Nach 12 Spieltagen besser als im Vorjahr

Jörg Schneider. Mainz.
Mit dem Heimspiel-Highlight am Freitagabend gegen den FC Bayern München eröffnet der FSV Mainz 05 den 13. Spieltag und die Schlussphase dieser Bundesliga-Vorrunde, die erst im neuen Jahr endet. Nach der 1:2-Niederlage bei Hertha BSC belegen die 05er Platz neun mit 17 Punkten. Interessant dabei: In den bisherigen zwölf Spielen hat das Team einen Zähler mehr eingefahren als zum selben Zeitpunkt der vergangenen Saison. Allerdings holten die Mainzer im Vorjahr an den Spieltagen 13 bis 16 noch acht weitere Punkte. Dieses Vorhaben zu wiederholen erscheint jedoch schwierig angesichts des Restprogramms vor Weihnachten.

Nach dem trainingsfreien Dienstag beginnen beim FSV Mainz 05 am Mittwoch die Vorbereitungen auf das Heimspiel-Highlight am Freitagabend in der Opel Arena gegen den FC Bayern München. Die Partie gegen den Deutschen Rekordmeister bildet für die 05-Profis den Auftakt zum letzten Abschnitt in diesem Fußballjahr, der für das Team von Martin Schmidt noch einige schwere Prüfungen bereithält. Nach der 1:2-Niederlage bei Hertha BSC  stehen die Mainzer mit ihren 17 Punkten noch immer auf einem ordentlichen neunten Platz in der Tabelle. Den gilt es zu verteidigen in den ausstehenden vier Bundesliga-Begegnungen bis Weihnachten, was beim bevorstehenden Programm nicht gerade eine einfache Aufgabe sein wird: Heimspiel gegen die Bayern, auswärts in Mönchengladbach, zu Hause gegen  den Hamburger SV und zum Jahres-Abschluss das Derby bei der heimstarken Frankfurter Eintracht. Die Zielvorgabe, bis zur Winterpause auf 20 Punkte oder mehr zu kommen, ist noch einmal eine echte Herausforderung. Dazu kommt das letzte Gruppenspiel in der Europaliga, nächsten Donnerstag gegen Qäbälä FK, in dem sich die 05er aus dem Wettbewerb verabschieden. Am besten mit einem Sieg, der auch im Hinblick auf das Bundesliga-Programm wichtig wäre für die eigene Befindlichkeit.

Danny Latza gab in Berlin nach langer Verletzung sein Saisondebüt. Ist der 05-Sechser nun auch im Heimspiel gegen die Bayern ein Thema für den Trainer? Foto: Ekkie Veyhelmann Mit der Niederlage im Olympiastadion ist bei den Mainzern nun auch das Thema Rotation weitgehend beendet. Für den 05-Trainer dürfte in diesem Restprogramm im Vordergrund stehen, die jeweils bestmögliche Formation auf den Platz zu bringen – unabhängig von den Zwängen der Belastungssteuerung in verschiedenen Wettbewerben. In Berlin gaben Danny Latza und Aaron Seydel ihr Saisondebüt. Damit hat Schmidt nun seit dem Sommer 24 Spieler eingesetzt. Nur die Torhüter Jannik Huth und Gianluca Curci sowie Besar Halimi, Philipp Klement und der verletzte Emil Berggreen sind noch ohne Profi-Einsatz. Christian Clemens und Yoshinori Muto drängen nach überstandenen Verletzungen vor Weihnachten noch auf Einsatzzeiten.

Nach den vielen Englischen Wochen, in denen Regeneration und Aufbau von körperlicher und mentaler Frische mehr Raum einnahmen als die tägliche Trainingsarbeit, steht nun der Trainingsaspekt wieder verstärkt im Vordergrund. Das Feilen an taktischen Dingen. Für die Profis geht es zudem auf der Zielgeraden der Vorrunde nun auch verstärkt darum, sich über die Trainings-Leistungen für die Startelf und den Spielkader zu empfehlen. Die Zeiten, in denen der 05-Trainer bis zu sechs Positionen pro Spiel veränderte, dürften vorbei sein. Das ist auch gut so, denn obwohl die Mannschaft trotz der ständigen Wechsel grundsätzlich ihre Konkurrenzfähigkeit unter Beweis stellte, waren die negativen Aspekte der Rotation nicht zu übersehen. Die für ihr Spiel so elementaren Automatismen und Prinzipien wirken aufgrund der zwangsläufig fehlenden Grundlagenarbeit im Training und der wechselnden Personal-Besetzung längst nicht eingeschliffen und verfestigt. Das Umschaltverhalten defensiv wie offensiv erscheint verbesserungswürdig, die Anzahl der Gegentore zu hoch.

Interessant dabei ist jedoch die Tatsache, dass Schmidts Profis im Vergleich zur Vorsaison sogar besser dastehen und in den ersten zwölf Bundesligaspielen einen Zähler mehr eingefahren haben als im Vorjahr. Sie haben mehr Gegentreffer kassiert, aber auch mehr eigene Tore geschossen. Allerdings dürfte es aufgrund des aktuellen Spielplans schwer werden, einen ähnlich erfolgreichen Zwischenspurt einzulegen wie 2015, als die Mannschaft in den Spielen 13 bis 16 mit zwei Siegen gegen Frankfurt und Hamburg sowie zwei Unentschieden gegen Köln und Stuttgart ganze acht Punkte einfuhr, damit ein für sie überragendes Vorrundenergebnis von 24 Zählern erreichte und sich eine glänzende Ausgangsposition für die Rückrunde schuf.

Der 05-Trainer sagte in Berlin, sein Team sei gewappnet für die noch ausstehenden Prüfungen im Dezember. Die Gesamtleistung habe gestimmt. Läuferisch und kämpferisch zeigten die Mainzer keine Defizite. Das Aus im Europapokal haben die 05-Profis physisch und emotional gut verkraftet. Mit etwas mehr Präzision im Offensivspiel und etwas mehr Glück in der Schlussphase wäre auch beim Tabellendritten ein Punktgewinn möglich gewesen. Schmidt gibt sich zuversichtlich, dass sein Team nun mit der nötigen Frische diesen Punkt gegen die Bayern ergattern kann. Am Freitag kann der 05-Trainer wieder auf die zuletzt gesperrten Stefan Bell und Daniel Brosinski zurückgreifen, vielleicht auch auf Fabian Frei, der wegen Krankheit aussetzen musste. Dafür fehlt allerdings der mit Gelb-Rot vom Platz gestellte Jean-Philippe Gbamin. Ganz ohne Rotation geht’s halt doch nicht.

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