Noch zwei Siege für die weitere Karriere

Christian Karn. Mainz.
Die U23-Nationalmannschaft Südkoreas steht im Halbfinale der Asienspiele. Das Team mit Joo-Ho Park, dem Linksverteidiger des FSV Mainz 05, schlug im Viertelfinal-Topspiel Japan 1:0. Damit ist Park der Militärdienstbefreiung einen gehörigen Schritt näher gekommen. Gewinnt sein Team Gold, muss der 27-Jährige im kommenden Sommer nicht einrücken und darf seine Fußballkarriere fortsetzen.

Joo-Ho Park (links) gewann am Sonntag mit der U23-Nationalmannschaft Südkoreas gegen Shinji Okazakis Landsleute. Foto: Jörg SchneiderDie Chancen von Joo-Ho Park, seine Karriere über die Saison hinaus in Europa fortsetzen zu können, sind am Sonntag wesentlich gestiegen. Mindestens zwei Jahre dauert die Dienstzeit für männliche Südkoreaner; so lange wie sonst nur in Israel und Singapur. Grundsätzlich müsste der Linksverteidiger im Sommer einrücken. Eine Chance bleibt Park jedoch noch: Die Goldmedaille im Fußballturnier der Asien-Spiele im südkoreanischen Incheon mit der U23-Nationalmannschaft seines Landes. Gewinnt Südkorea, käme Park mit einer vierwöchigen Grundausbildung davon. Das Halbfinale hat das Team nun bereits erreicht. Zwei Siege fehlen noch. Japan, den größten Mitfavoriten, haben die Südkoreaner soeben im WM-Stadion von Incheon durch ein Elfmetertor ihres Kapitäns Hyun-Soo Jang vom chinesischen Spitzenklub Guangzhou R&F in der 88. Minute mit 1:0 aus dem Wettbewerb geworfen.

Das Viertelfinalspiel am Sonntagvormittag deutscher Zeit war eine Partie mit Endspiel-Potenzial, im asiatischen Fußball eins der größtmöglichen Ereignisse. Die beiden ostasiatischen Staaten sind mehr oder weniger Nachbarn; die Koreastraße, die zwischen der südkoreanischen Großstadt Busan und der südlichen japanischen Hauptinsel Kyushu das Japanische Meer mit dem Ostchinesischen Meer verbindet, ist gerade mal 200 Kilometer breit und die japanische Insel Tsushima innerhalb der Meerenge liegt näher an Korea als an Japan. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind seit Jahrhunderten eng und in der Neuzeit nicht gerade freundschaftlich geprägt: Von 1910 bis 1945 war Korea von Japan annektiert, was bis heute nicht hundertprozentig aufgearbeitet ist. Demzufolge ist die Rivalität zwischen den beiden erfolgreichsten Nationalmannschaften Asiens groß.

Im Endspiel am Donnerstag könnte Park auf den größten Antagonisten Südkoreas treffen: Wenn sein Team am Dienstag (13 Uhr deutscher Zeit) Thailand schlägt und drei Stunden zuvor Nordkorea gegen Irak gewinnt, bestreiten die Teams der stalinistischen "Demokratischen Volksrepublik Korea" und der westlich orientierten "Republik Korea" nur gut 40 Kilometer von der innerkoreanischen Grenze entfernt das Finale.

 

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