Neun Internationale

Christian Karn. Mainz.
Neun Nationalspieler schickt der FSV Mainz 05 in diesen Tagen nach Asien, Afrika und Europa. Für die meisten geht es um WM-Qualfikationspunkte: Yoshinori Muto kann mit Japan alles klar machen, Leon Balogun mit Nigeria die Tür weit auf. Kenan Kodro kann mit Bosnien die Griechen unter Druck setzen, Viktor Fischer und Alexandru Maxim müssen vor dem direkten Duell an den Qualifikationsplätzen dranbleiben. Levin Öztunali, Suat Serdar und Abdou Diallo dagegen stehen mit den U21-Teams aus Deutschland und Frankreich noch ganz am Anfang ihrer Qualifikation, Bote Bako hat nur Testspiele im Kalender.

Alle Spiele

Do., 31. August:
12.35: JPN - AUS
18.30: U20 - Fürth
20.45: CYP - BIH

Fr., 1. September:
18.00: NGR - CMR
18.00: U21 - HUN
18.00: FRA U21 - CHI
18.00: Würzburg - 05
20.45: ROM - ARM
20.45: DEN - POL

So., 3. September:
20.45: GIB - BIH

Mo., 4. September:
18.00: ARM - DEN
18.00: CZE - U20
19.00: CMR - NGR
19.00: U21 - KOS
20.45: MNE - ROM

Di., 5. September:
18.30: FRA U21 - KAS
19.30: KSA - JPN

Nationalspieler waren in der vergangenen Saison rar beim FSV Mainz 05. Und die wenigen Profis, die zu Länderspielen eingeladen wurden, wurden häufig nicht eingesetzt: Jonas Lössl war am Ende beispielsweise nur noch dritter Torwart Dänemarks, Levin Öztunali ein Gelegenheits-Einwechselspieler in der U21 des DFB. Yunus Malli war weg, Yoshinori Muto zu lange verletzt.

In der nun bevorstehenden Länderspielpause kann sich das Bild ändern - allerdings sind auch die vier Neuzugänge keine Stammspieler in ihren Nationalteams. Eingelanden wurden zumindest neun Spieler der 05er: Muto, Kenan Kodro, Alexandru Maxim, Viktor Fischer und Leon Balogun zu ihren jeweiligen A-Teams, Öztunali, Suat Serdar und Abdou Diallo zu den U21-Auswahlmannschaften, Bote Baku schließlich zur deutschen U20 - und fast alle zu Qualifikationsspielen.

Yoshinori Muto hofft gegen Australien aufs Nationalmannschafts-Comeback. Foto: imagoDie beginnen wie gewohnt in Japan. Am Donnerstag spielt Mutos Team bereits um 12.35 Uhr hiesiger Zeit in Saitama gegen Australien. Es ist in der dritten Runde der asiatischen WM-Qualifikation das Spitzenspiel der Gruppe B, in der die Japaner Tabellenführer sind, einen Punkt vor ihren Gästen und vor Saudi-Arabien, wo sie die Qualifikation am kommenden Dienstag (19.30 Uhr in Riad) abschließen werden. Einen Platz zu verlieren könnten sich die Japaner leisten; auch als Zweiter wären sie fest für die Weltmeisterschaft in Russland qualifiziert. Fallen sie zurück auf den dritten Rang, werden sie zwei K.o.-Runden überstehen; eine gegen den Dritten der Gruppe A (wahrscheinlich Südkorea oder Usbekistan, eher nicht Syrien) und im Falle des Weiterkommens anschließend gegen den Vierten aus Nord- und Mittelamerika (wahrscheinlich USA, Panama oder Honduras, eher nicht Costa Rica oder Trinidad und Tobago). Der vierte Platz ist nicht mehr in Reichweite. Muto ist einer von sieben aktuellen Bundesligaspielern, die der Nationaltrainer Vahid Halilhodzic nominiert hat; dabei sind außerdem der Hamburger Außenverteidiger Gotoku Sakai, die Mittelfeldspieler Makoto Hasebe (Frankfurt) und Shinji Kagawa (Dortmund) sowie die Angreifer Genki Haraguchi (Hertha), Yuya Osako (Köln) und Takuma Asano (Stuttgart), ebenso die ehemaligen Bundesligaprofis Hiroki Sakai, Shinji Okazaki und Takashi Inui. Für Muto wäre es das erste Länderspiel seit fast einem Jahr: Zuletzt wurde er am 6. September 2016 beim 2:0 in Thailand eingewechselt, seither (auch wegen der Verletzung) viermal nicht nominiert.

