Niederlage und Remis für die Lateinamerikaner

Christian Karn. Mainz.
Die ersten beiden A-Länderspiele dieser Nationalmannschaftsperiode mit Profis des FSV Mainz 05 sind vorbei. Gonzalo Jara unterlag als Kopf einer chilenischen Elf ohne einige Stammspieler in Österreich Iran mit 0:2. Costa Rica stellte mit Junior Diaz als Innenverteidiger mit dem 0:0 gegen Paraguay den eigenen Rekord ein.

Nach den Asiaten, die bereits im Januar ihr Kontinentalturnier ausgetragen haben, hat nun auch für die Lateinamerikaner des FSV Mainz 05 das Länderspieljahr 2015 begonnen. Gonzalo Jara verlor mit Chile gegen Iran, Junior Diaz spielte mit Costa Rica 0:0 gegen Paraguay.

Jara spielte im Team von Jorge Sampaoli eine Schlüsselrolle. Weil der chilenische Trainer nicht nur auf die Offensivspieler Arturo Vidal (Juventus Turin), Alexis Sánchez (Arsenal FC) und Jorge Valdivia (Palmeiras, verletzt) verzichtete, sondern auch auf die Stamm-Verteidiger Mauricio Isla (Queens Park Rangers) und Gary Medel (Inter Milan), war der Mainzer Profi auf der gewohnten Position als linker Innenverteidiger in der Fünferkette einerseits der Chef und Kommandant der chilenischen Abwehr, andererseits bei Ballbesitz der freie Mann hinter den eigenen Reihen, der oft auch genutzte Rückpassempfänger nahe der Mittellinie, wenn Angriffe abgebrochen und neu konzipiert werden mussten. Jara hatte seine guten Spieleröffnungen, aber auch einen schweren Stellungsfehler, der Iran in der 42. Minute einen gefährlichen Konter erlaubte. Immerhin löste der 05-Profi das Problem zwei Pässe später mit seiner eigenen Balleroberung selbst wieder.

Die Partie in St. Pölten begann mit einer Schweigeminute für Sergio Brotfeld, den im Alter von 88 Jahren verstorbenen Pionier des chilenischen Sportjournalismus, für die Opfer der Unwetter im Norden Chiles und für zwei iranische Journalisten, die auf dem Weg zur Partie mit dem Germanwings-Airbus abgestürzt waren. Als der Ball lief, fand sich die chilenische Mannschaft sofort unter Druck, den sie aber meist souverän abwehrte: Iran fehlte vorne die Qualität. Die Führung der Asiaten fiel durch einen Eckball: Nachdem im Zentrum alle unter der hohen Flanke durchgesprungen waren, schob Kapitän Javad Nekounam (CA Osasuna), der in seinem 150. Länderspiel vor Ali Daei alleiniger Rekordmann seines Landes wurde, den Ball am langen Pfosten ins Tor (21.). Beim Kontertor 2:0 in der 50. Minute reagierte Jara bei einem Steilpass auf Reza Ghoochannejhad - 2014 der einzige WM-Torschütze Irans - etwas zu spät, kam nicht mehr an den ehemaligen niederländischen Juniorennationalspieler heran. Der spielte quer in den Raum zwischen der zurückeilenden Abwehr und dem Tor auf Vahid Amiri, der ohne Mühe traf.

Der in seinem zweiten Länderspiel auffällige Linksverteidiger Juan Cornejo (Audax Italiano, 28.) und die Stürmer Fabián Orellana (Celta de Vigo, 38.) und Mark González (Universidad Católica, 43.) vergaben die größten Chancen Chiles. Isla, Medel und Sánchez - nicht aber Vidal - wurden nach und nach eingewechselt, wurden Iran aber nicht mehr gefährlich.

Am Sonntagnachmittag spielen die Chilenen in London gegen Brasilien.

Die Nationalmannschaft Costa Ricas stellte mit Junior Diaz - hier beim WM-Spiel gegen die Niederlande - als Innenverteidiger den Teamrekord von 13 Spielen ohne Niederlage ein. Foto: imago

Costa Rica weiterhin ungeschlagen

Junior Diaz setzte mit der costaricanischen Nationalmannschaft gegen Paraguay die starke Serie fort: Mit dem 0:0 im Heimspiel gegen Paraguay sind die Zentralamerikaner nun seit 13 Partien ungeschlagen. Gegen die Südamerikaner, die unter anderem mit dem ehemaligen Dortmunder Lucas Barrios (heute Montpellier HSC) und mit dem Debütanten Raúl Bobadilla vom FC Augsburg angriffen, spielte der 05-Profi nicht wie gewohnt links hinten, sondern in der Innenverteidigung. Diese hatte im ersten Spiel des costaricanischen Volkshelden Paulo Wanchope als offizieller Nationaltrainer - der ehemalige Rekordtorjäger seiner Nationalmannschaft und erste WM-Torschütze Costa Ricas war zuvor ein halbes Jahr lang Interimscoach - sehr vieles im Griff, allerdings auch Glück, dass es für ein Foul des Debütanten Waylon Francis (Columbus Crew) an Bobadilla keinen Elfmeter gab (40.). Óscar Duarte vom Club Brügge, Diaz' Partner in der Innenverteidigung, vergab in der 65. Minute die beste Torchance Costa Ricas. In der Nacht auf Mittwoch werden die Costaricaner gegen Panamá versuchen, zum vierzehnten Mal in Folge nicht zu verlieren. Das wäre ein neuer Rekord ihrer Nationalmannschaft.

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