Moritz bleibt wichtig für die Region

Christian Karn. Mainz.
Wie erwartet verlässt Christoph Moritz nach drei Jahren den FSV Mainz 05. Der in den vergangenen beiden Spielzeiten nicht nur wegen seiner langwierigen Rückenverletzung nicht mehr allzu häufig eingewechselte Mittelfeldspieler bleibt jedoch in der Region: Moritz unterschrieb einen Zweijahresvertrag beim Vorjahres-Zehnten der 2. Bundesliga, dem 1. FC Kaiserslautern.

Das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim im vergangenen September war einer der letzten Startelf-Einsätze von Christoph Moritz im 05-Trikot. Beim FCK will der hoch angesehene, aber sportlich nicht mehr allzu bedeutende Mittelfeldmann einen neuen Anlauf starten. Foto: imagoDer Wechsel von Christoph Moritz zum 1. FC Kaiserslautern hatte sich gestern schon angedeutet, am Freitagmorgen machten die Klubs den Transfer offiziell. Moritz unterschrieb beim Zweitligisten aus der Pfalz, der die vergangene Saison auf dem zehnten Platz abschloss, einen Zweijahresvertrag.

Drei Jahre lang war der in Aachen ausgebildete und auf Schalke zum Bundesligaprofi gereifte Mittelfeldspieler aus Düren ein 05er, eine größere Rolle spielte er jedoch nur in seiner ersten Saison. Damals schon war ein Problem deutlich, das Moritz möglicherweise zum FCK mitnimmt: Thomas Tuchel stellte ihn mal auswärts als Defensivzehner auf, als Arbeiter in der Raute, hinter zwei Spitzen. Mal als Sechser, was nicht so recht funktionierte, mal als Rechtsaußen, was auch nicht Moritz' Welt war.

Seine besten Spiele machte der Mittelfeldmann auf der seitlichen Rautenposition im 4-4-2, das die 05er unter Tuchel noch gelegentlich spielten, unter seinen Nachfolgern gar nicht mehr. Kasper Hjulmand legte trotzdem noch großen Wert auf Moritz, stellte ihn regelmäßig auf, verlor ihn aber nach acht Spieltagen durch eine langwierige Rückenblessur; als Moritz nach einem halben Jahr wieder fit war, war Hjulmand längst entlassen, Martin Schmidt Trainer. Der holte Moritz weiterhin sehr regelmäßig in den Kader, aber ließ ihn meist auf der Bank; 27 Spieltagsnominierungen führten in der abgelaufenen Saison nur zu acht Einsätzen in der Bundesliga, drei in der Startelf: Moritz begann als Sechser beim 3:1 gegen Hoffenheim und beim 0:1 in Leverkusen sowie als Rechtsaußen beim 1:3 gegen Bremen. Nach jenem Spiel Ende Oktober 2015 nur noch dreimal für wenige Minütchen eingewechselt. In drei Jahren spielte Moritz insgesamt 46 Pflichtspiele für die 05-Profis in der Bundesliga und den Pokalwettbewerben, dabei schoss er binnen weniger Wochen zwei Tore. Außerdem wurde der Mittelfeldspieler einmal in der Regionalliga und dreimal in der 3. Liga (1 Tor) eingesetzt.

Dass Moritz, grundsätzlich ein feiner Kicker, bei den 05ern keine große Zukunft mehr hätte, war so früh abzusehen. Als intelligenter Kopf, freundlicher, intelligenter Mannschaftsspieler war er intern und extern immer hoch angesehen, das betont zum Abschied auch Rouven Schröder: Moritz sei ein Spieler, der sich "in seiner Zeit bei Mainz 05 top professionell eingebracht hat und der im gesamten Team sehr beliebt ist", sagt der 05-Sportdirektor. "Durch den Wechsel erhält er die Chance für einen sportlichen Neuanfang und für eine tragende Rolle in einer Mannschaft. Dafür wünschen wir ihm alles Gute, wir werden seinen weiteren Weg mit großer Sympathie verfolgen."

Beim FCK ist Moritz nach Torwart André Weis (FSV Frankfurt) und den Offensivspielern Osayamen Osawe (Hallescher FC) und Max Dittgen (SGS Großaspach) der vierte Neuzugang. FCK-Sportdirektor Uwe Stöver - selbst einst 05-Profi - freut sich "dass wir mit Christoph Moritz künftig einen weiteren wichtigen und erfahrenen Spieler im zentralen Mittelfeld haben. Er bringt viel Qualität in unser Team."

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