Nicht prickelnd, aber wichtig

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 muss Überstunden machen im Entstehungsprozess seiner neuen Vereinsstruktur. Und zwar in Form einer außerordentlichen Mitgliederversammlung heute Abend um 19 Uhr im VIP-Bereich der Opel Arena. Einziger Punkt der Tagesordnung: die Neuwahl der Wahlkommission. Der erste Wahlvorgang im November vergangenen Jahres war fehlerhaft und vom Amtsgericht moniert worden. „Wir können uns nur dafür entschuldigen, dass wir unsere Mitglieder erneut einladen müssen“, sagt 05-Vize Jürgen Doetz. „Uns ist ein Fehler unterlaufen, den wir nun korrigieren möchten.“

05-Vize-Präsident und Vorstandssprecher bittet die Mitglieder heute Abend erneut zur Abstimmung über die zu bestellende Wahlkommission. Foto: ImagoAuf seinem Weg in zu einer neuen Vereinsstruktur muss der FSV Mainz 05 mit seinen Mitgliedern erst noch einmal einen Schritt zurückgehen, um nach vorne zu gelangen und dabei einen Fehler korrigieren. Und zwar in Form einer außerordentlichen Mitgliederversammlung heute Abend um 19 Uhr im VIP-Bereich der Opel Arena. Nur ein einziger Punkt steht dabei auf der Tagesordnung: die Neuwahl der Wahlkommission. Der erste Wahlvorgang für dieses Gremium im November vergangenen Jahres war fehlerhaft und vom Amtsgericht moniert worden. Vier der seinerzeit gewählten Mitglieder müssen heute neu bestimmt werden. Die Wahl dieser Wahlkommission ist dann die letzte Hürde vor der entscheidenden Mitgliederversammlung am 25. Juni, bei der dann der künftige Vorstand und der Aufsichtsrat gewählt werden.

„Wir können uns nur dafür entschuldigen, dass wir unsere Mitglieder erneut einladen müssen“, sagt Jürgen Doetz. „Uns ist ein Fehler unterlaufen, den wir nun korrigieren möchten.“ Der Vize-Präsident und aktuelle Sprecher des 05-Vorstands betonte, diese Neuwahl der Kommission sei eine entscheidende Grundlage im Struktur-Prozess und hofft dabei auf eine rege Beteiligung. „Jedes Mitglied, das unseren Weg der neuen Ordnung und Transparenz begrüßt, sollte heute Abend kommen und abstimmen.“

Was war der Fehler, der den 05ern im ersten Wahlgang unterlaufen war? „Im Prinzip hat man die einfache und die relative Mehrheit verwechselt“, sagt Doetz. Beim Wahlgang der fünf Kommissionsmitglieder hatte nur Dr. Udo Seyfarth die einfache Mehrheit der Stimmen erhalten. Das bedeutet, mehr Stimmen als die anderen Kandidaten, vor allem aber mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen. „Es ist aber nach dem Prinzip der relativen Mehrheit ausgezählt worden. Seyfarth hatte dabei als einziger mehr als 50 Prozent der Stimmen, alle anderen lagen unter diesen 50 Prozent“, so Doetz. „Das wurde übersehen. Das ist ärgerlich.“

Die seinerzeit neben Seyfarth gewählten Kandidaten, Klaus Hammer, Gerd Krämmer, Hans Günter Mann und Horst Trautzer, müssen sich also heute Abend erneut zur Wahl stellen. Von den im November nicht gewählten Kandidaten treten Karl-Hubert Oehl, Werner Koch  und Jochen Schürmann noch einmal an. Harald Jeschke hat seine Bewerbung zurückgezogen. Auch diesmal wird wieder mit elektronischen Geräten abgestimmt über die vier freien Plätze. Jedes Mitglied hat im ersten Wahlgang maximal vier Stimmen und muss mindestens eine Stimme abgeben. Jeder Kandidat kann nur eine Stimme bekommen. Die Bewerber, die nach dem ersten Wahlgang die einfache Mehrheit haben, sind gewählt. Sollten nach diesem Prinzip im ersten Wahlgang mehr als vier Kandidaten gewählt sein, setzten sich die vier Bewerber mit den meisten Stimmen durch. Sollten beispielsweise nur zwei Kandidaten diese einfache Mehrheit erhalten, treten die anderen in einem weiteren Wahlgang erneut an - bis die vier freien Plätze vergeben sind.

Die bestellte Wahlkommission nimmt dann eine wichtige Funktion ein auf dem Weg der 05er zur neuen Struktur. Das fünfköpfige Gremium muss anhand von bestimmten Kriterien die Bewerbungen der Kandidaten prüfen, die in den künftigen Aufsichtsrat möchten. Weil der Fan-Vertreter satzungsgemäß dort gesetzt ist, stehen acht freie Plätze im Aufsichtsrat zur Verfügung, über die die Mitgliederversammlung am 25. Juni abstimmt. Bisher sind 20 solcher Bewerbungen beim Verein eingegangen. Die Wahlkommission kann die doppelte Menge der zu vergebenden Posten im Kontrollgremium zulassen. Bewerbungen für den Aufsichtsrat können noch zum 25. Mai an die Wahlkommission gerichtet werden.

„Wir werden sofort in die Erläuterungen zum Wahl-Procedere einsteigen“, sagt der 05-Vize zum Ablauf der Veranstaltung heute Abend. „Wir hoffen, dass wir relativ schnell durch den Abend kommen. Wir wissen, dass solche Satzungsfragen viel Graubrot sind. Wir wollen aber einen transparenten Verein und mehr Kontrolle. Und dafür bedarf es der formellen Voraussetzungen. Ich hoffe, dass dies möglichst viele Mitglieder motiviert, noch einmal zu kommen und abzustimmen. Das ist sicherlich alles nicht sehr prickelnd“, sagt Doetz, „aber für den Verein ein ganz wichtiger Schritt.“

 

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