Profil: Sofortige Verstärkung und finanzierbar

Jörg Schneider. Mainz.
Bis zum Dienstag in einer Woche um 18 Uhr ist das Transferfenster noch offen. Bis dahin hat Rouven Schröder, der Sportdirektor des FSV Mainz 05, noch Zeit, seine Kaderplanung abzuschließen. Der Bundesligist ist weiterhin auf der Suche nach einem Ersatz für Yunus Malli, allerdings nicht um jeden Preis. Das Anforderungsprofil ist klar: Der neue Zehner müsste sofort eine Verstärkung sein und dürfte keine Anlaufzeit benötigen, um taktische Dinge zu verinnerlichen. „Der dann plötzlich gegen den Ball nicht so funktioniert, wie wir das gerne hätten. Und bis wir das drin haben, ist die Saison fast rum“, betont der 05-Trainer.

Rouven Schröder bleibt noch eine Woche, um seine Kaderplanung abzuschließen und eine sofortige Verstärkung für die Zehnerposition zu finden. Foto: Ekkie Veyhelmann Noch eine Woche hat der FSV Mainz 05 in Person von Rouven Schröder Zeit, um seine Kaderplanung abzuschließen. Man kann davon ausgehen, dass der Sportdirektor des Bundesligisten dies mit großer Gründlichkeit vorantreibt, auch wenn der 41-Jährige sich in der Öffentlichkeit in dieser Thematik äußerst zurückhaltend gibt und keinerlei Signale streut, in welche Richtung seine Bemühungen zielen. Mit dieser Verschlossenheit hat Schröder bisher alle Transfers für die Mainzer durchgezogen. „Absolut möglich, dass noch etwas passiert bis zum 31. Januar“, sagte Schröder nach dem 0:0 am Sonntag gegen den 1. FC Köln lapidar. „Wir machen uns weiterhin Gedanken und prüfen die Machbarkeit.“ Wo und bei welchem Spieler, darüber darf weiterhin spekuliert werden. Dass der Klub bei Hiroshi  Kiyotake noch im Geschäft ist, dementierte der 41-Jährige unterdessen vor laufender TV-Kamera. Der japanische Zehner des FC Sevilla, der rund sieben Millionen Euro Ablöse plus ein üppiges Gehalt kosten soll, ist den 05ern offenbar zu teuer.

Es sei denn, durch öffentlich bekundetes Desinteresse und voranschreitendem Zeitdruck im Transferfenster fällt der Preis noch massiv. Das hat es in der Vergangenheit schon häufig gegeben, dass kurz vor Toresschluss die Forderungen derart gesunken sind, dass eine Einigung möglich war und auf diesen Zeitfaktor könnte Schröder bei allen Namen, die er auf der Liste hat, setzen. Klar ist: Die Mainzer suchen weiterhin Ersatz für Yunus Malli, den für 12,5 Millionen Euro Ablöse zum VfL Wolfsburg gewechselten Zehner. „Wir halten die Augen offen. Wenn wir da noch zuschlagen können, tun wir das“, sagte Martin Schmidt nach dem Unentschieden gegen die Kölner, dem ersten Spiel ohne Malli, das die Mainzer mit einer Systemänderung in der 4-4-2-Grundausrichtung bestritten. „Durchs Zentrum wäre diesmal auch mit Malli nicht viel gegangen“, betonte der 05-Trainer anschließend. „Die haben drei Innenverteidiger, die Doppelsechs vorne dran. Das Zentrum bei denen ist zu, es geht nur über außen gegen die Kölner. Da hätte auch Yunus einen anderen Auftrag gehabt. Es gibt Spiele gegen Mannschaften mit einem Sechser, in denen Räume sind, wo der kreative Moment gefragt ist. Solche Spiele werden kommen. Wir haben aber eigentlich auch in unseren Reihen Spieler, die das auffangen können. Spieler wie Jairo oder Fabian Frei.“

