Pierre Bengtsson kommt wieder nach Hause

Christian Karn. Mainz.
Pierre Bengtsson hat sich in seinen eineinhalb Saisons beim FSV Mainz 05 nicht durchgesetzt. In der nun zu Ende gehende Saison spielt der ehemalige schwedische Nationalspieler daher als Leihspieler auf Korsika gegen den Abstieg aus der französischen Liga. Zur neuen Saison kommt Bengtsson zurück - nicht nach Mainz, sondern zum vorherigen Klub FC Kopenhagen, der sich nach dem Abgang des künftigen Bremers Ludwig Augustinsson auf einen bewährten Linksverteidiger freut. "Es fühlt sich richtig an, wieder nach Hause zu kommen", sagt Bengtsson selbst über seinen neuen Fünf-Jahres-Vertrag.

Drei Tage vor dem letzten Spieltag meldete der FSV Mainz 05 seinen ersten Abgang, mehr oder weniger: Pierre Bengtsson, zuletzt beim französischen Erstligaklub SC Bastia im Einsatz, kommt zurück. Aber nicht an den Bruchweg, sondern zu dem Klub, von dem die 05er ihn im Winter 2014/15 geholt hatten, zum FC Kopenhagen.

In der Bundesliga setzte sich Pierre Bengtsson nicht dauerhaft durch. Nach einem Leih-Jahr als Stammspieler in Bastia soll der Schwede nun auch bei seinem Ex-Klub FC Kopenhagen wieder eine tragendere Rolle spielen. Foto: imagoDer ehemalige schwedische Nationalspieler hatte beim Debüt gegen den SC Paderborn 07 einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, von ungewöhnlichen Orten ungewöhnliche Bälle in ungewöhnliche Richtungen gespielt, das 4:0 und weitere Chancen vorbereitet, diesen Eindruck aber nicht mehr oft bestätigen können. 13 Mal spielte der Linksverteidiger in jener halben Saison immerhin in der Bundesliga, in der Spielzeit 2015/16 weitere 16 Partien. In der Winterpause wurde er von Gaetan Bussmann überholt, so dass er in der Rückrunde fast nur noch auf der Bank saß, lediglich beim 3:1 in Stuttgart noch einmal in der 92. Minute eingewechselt wurde. In der nun ablaufenden Saison nahm Bengtsson noch an der Sommervorbereitung teil, wechselte dann auf Leihbasis nach Bastia.

In der Ligue 1 lief es für Bengtsson persönlich nicht schlecht. Bei 28 seiner 29 Einsätze stand er in der Startelf, und wieder war's ein gutes Debüt: Gegen den Toulouse FC schoss der Schwede mit einem Freistoß das Siegtor. Für seine neue Mannschaft lief es weniger gut; nach einer langen Serie ohne Sieg müssen die Korsen am letzten Spieltag bei Olympique Marseille mindestens punkten, außerdem auf Niederlagen des FC Lorient (gegen Girondins Bordeaux), des SM Caen (bei Paris Saint-Germain) oder des Dijon FCO (in Toulouse) hoffen, um noch über die Relegation oder vielleicht sogar direkt den Abstieg zu verhindern. Kurios: Durch zwei Siege in den vergangenen beiden "Heimspielen" hat sich Bastia immerhin diese Chance erhalten, die Spiele fanden jedoch ohne Zuschauer statt und nicht in Bastia, sondern 500 Kilometer entfernt in Istres. Dazu waren die Korsen nach den Ausschreitungen gegen Olympique Lyon am Ostersonntag verurteilt worden.

Bengtsson kehrt nun zu dem Verein zurück, bei dem er seine größten Erfolge hatte. Mit dem FC Kopenhagen hatte er 2011 und 2013 die dänische Meisterschaft gewonnen, 2012 den dänischen Pokal. Nun bestand in der dänischen Hauptstadt Handlungsbedarf; der bisherige Stammspieler Ludwig Augustinsson wechselt im Sommer zu Werder Bremen. "Pierre kennt den FCK in- und auswendig", freut sich sein neuer Trainer, der Ex-Kölner Stale Solbakken über seinen Neuzugang, der einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieb. "Er kennt unsere Spielweise, er kennt unseren Alltag, er hat eine starke Physis und einen starken linken Fuß, er bringt alles mit, um bei uns wieder ein sehr guter Verteidiger zu sein." Bengtsson selbst sagt, er habe den Weg des Vereins seit seinem Wechsel nach Mainz weiter verfolgt. "Es fühlt sich richtig an, wieder nach Hause zu kommen."

Und da hat auch Rouven Schröder nichts mehr dagegen, Bengtsson gegen eine nicht näher genannte Ablöse aus seinem noch bis 2018 laufenden Vertrag zu entlassen. "Unser Kader ist für die kommende Saison so aufgestellt, dass es für ihn sehr schwer geworden wäre, auf Einsatzzeiten zu kommen. Wir haben mit ihm und dem FC Kopenhagen eine für alle Beteiligten gute Lösung gefunden. Wir behalten ihn in bester Erinnerung und wünschen ihm für seinen weiteren Weg Gesundheit und sportlichen Erfolg", sagt der 05-Sportdirektor.

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