Ohne Neuzugang in die Rückrunde?

Jörg Schneider. Mainz.
Wie in den Jahren zuvor bezieht der FSV Mainz 05 im Januar erneut sein Trainingslager im spanischen Marbella und bestreitet dort zwei Testspiele. Ob dann der eine oder andere Neuzugang in die Rückrunden-Vorbereitung des Bundesligisten eingreift, ist noch offen. Wenn überhaupt, dann denkt Martin Schmidt am ehesten an eine Verstärkung der Offensive. „Aber auch nicht so zwingend, dass wir sagen würden, wir müssen was tun, sonst haben wir da ein Problem.“

Zwei Termine stehen noch auf dem Plan bis Weihnachten, dann war’s das schon wieder mit der Vorrunde. Dem FSV Mainz 05, der am Freitagabend in der Coface Arena den 16. Spieltag mit der Begegnungen gegen den VfB Stuttgart eröffnet, bietet sich die große Chance, diese Halbserie mit dem zweitbesten Ergebnis seiner Bundesliga-Geschichte abzuschließen. Die Mannschaft von Martin Schmidt kann auf 29 Punkte kommen, auf vier Zähler weniger als in der Rekordsaison 2010/11 also, in der die Mainzer zum Jahresende mit 33 Punkten auf Platz zwei überwinterten. Voraussetzung dafür wäre ein Sieg gegen den Tabellenvorletzten und ein Erfolg eine Woche später bei Hertha BSC Berlin.

In der wöchentlichen Medienrunde am Bruchweg hat sich Martin Schmidt diesmal unter anderem mit der Kaderplanung beschäftigt. Winter-Neuzugänge sieht der 05-Trainer, wenn überhaupt, nur im Offensivbereich. Foto: Jörg SchneiderDer sportliche Anreiz ist groß für die 05-Profis noch zweimal an ihre Grenzen zu gehen und ein überragendes Zwischenergebnis in den Kurzurlaub zum Jahreswechsel mitzunehmen. Bevor dann am Samstag, 2. Januar die Vorbereitung auf die am 23. Januar mit dem Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt startende Rückrunde beginnt. Der Klub hat sich wie in den Jahren zuvor für ein Trainingslager an der Costa del Sol entschieden, nutzt vom 6. bis 11. Januar die idealen Bedingungen des Marbella Football Centers und bestreitet dort zwei Testspiele (9. und 10. Januar).

Im Gegensatz zu einigen anderen Vereinen der Liga, besteht bei den 05ern nicht die Dringlichkeit, den Kader im Winter groß mit Neuzugängen verstärken zu müssen. Martin Schmidt wird die Vorbereitung dazu nutzen, Spieler wie Fabian Frei, der fast die ganze Vorrunde über nicht einsatzbar war und quasi erneut als Neuzugang antritt, wieder auf Stammspieler-Niveau zu bringen. Oder auch Jhon Cordoba, der aufgrund von muskulären Problemen noch immer kein stabiler Faktor im Team ist. Trotzdem sind Kader-Veränderungen am Bruchweg nicht ausgeschlossen. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

„Es ist so, dass wir im Oktober gesagt haben, wir müssen gucken, ob wir in der Abwehr vielleicht was machen müssen“, sagt der Trainer. „In der Defensive hatten wir ja Henrique Sereno dauernd verletzt.“ Diese Problematik ist nicht mehr akut. „Jetzt hat sich plötzlich Alexander Hack zu einer vollen Bundesliga-Option aufgetan. Wir haben mit ihm, Leon Balogun, Sereno, Niko Bungert und Stefan Bell fünf Innenverteidiger.“ Und auch im Mittelfeld sind die Mainzer gut aufgestellt, wenn Frei wieder in den Konkurrenzkampf eingreift. Zentral hat Schmidt mit dem Schweizer Nationalspieler, Julian Baumgartlinger, Danny Latza, Gonzalo Jara, Christoph Moritz, Suat Serdar und Niki Zimling ein stattliches Angebot für die Besetzung der Doppelsechs zur Verfügung. Da besteht kaum Bedarf für Nachbesserungen. Man beobachte dennoch den Markt für alle Positionen. „Ich glaube, rumgucken ist wichtig. Wir scouten ja auch Spieler für die nächste Saison. Da sind wir schon an einigen dran“, betont der 05-Trainer.  

Wenn im Winter was gehen würde mit Neuerwerbungen, dann nach den Vorstellungen des Schweizers am ehesten im Offensivbereich. „Wir halten die Augen immer offen für die offensive Außenbahn“, sagt der Trainer. „Aber auch nicht so zwingend, dass wir sagen würden, wir müssen was tun, sonst haben wir da ein Problem. Wir könnten vorne noch was machen, aber mit Bedacht.“ In Schmidts Philosophie vom schnellen Umschalten sind Stürmer, die mit hohem Tempo über die Flügel kommen, immer gefragt. „Wir wissen ja auch nicht, ob ansonsten alles so bleibt, wie es ist. Es gibt ja auch Spieler, die häufiger spielen sollten. Da denkt man vielleicht an eine Ausleihe. Da sind wir aber noch relativ offen. Wir haben hier viele Spieler die gut sind, wir haben hier aber auch Positionen, die sind fix zu. Wenn wir heute 24 Bundesligaspieler auf dem Platz haben, ist das schon eine stattliche Zahl. Vielleicht ist es sinnvoll, dass der eine oder andere Nachwuchsspieler ein halbes Jahr irgendwo zweite Liga spielt und im Sommer wieder zurückkommt“, beschreibt der 48-Jährige seine Überlegungen.

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