Nächster Mega-Deal: Okazaki nach England

Jörg Schneider. Mainz.
Das geforderte Top-Angebot ist dann doch recht schnell gekommen: Der FSV Mainz 05 hat am Freitag dem Wechsel von Torjäger Shinji Okazaki zu Leicester City zugestimmt. Der englische Premier-League-Club zahlt für den japanischen Nationalspieler dem Vernehmen nach acht Millionen Pfund. Das sind über elf Millionen Euro. 05-Manager Christian Heidel hat nur wenige Tage nach dem Verkauf von Johannes Geis zum FC Schalke 04 den nächsten Mega-Deal klar gemacht und dem Bundesligisten in dieser Woche einen Geldregen von etwa 23 Millionen Euro beschert.

27 Treffer hat Shinji Okazaki in zwei Spielzeiten für den FSV Mainz 05 erzielt. Jetzt bringt sein Transfer nach England dem Klub eine zweistellige Millionen-Ablösesumme. Foto: Bernd EßlingFür Christian Heidel war dann am Freitag wohl doch der Punkt in den Verhandlungen gekommen, an dem der Manager des FSV Mainz 05 nicht mehr länger zögern konnte. Der Premier-League-Club Leicester City hatte mit seinem Angebot für den Top-Stürmer des Bundesligisten die in den vergangenen Tagen oft zitierte Schmerzgrenze offenbar überschritten. Und deshalb ging es am Ende dann doch ganz schnell: Shinji Okazaki verlässt die 05er und spielt ab sofort in England. Nach zwei erfolgreichen Jahren am Bruchweg, in denen der japanische Nationalspieler in 65 Spielen 27 Treffer für die Mainzer erzielte, greift der 29-Jährige nun noch einmal nach dem großen Geld. Beide Vereine haben den Transfer inzwischen bestätigt.

Bei etwa zehn Millionen Euro für den Spieler, der in Mainz noch ein Jahr lang Vertrag hatte, lagen Heidels Ablösevorstellungen. Eine Summe, die nur in England zu erzielen war. Okazakis Marktwert in der Bundesliga lag aufgrund dessen Alters- und Vertrags-Situation nur bei drei bis vier Millionen Euro. Leicester City, so heißt es nun, habe am Ende acht Millionen Pfund für Okazaki geboten. Das sind über elf Millionen Euro. Der britische Klub bleibt damit also nur unwesentlich unter dem Betrag, den das damalige Schlusslicht der Premier League im Winter bereits für den 05-Stürmer geboten hatte. Im Januar waren die Engländer bereit, rund zwölf Millionen Euro für die Dienste des Nationalspielers hinzublättern.

Inzwischen sind alle Modalitäten geklärt. Okazaki hat die Arbeitserlaubnis auf der Insel erhalten und spült den 05ern die nächste Riesensumme in die Vereinskasse. Für Heidel ist dies der zweite erfolgreich abgeschlossene Mega-Deal innerhalb weniger Tage: Etwa 23 Millionen Euro hat der Bundesligist in dieser Woche mit dem Verkauf von Johannes Geis zum FC Schalke 04 und dem Okazaki-Geschäft eingenommen. Das ist eine schwindelerregende Summe.

„Shinji Okazaki ist mit dem lange gehegten Wunsch eines Wechsels nach England an uns herangetreten, da er in seiner Karriere unbedingt in der Premier League spielen wollte“, sagt Heidel. „Wir bedauern seine Entscheidung, weil er eine wichtige und verlässliche Größe in unserem Spiel war und weil wir ihn alle als Mensch ins Herz geschlossen haben. Wir akzeptieren sie aber auch, weil er sich immer und bis zuletzt als tadelloser Sportsmann und Charakter präsentiert hat. Wir haben diesem Wechsel nach einer Abwägung wirtschaftlicher und sportlicher Aspekte zugestimmt und wünschen ihm für seine weitere Karriere viel Erfolg. Wir werden seinen künftigen Weg mit viel Interesse und großer Sympathie weiter verfolgen.“

Für den Japaner selbst bedeutet dieser Wechsel mit fast 30 Jahren und einem Vierjahresvertrag eine gewaltige Einkommenssteigerung. Die Premier-Legaue-Vereine zahlen irrsinnige Gehälter. Leicester City hat neben Okazaki im Übrigen auch den Ex-05er Christian Fuchs sowie den früheren Nationalspieler Robert Huth unter Vertrag genommen. Für die 05er bedeutet der Abgang des Japaners, dass Heidel wohl in absehbarer Zeit einen Nachfolger für Okazaki präsentieren wird. Denn Voraussetzung für diesen Transfer war neben der finanziellen Seite, dass die 05er schon einen adäquaten Ersatz an der Angel haben und einen Wechsel vorbereiten konnten. Der Manager und Trainer Martin Schmidt hatten sich bereits in ihrem Urlaub permanent ausgetauscht und ihre Fühler offenbar entsprechend ausgestreckt. Man darf gespannt sein.