Park: Vor der Verlängerung gesetzt

Jörg Schneider. Mainz.
Der linke Verteidiger ist beim FSV Mainz 05 in dieser Saison eine Position im stetigen Wechsel. Joo-Ho Park begann als linker Mann in der Viererkette, danach war Junior Diaz an der Reihe, den zwischenzeitlich Winter-Zugang Pierre Bengtsson ablöste. Seit vier Spielen hat sich der Südkoreaner wieder in dieser Rolle festgespielt. „Wir haben viermal nicht verloren, in drei Spielen nur ein Gegentor bekommen. Da drängt es sich beim Trainer nicht auf die Viererkette zu wechseln“, sagt Martin Schmidt. Gut ins Bild passt dabei Parks bevorstehende Vertragsverlängerung.

Dank starker Leistungen ist Joo-Ho Park (rechts, gegen den Wolfsburger Luiz Gustavo) beim Trainer als Linksverteidiger gesetzt. Irgendwann in den nächsten drei Wochen verlängert sich der Vertrag von Joo-Ho Park beim FSV Mainz 05 um weitere zwei Jahre. Das wird ohne viel Aufhebens über die Bühne gehen. Christian Heidel hat längst bekräftigt, dass der Bundesligist im April die vereinbarte Option ziehen, den Südkoreaner bis 2017 binden und einen geringen Ablöse-Nachschlag an den FC Basel überweisen wird, von wo der heute 28-Jährige im Sommer 2013 für rund eine Million Euro zum Bruchweg gewechselt war.

Park selbst hat dafür die Voraussetzungen geschaffen in dieser Saison, obwohl der augenblicklich als Linksverteidiger im Team von Martin Schmidt überzeugende Profi für seinen Klub relativ selten zur Verfügung stand. In den bisher 27 absolvierten Saisonspielen hat Park insgesamt nur elfmal für die 05er auf dem Platz gestanden. Die übrige Zeit verbrachte der Profi entweder weit weg im Kreise zweier National-Teams oder im Reha- und Aufbau-Training nach intensiven Belastungen.

Den Großteil der Vorrunde opferte der Spieler dabei jedoch der Sicherung seiner sportlichen Zukunft. Der 28-Jährige nahm als Wildcard-Spieler im U23-Team Südkoreas an den Asien-Spielen teil und hatte großen Anteil am Titelgewinn seiner Mannschaft. Zur Belohnung gab’s vom Staat die Befreiung von der Wehrpflicht. Park muss im Sommer lediglich eine kurze Grundausbildung absolvieren, kann aber in Mainz weiterhin seinem Beruf nachgehen. Und das tut der variable Linksfuß sehr erfolgreich, wie Parks Leistungen nach der Rückkehr von der Asien-Meisterschaft, seiner zweiten längeren Saison-Unterbrechung, belegen.

"Joo-Ho hat das Momentum für sich"

Bei Kasper Hjulmand überwiegend als zentraler Mittelfeldspieler neben Johannes Geis eingesetzt, hat sich Park unter der Anleitung des neuen Cheftrainers wieder als Linksverteidiger fest etabliert und mit konstant starken Auftritten den Winter-Zugang Pierre Bengtsson, den die 05er für diese Position geholt hatten, auf die Bank verdrängt. „Joo-Ho hat das Momentum für sich“, sagt der 05-Trainer. „Wir haben viermal nicht verloren, in drei Spielen nur ein Gegentor bekommen. Da drängt es sich beim Trainer nicht auf die Viererkette zu wechseln.“

Im Team gehe es immer darum, dass sich Automatismen festigten. Das sei in der 05-Abwehr derzeit absolut der Fall. Und das in Spielen gegen Gegner, die man nicht gerade als Laufkundschaft bezeichnen könne. „Für Park sprechen die Resultate, sein gutes Spiel im Block und seine Leistung gegen den Ball“, sagt Schmidt. Wegen seines taktischen Verständnises im Raum, in Verbindung mit seiner Abwehrstärke ist Park derzeit beim Schweizer gesetzt.

„Das heißt aber nicht, dass Pierre raus ist“, betont der 05-Coach. „Das hat man ja in Bremen gesehen. Bengtsson ist ein typischer Pressing- und Umschaltspieler, der Optionen nach vorne hat.“ Der Schwede kam beim 0:0 in Bremen nach 68 Minuten in die Partie, spielte vor Park auf der linken, offensiven Seite und hatte sehr gute Szenen. Mehrfach sprintete Bengtsson an der Außenlinie an Werder-Verteidigern vorbei, brachte scharfe Flanken und Pässe in den Strafraum. Der Joker bereitete auf diese Weise die große Führungschance von Ja-Cheol Koo vor. „Bengtsson ist einen Tick aggressiver nach vorne als Joo-Ho“, sagt Schmidt, der froh ist, den linken Flügel derart gut besetzt zu haben.

Denn da gibt es ja auch noch Junior Diaz, der in der Hinrunde Stammspieler als Linksverteidiger war und in der Rückrunde dauerhaft auf der Bank sitzt - ohne Einsatzzeit. Der costa-ricanische Nationalspieler sei fit und jederzeit einsatzbereit. „Junior ist im Moment der Backup für beide Linkspositionen sowie für die Innenverteidiger“, sagt Schmidt, dem diese Konstellation durchaus gefällt, denn der Kampf um die Start- und Bankplätze erhöht die Qualität und die Konzentration im täglichen Training.    

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