Nur nichts drauf einbilden

Jörg Schneider. Mainz.
Der FSV Mainz 05 beendet sein Testspielprogramm in der Saisonvorbereitung noch einmal mit einer Englischen Woche. Am morgigen Mittwoch trifft das Team von Martin Schmidt am Bruchweg (15 Uhr) auf den Liga-Konkurrenten 1. FC Köln. Am Sonntag erwarten die 05er an gleicher Stelle den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt. „Für uns ist jetzt wichtig, wie wir mit dem Sieg gegen Liverpool mental umgehen“, sagt der 05-Trainer. „Wenn wir jetzt hier wie die Prinzen auf dem Platz stehen gegen Köln, dann kriegen wir einen vor den Latz.“

Auch für Daniel Brosinski  (hier im Duell mit dem englischen Nationalspieler Adam Lallana) ist die Partie gegen die Kölner der vorletzte Härtetest. Das umfangreiche Testspiel-Programm des FSV Mainz 05 in der Vorbereitung auf die demnächst beginnende Bundesligasaison geht in die nächste und damit letzte Runde. Und zwar mit einer weiteren Englischen Woche. Nach den beiden Begegnungen am vergangenen Mittwoch und Donnerstag im italienischen Aostatal gegen Servette Genf (2:1), der 0:2-Niederlage gegen den Zweitligisten Novara Calcio, gefolgt vom stimmungsvollen 4:0-Erfolg in der Opel Arena gegen den FC Liverpool am Sonntag, stehen nun die beiden letzten Tests im Plan von Martin Schmidt an: Am morgigen Donnerstag (gegen den Bundesliga-Rivalen 1. FC Köln und am Sonntag dann das von Thüringen nach Mainz verlegte Spiel gegen den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt (beide 15 Uhr, Bruchwegstadion).

„Wir sind immer noch tief in der Vorbereitung drin und am Abarbeiten von Inhalten“, sagte der 05-Trainer im Anschluss an das Vormittagstraining am Mittwoch. „Das wird eine hoch anspruchsvolle Woche auch für den Kopf, nicht zuletzt  wegen der beiden Spiele. Wir haben extra sehr viel Stresspotenzial reingepackt mit vielen Trainings und zusätzlichen Werbeterminen. Wir wollen diese zweite Englische Woche so gestalten wie die letzte. Mit Aufwand und Druck, um uns mental auf die Herausforderungen vorzubereiten.“ Danach, so Schmidt, kommen die zwei Wochen vor den Pflichtspielen, in denen sein Kader dann auf Schnelligkeit und Frische hin arbeite.

Niko Bungert, der beim Erfolg gegen den von Jürgen Klopp trainierten englischen Premier-League-Klub wegen muskulärer Probleme aussetzen musste, ist wieder zurück im Training und spielbereit. „Es sind alle fit bis auf Jean-Philippe Gbamin und Latza, der im Aufbautraining ist. Alles macht Fortschritte.“ Wenn alles normal laufe, werde Gbamin noch diese Woche einsteigen, Latza spätestens in der kommenden Woche. Bei Gianluca Curci, der sich bei einem Abwurf im Spiel gegen Novara unglücklich verletzt hatte, ist inzwischen ein Muskelfaserriss in der rechten Wade diagnostiziert worden. Der Torhüter fällt insgesamt drei Wochen aus. Der 05-Coach rechnet damit, dass Curci in den Tagen vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal, am Sonntag in acht Tagen in Unterhaching, wieder zur Verfügung steht.

„Für uns ist jetzt wichtig, wie wir mit dem Sieg gegen Liverpool mental umgehen“, so der 49-Jährige. „Wenn wir jetzt hier wie die Prinzen auf dem Platz stehen gegen Köln, dann kriegen wir einen vor den Latz. Wenn wir gegen Erfurt denken, wer gegen Liverpool gewinnt, hat’s einfach gegen einen Drittligisten, gibt’s ebenfalls was auf die Nase.“ Es sei interessant zu sehen, ob die Mannschaft das Spiel gegen die Klopp-Elf und das Resultat so annehme, wie es allgemein eingestuft werde. „Oder ob wir uns etwas drauf einbilden.“

Die morgige Partie gegen die Kölner findet wie bereits mehrfach angekündigt, nach Absprache mit den Sicherheitskräften, ohne Publikum am Bruchweg statt. Die Partie war kurzfristig verabredet worden, weil Juventus Turin den Kölnern das vereinbarte Testspiel abgesagt hatte. „Aus organisatorischen Gründen“, wie es hieß. Trainer Peter Stöger hatte deshalb dringend einen starken Testspielgegner gesucht und war am Bruchweg fündig geworden. Stöger will in Mainz weitere Erkenntnisse aus dem Härtetest gegen den Liga-Rivalen ziehen. „Die Meisterschaft rückt näher und es ist für jeden eine Standortbestimmung - auch für unsere Einschätzung, wie fit jemand ist“, sagt der Österreicher den Kölner Medien. Sein Team sei im Moment relativ müde, aber dennoch so stabil, dass es dem Gegner wenige Möglichkeiten zulasse. „Ich sehe schon ein paar positive Dinge, aber es ist alles eben Vorbereitung. Der Stress, wenn es drauf ankommt, wenn es ans Eingemachte geht, der ist in Testspielen nicht zu simulieren." Wie in den bisherigen Testspielen, soll der gesamte verfügbare Kader auch am Bruchweg noch einmal Einsatzzeiten erhalten.

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