mit Gibraltar gegen Bosnien-Herzegowina, am Montag und Dienstag folgen fünf weitere Spiele.

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