Neue Strukturen in der Nachwuchsarbeit

Christian Karn. Mainz.
Mit Stefan Hofmann verliert der FSV Mainz 05 in diesem Sommer eine zentrale Figur seines Jugendleistungszentrums. Die Stelle des sportlichen Leiters wird nicht neu besetzt, statt dessen führen die 05er die Position des Junioren-Cheftrainers ein. Die übernimmt Thomas Krücken, ehemals Nachwuchschef von Arminia Bielefeld, Jugendtrainer beim 1. FC Köln, Hertha BSC, TSG Hoffenheim, Manchester City, seit drei Jahren Trainer des Mainzer Jahrgangs 1998, der gerade die U19-Bundesliga Süd/Südwest als Dritter beendet hat nun an der Schwelle zwischen Junioren- und Erwachsenenfußball angekommen ist.

Ab Juli erster Junioren-Chefcoach des FSV Mainz 05: Thomas Krücken. Foto: FSV Mainz 05Der FSV Mainz 05 strukturiert seine Nachwuchsabteilung um - durchaus auch gezwungenermaßen: Stefan Hofmann verlässt die 05er bekanntlich zum Saisonende. Als U19-Trainer (Rückrunde 2014/15 nach der Beförderung von Sandro Schwarz zum U23-Coach sowie kurzzeitig im Spätsommer 2009, nachdem Thomas Tuchel Profitrainer geworden war) und U17-Trainer (zuletzt im Herbst 2015), vor allem aber in seiner Funktion als sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums war Hofmann eine Schlüsselfigur bei der Entwicklung von Mainz 05 zu einem der angesehensten Ausbildungsvereine Deutschlands. Während seiner Zeit bei den 05ern wurde die Jugendabteilung der 05er fünfmal mit drei Sternen ausgezeichnet, immer mal wieder mit dem Bestwert im einen oder anderen bewerteten Bereich. "Meine Aufgabe bei Mainz 05 hat mir immer große Freude bereitet, aber auch alles abverlangt. Für mich ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen, an dem ich guten Gewissens gehen kann und einen gut aufgestellten Nachwuchsbereich hinterlasse", sagte Hofmann bei der Ankündigung seines Abschieds.

Die 05er werden nicht einfach einen Nachfolger für Hofmann holen. Statt dessen wird es am Bruchweg ab dem 1. Juli einen Junioren-Cheftrainer geben, eine Position, die aus dem internen Trainerstab besetzt wird: Thomas Krücken wird innerhalb des Leistungszentrums befördert. Der 39-Jährige kam 2014 als Nachfolger des heutigen Junioren-Bundestrainers Meikel Schönweitz zu den 05ern, wurde mit der U17 Siebter im Süden, stieg dann mit seinem Jahrgang um die Jugendnationalspieler Finn Dahmen (Tor), Jayson Breitenbach (Außenverteidiger), Bote Baku (Allrounder), Justin Petermann (offensives Mittelfeld), Joel Richter (Rechtsaußen) und Ilker Yüksel (Mittelstürmer) in die U19 auf und führte diese 2016 auf den vierten und in der am vergangenen Wochenende abgelaufenen Saison trotz erheblicher Verletzungssorgen in der Schlussphase auf den dritten Platz der Staffel. Zuvor war Krücken bereits Leiter des Nachwuchsleistungszentrums von Arminia Bielefeld und Jugendtrainer bei den Bundesligisten aus Köln, Berlin und Hoffenheim sowie bei Manchester City.

"Wir sind sehr froh, mit Thomas Krücken die ideale Besetzung und eine interne Lösung gefunden zu haben", sagt Volker Kersting, der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. "Thomas hat sich einen riesigen Erfahrungsschatz im Nachwuchsfußball angeeignet und war bereits in den letzten drei Jahren maßgeblich an der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Spiel- und Ausbildungsphilosophie beteiligt. Mit einer Vollzeitstelle können wir auf dieser neuen Position inhaltlich noch tiefer und detaillierter voranschreiten und den Fokus noch klarer auf die tägliche Unterstützung und Ausbildung unserer Trainer und unserer Mannschaften im Leistungsbereich definieren."

Krücken selbst freut sich "sehr über das Vertrauen des Vereins und die neue Herausforderung, Stefans Hofmanns hervorragende Arbeit im Bereich der Talententwicklung und Trainerausbildung fortführen zu dürfen. Mit dem gesamten Team im Nachwuchsleistungszentrum wollen wir unsere Entwicklung immer weiter vorantreiben, um Eigengewächse von Mainz 05 in die Bundesliga zu bringen" - Suat Serdar hat es aus dem Jahrgang 1997 bereits geschafft, neben den Genannten aus dem Jahrgang 1998 sowie dem gleichaltrigen Angreifer Jannik Mause, der im vergangenen Sommer aus Köln zu den 05ern kam, dürften vor allem die 1999er Jan-Christoph Bartels (Tor), Ahmet Gürleyen und Vitus Scheithauer (Innenverteidiger), Niklas Kölle (Linksverteidiger und im Winter Gastspieler im Profi-Trainingslager) für den Profifußball in Frage kommen - alle vier sind noch ein Jahr in der U19 spielberechtigt.

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