Etwas später am Donnerstag, um 20.45 Uhr, tritt die Nationalmannschaft aus Bosnien und Herzegowina in Nikosia zum WM-Qualifikationsspiel gegen Zypern an. Es ist das erste von vier Spielen, in denen das Team mit dem neuen 05-Stürmer Kenan Kodro den knappen Rückstand auf Griechenland wettmachen und sich für die Playoff-Runde der Gruppenzweiten qualifizieren kann; der Gruppensieg dürfte bei fünf Punkten Rückstand auf Belgien nicht realistisch sein. Zwar spielen die Bosnier am Sonntag, 20.45 Uhr, im portugiesischen EM-Stadion von Faro gegen den totalen Außenseiter Gibraltar, aber auch die Belgier empfangen den Tabellenletzten noch. Kodro ist neu im Nationalteam, wurde im März und im Juni immerhin zweimal eingesetzt. Gegen den Tabellennachbarn dürften seine Einsatzchancen gering sein, immerhin sind mit Kapitän Edin Dzeko (AS Rom) und Vedad Ibisevic (Hertha) zwei erfahrene, bewährte Torjäger dabei.

Zwei weitere Neuzugänge der 05er könnten im Oktober gegeneinander spielen: Dänemark und Rumänien sind in der gleichen Qualifikationsgruppe, in der aktuellen Länderspielpause werden sich Alexandru Maxim und Viktor Fischer noch nicht begegnen. Beide machen sich Hoffnungen auf den zweiten Platz der Gruppe, wobei die Aussichten der Dänen wesentlich besser sind. Sie sind punktgleich mit Montenegro, liegen im direkten Vergleich zurück, können das aber ebenfalls im Oktober noch drehen. Erst einmal geht es aber am Freitag, 20.45 Uhr, in Kopenhagen gegen den Tabellenführer Polen. Das Hinspiel hat Fischers Team durch Robert Lewandowskis Hattrick 2:3 verloren, ein Heimsieg würde den Rückstand auf drei Punkte verringern. Am Montag (18 Uhr) spielen die Dänen in Eriwan gegen die mit Rumänien punktgleichen Armenier. Auch für Fischer ist es ein Comeback: Zum letzten Mal eingeladen war der Linksaußen im November, eingesetzt wurde er zuletzt im Oktober beim 0:1 gegen Montenegro.

Das letzte Länderspiel von Alexandru Maxim liegt noch länger zurück: Im Mai 2016 beim 1:1 gegen die DR Kongo wurde der Zehner zuletzt eingewechselt, seither immer mal wieder eingeladen, immer mal wieder zuhause gelassen. Seine Konkurrenz in der Nationalmannschaft von Rumänien ist groß; die 05er haben die Fähigkeiten von Nicolae Stanciu und Alexandru Chipciu in den Europapokalspielen gegen den RSC Anderlecht ja kennengelernt. Die Rumänen stehen unter Zugzwang, sollten am Freitag (20.45 Uhr in Bukarest) gegen Armenien, besonders aber am Montag (20.45 Uhr in Podgorica) gegen Montenegro gewinnen, sonst war's das wahrscheinlich mit der Weltmeisterschaft.

Vor zwei Jahren gewann Leon Balogun (am Ball) mit Nigeria gegen Kamerun 3:0. Sollte das wieder gelingen, ist die WM-Teilnahme nahezu sicher. Foto: imagoFür Nigeria sieht's besser aus. Der jeweilige Gruppensieger der fünf afrikanischen Gruppen wird an der Weltmeisterschaft teilnehmen und nach zwei von sechs Spielen sind die Nigerianer Tabellenführer mit vier Punkten Vorsprung auf ihren jetzigen Gegner. Am Freitag (18 Uhr in Uyo) und Montag (19 Uhr in Yaoundé) trifft die Mannschaft mit dem Mainzer Verteidiger Leon Balogun zweimal auf Kamerun. Schon bei 2:2 oder 3:3 Punkten im direkten Vergleich wäre die sechste WM-Teilnahme fast sicher. Balogun verpasste aus verschiedenen Gründen zuletzt ein paar Länderspiele, unter anderem die vergangenen beiden Qualifikationsspiele für die Afrikanische Nationenmeisterschaft, bei der nur Spieler aus der eigenen Liga eingesetzt werden dürfen, ist aber im Grunde Stammspieler in der nigerianischen Innenverteidigung.

Jeweils ein Freundschafts- und ein Qualifikationsspiel steht für die U21-Nationalspieler im Kalender. Die Qualifikation für die U21-Europameisterschaft 2019 in Italien hat gerade erst begonnen, daher ist es müßig, die Aussichten für Öztunali, Serdar und Diallo zu analysieren. Die beiden Deutschen spielen am Freitag (18 Uhr) in Paderborn ein Testspiel gegen Ungarn und am Montag (19 Uhr) in Osnabrück gegen Kosovo. Der Franzose trifft ebenfalls am Freitag, 18 Uhr, in Laval auf Chile und am Dienstag, 18.30 Uhr, in Le Mans auf Kasachstan.

Bote Baku hat schließlich zwei Freundschaftsspiele mit der U20-Auswahl vor sich, das erste am Donnerstag, 18.30 Uhr, bei der SpVgg Greuther Fürth, das zweite am Montag, 18 Uhr, in Prag gegen Tschechien. Und diejenigen 05er, die in Mainz bleiben, treffen am Freitag, 18 Uhr, in Würzburg aufs Drittligateam der dortigen Kickers.

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