Dennoch haben Schmidt und Schröder offenbar Kandidaten im Fokus. „Wir suchen nicht wild. Wir haben den einen oder anderen Namen. Wenn das möglich ist, machen wir es, aber wir werden nichts übers Knie brechen“, so der Trainer. Im Winter sei es meist nicht so einfach, den Spieler zu kriegen, der dem Team auf Anhieb weiterhelfe. „Wir haben da ein genaues Anforderungsprofil. Wenn’s klappt, klappt’s. Bisher sind keine Bemühungen geplatzt. Wir laufen aber nicht durch ganz Europa und suchen einfach jemanden. Wir haben zwei, drei Namen und bemühen uns darum, ob es machbar ist. Bei dem einen ist das machbar, bei dem anderen nicht.“ Gut möglich auch, dass die 05er Interesse haben an einem Profi, dessen aktueller Klub bisher sein Veto gegen einen Transfer einlegt. So jedenfalls waren Schmidts weitere Ausführungen zu verstehen. „Im letzten Jahr wollte auch ein Klub Malli haben und wenn wir dann als Verein nein sagen, wird nichts draus. Wir versuchen dranzubleiben, bis vielleicht jemand schwach wird und ja sagt. Wenn’s nicht richtig passt, würde ich lieber mit denen handwerken, die jetzt da sind. Wir haben eine gute, homogen zusammengestellte Mannschaft, die gut miteinander verteidigt und Fußball spielt. Wir hatten gegen Köln auch kreative Sachen nach vorne. Es ist nicht so, dass wir alles an einem neuen kreativen Spieler festmachen wollen, der dann plötzlich gegen den Ball nicht so funktioniert, wie wir das gerne hätten. Und bis wir das drin haben, ist die Saison fast rum.“ Ein Neuzugang auf dieser Position müsse einer sein, der direkt spiele, helfen könne und eine echte Verstärkung darstelle. „Das ist ein wichtiger Punkt in diesem Profil“, sagte Schmidt.

Offen ist weiterhin die Geschichte mit Gervane Kastaneer von ADO Den Haag, dem Testspielgegner der 05er im Trainingslager von Marbella. Die Verpflichtung des Holländers schien bereits fix, nun könnte es sein, dass Kastaneer erst im Sommer ablösefrei kommt. Die Niederländer erklärten vergangene Woche, den Profi doch nicht hergeben zu wollen. Möglicherweise ein letzter Versuch, die Ablösesumme noch einmal in die Höhe zu treiben. Kastaneer hat am Wochenende beim 1:2 des Tabellen-15. gegen PEC Zwolle das 1:0 erzielt und musste wenig später verletzt ausgewechselt werden, weil er einen Ball ins Gesicht bekommen hatte. „Das ist so der Stand“, sagte Schröder. „Kein neuer Stand heißt, dass er noch in der Verlosung ist.."

Auch in der Frage, ob die 05er auf der Zielgeraden der Transferperiode noch einen Spieler abgeben, gibt es vom Sportdirektor keine Wasserstandsmeldungen. Klar ist, dass Gianluca Curci auf der Suche nach einem neuen Verein ist. Der Torhüter, der in der Rangfolge des Bundesligisten keine Rolle mehr spielt, absolviert derzeit ein Probetraining bei Cardiff City und könnte dort anheuern, wenn der Auftritt des Italieners zufriedenstellend verläuft. Die Wahrscheinlichkeit, dass die 05er noch einen weiteren Torhüter verpflichten, erscheint derzeit eher gering. Die entsprechende öffentliche Ankündigung, auf dieser Position noch etwas unternehmen zu wollen, könnte eher ein Mittel gewesen sein, um den 05-Keepern, besonders Jonas Lössl, Druck zu machen. Die interne Kritik an der Nummer eins scheint unterdessen gefruchtet zu haben. Lössl präsentierte sich im ersten Spiel des neuen Jahres wesentlich präsenter, souveräner als zuvor, spielte fehlerfrei und hatte seinen Anteil daran, dass die Kölner nicht zum erfolgreichen Abschluss kamen. Seinen Status als erster Mann zwischen den Pfosten hat der Däne eindeutig gefestigt.

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